Bärlappsporen
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Bärlappsporen sind die Sporen mehrerer Bärlapp-Arten, besonders Lycopodium bisdepuratum. Andere Bezeichnungen sind Hexenmehl, Schlangenmoos, Waldstaub, Bärlappsamen, Alpenmehl, Erdschwefel, Blitzpulver, Hexenkraut, Drudenkraut, Teufelsklaue.
Bärlappsporen wurden bereits seit dem Mittelalter zum Erzeugen pyrotechnischer Effekte benutzt. Außerdem enthalten sie neben etwa 50% Öl auch wertvolle Proteine. Deshalb werden sie in einigen Ländern sogar gegessen. Heute findet das Pulver vor allem bei Feuerspuckern und zur Erzeugung von Explosions- und Feuereffekten im Show- und Filmbereich Verwendung.
Einen Effekt erreicht man dabei nur, indem man das Pulver zunächst fein zerstäubt und dann entzündet (sog. Mehlstaubexplosion). Auf alt hergebrachte Weise verwendet man hier einen Blasebalg oder einem Blasrohr zur Verwirbelung der Staubpartikel in der Luft. Außerdem werden Bärlappsporen (Bei Show- besonders bei Konzerteffekten) häufig auch durch eine Treibladung (meistens immer noch Schwarzpulver) durch ein Rohr (Mörser, auch bei anderen Pyrotechnischen Effekten) geschleudert und entzündet. So entstehen bis 10m hohe Stichflammen.
Im Mittelalter waren Bärlappsporen fester Bestandteil magischer Rituale und Zauber. Schon damals wusste man um die helle Stichflamme, die entsteht, wenn man Lycopodium in eine Feuerquelle wirft.
In ländlichen Gegenden wurden mittels Zündung von Bärlappkraut durch die entstehende Staubexplosion Essen und Schornsteine vom Ruß befreit. Der ungünstige Nebeneffekt war mitunter, dass bei Überdosierung auch der Schornstein beschädigt werden konnte. Unter Umständen brannte dadurch nicht nur der Ruß, sondern auch das Haus ab.
Die Temperatur der Flamme, die bei der Verbrennung der Sporen entsteht, kann als verhältnismäßig niedrig eingestuft werden.
Das Lycopodiumpulver, welches aus den Sporenkapseln des Bärlapps gewonnen wird, ist leicht, gelblich, geruch- und geschmacklos. Es hat die, vor allem bei der Verwendung zum Feuerspucken, positive Eigenschaft, Feuchtigkeit äußerst schlecht zu resorbieren. Dabei ist es gesundheitlich weitgehend unbedenklich. Asthmatikern und Allergiekranken wird vom Einatmen dennoch abgeraten.
Bis heute ist es nicht gelungen, ein Produkt mit vergleichbaren Eigenschaften synthetisch herzustellen.
Unter Verwendung reinen Sauerstoffs besteht erhöhte Explosionsgefahr.
Bärlappsporen werden auch im Restauratorenhandwerk verwendet, wozu die Sporen mit Kreide und Fischleim vermengt einen Spachtel ergeben. Die Sporen dienen hierbei als gewichtsarmes Füllmittel, das außerdem die elastischen Eigenschaften des Spachtels positiv beeinflusst.