Avontuur Railway
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Avontuur Railway | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
|
Mit Avontuur Railway wird die Eisenbahnstrecke zwischen Port Elizabeth und Avontuur in Südafrika bezeichnet. Sie ist mit 285 km Länge die längste 610-mm-Schmalspurstrecke der Welt und wird von der südafrikanischen Eisenbahngesellschaft Spoornet betrieben.
[Bearbeiten] Verlauf
Ausgangspunkt ist der am Hafen von Port Elizabeth gelegene Bahnhof Humewood. Von dort aus verläuft die Strecke in westlicher Richtung durch die Vororte von Port Elizabeth. Nach 44 km erreicht die im Küstengebirge ansteigende Strecke die 77 m hohe Van Stadens Bridge, die als höchste Schmalspurbrücke der Welt bezeichnet wird, wahrscheinlich jedoch nur die höchste Brücke für diese Spurweite ist. Kurz darauf erreicht die Strecke am Haltepunkt Sunnyside mit 255 m Meereshöhe ihren vorläufig höchsten Punkt. Nachdem nach 53 km der Ort Thornhill passiert wurde, fällt die Strecke steil in das Tal des Gamtoos River ab um nach 72 km den nur 30 m hoch gelegenen Ort Loerie zu erreichen, wo sich eine Drehscheibe zum Wenden der Lokomotiven befindet.
Nach dem Bahnhof Gamtoos teilt sich die Strecke. Eine Zweigstrecke biegt nach Nordwesten ab, folgt dem Gamtoos River talaufwärts und erreicht nach 26 km den Ort Patensie. Die Hauptstrecke wendet sich nach Süden, nähert sich bei Jeffreysbaai bis auf 1,5 km dem Indischen Ozean, verläuft dann immer weiter ansteigend nach Westen und erreicht bei ca. Kilometer 113 den 153 m hoch gelegenen Ort Humansdorp an der Garden Route.
Von hier an verläuft die Strecke in westnordwestlicher Richtung das fast schnurgerade Langkloof-Tal hinauf. Die Topographie innerhalb des Tals ist jedoch nicht einfach und erfordert auch hier größere Steigungen und zahlreiche enge Kurven und Kehren.
In Assegaaibos endet heute nach 164 km der regelmäßige Betrieb. Der folgende Streckenabschnitt bis Louterwater wird jedoch noch während der Zitrussaison befahren. Dabei passiert die Strecke nach 214 km Joubertina, den Hauptort des Tals.
Das Stück zwischen Louterwater und der 285 km von Port Elizabeth entfernten und 871 m hoch gelegene Endstation in Avontuur ist offiziell stillgelegt, aber noch befahrbar. In Avontuur ermöglicht ein Gleisdreieck das Wenden der Lokomotiven.
[Bearbeiten] Geschichte
Zweigstrecke Gamtoos – Patensie | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
|
Gebaut wurde die Strecke zwischen 1899 und 1906, um das Obstanbaugebiet im Langkloof-Tal mit dem Hafen von Port Elisabeth zu verbinden. Da die Züge vor allem Äpfel transportierten, hat sich der Name Apple Express eingebürgert, unter dem auch heute noch Touristenzüge fahren. Im Hafen konnte das Obst direkt von den Schmalspurwagen auf die Schiffe verladen werden, so dass ein Nachteil von Schmalspurstrecken – die Notwendigkeit des Umladens auf Normalspur (bzw. in diesem Fall Kapspur) – bei dieser Strecke keine Rolle gespielt hat.
Seit den 1960er Jahren wurden die Züge von Lokomotiven der Klassen NG 15 und NGG 13/16 gezogen, bei denen es sich um die weltweit größten und leistungsfähigsten Dampflokomotiven für die 610-mm-Spur handelt. Ende der 1970er Jahre übernahmen Diesellokomotiven der Klasse 91 die schwereren Züge, und die Garratt-Lokomotiven der Klassen NGG 13 und 16 wurden größtenteils auf andere Strecken verlegt. Die NG 15 blieben jedoch ausnahmslos auf der Avontuur Railway, bis sie Ende der 1980er Jahre nach und nach aus dem Dienst genomen wurden.
Mitte der 1990er Jahre wurden die Obstzüge eingestellt und durch Lkw ersetzt, die meist direkt nach Kapstadt fuhren. Dies bedeutete die Einstellung des regelmäßigen Betriebs auf dem größten Teil der Strecke. Touristenzüge verkehren jedoch weiterhin zwischen Port Elisabeth und Thornhill oder Loerie, manchmal auch nur bis zur Van Stadens Brücke, selten auch noch weiter. Hierfür stehen je eine Dampflokomotive der Klassen NG 15 und NGG 16 zur Verfügung; wegen der Gefahr von Buschfeuern dürfen diese jedoch nur außerhalb der Trockenzeit eingesetzt werden. Güterzüge fahren (Stand 2006) nicht täglich, aber doch mehrmals pro Woche. Das wichtigste Ladegut ist jetzt Holz, das z.B. in Louterwater, Assegaaibos und Humansdorp verladen wird.
Seit 1980 findet – mit Unterbrechungen – jährlich das sogenannte „Great Train Race“ statt, bei dem zwischen Port Elizabeth und Loerie Gruppen von Sportlern gegen einen Dampfzug antreten. Die Strecke ist so gewählt, dass tatsächlich offen ist, ob der Zug oder die Läufer gewinnen. Die Spitzenlauf- bzw. Fahrzeiten liegen bei etwa 3:45 Stunden. Die mit den Dieselloks der Klasse 91 bespannten Güterzüge benötigen von Port Elizabeth bis Loerie etwa 3:30 Stunden.
Im September 2005 erreichte nach einer mehrtägigen Fahrt erstmals nach 10 Jahren wieder ein von einer Dampflokomotive gezogener Zug den Endbahnhof in Avontuur. Die als „Avontuur Adventurer“ bezeichnete Aktion war als publikumswirksame Werbung für eine Wiedereröffnung der gesamten Strecke gedacht. Tatsächlich gibt es Überlegungen in diese Richtung, und weil sich ein Betrieb nur für Touristen nicht lohnt, wird auch über eine Wiederaufnahme des Güterverkehrs oder sogar eines planmäßigen Personenverkehr nachgedacht.
An den Bahnhöfen der Strecke sind mehrere Dampflokomotiven als Denkmalloks aufgestellt: je eine NGG 13 in Patensie und Joubertina sowie eine NG 15 in Avontuur.
[Bearbeiten] Weblinks
- Offizielle Website des „Apple Express“ (englisch)
- Karte vom östlichen Teil der Strecke
- Bildergalerie (englisch)
- Bericht von einer Fahrt aus dem Jahr 1976 (englisch)
- Bericht vom „Avontuur Adventurer“ (englisch)