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Christlich-deutsche Tischgesellschaft - Wikipedia

Christlich-deutsche Tischgesellschaft

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

[Bearbeiten] Deutsche Tischgesellschaft

Die deutsche Tischgesellschaft (später in der älteren Forschung auch christlich-deutsche Tischgesellschaft genannt) wurde am 18. Januar 1811 von dem Dichter Achim von Arnim und dem Staatstheoretiker Adam Heinrich Müller in Berlin gegründet und bestand mindestens bis 1834. Der Zusatz "christlich-" wurde verwendet, da bereits in den Gründungsstatuten bestimmt war, dass nur "Wohlanständige" einzuladen seien, die so definiert wurden: Die Gesellschaft versteht unter dieser Wohlanständigkeit, daß es ein Mann von Ehre und guten Sitten und in christlicher Religion geboren sei ... Es handelt sich also um eine Art Arierparagraph, mit dem rassistisch begründeten Ausschluss sogar getaufter Juden zielte die Tischgesellschaft auf eine deutliche Diskriminierung von Juden, denen zu dieser Zeit gerade die Staatsbürgerrechte zugestanden wurden, im gesellschaftlichen Leben.

Die Statuten geben eine recht genaue Auskunft über die Organisationsstruktur des Vereins: Es wurde offensichtlich Wert darauf gelegt, die Bestimmungen in freier Meinungsbildung und nach demokratischer Diskussion zu treffen. Eine Aufgabenverteilung für die Organisation des Versammlungsablaufs gab es zunächst nur bezüglich der Rolle ihres Leiters, des “Sprechers”, der auch das Protokoll zu führen hatte. Es waren Reden, aber auch schon ausdrücklich “Mitheilungen an Kunstsachen, Büchern und Gesängen” vorgesehen. Das gemeinsame Mahl stand deutlich im Zentrum der Treffen, so hatten etwa “Verhandlungen über die Gesetze [...] nach der Suppe” zu geschehen. Mit dem “Wirthe des Casino” wurde das Gasthaus, also ein öffentlicher Ort für die Versammlungen gewählt. Die Zulassungsbestimmungen waren einerseits sehr vage und andererseits entschieden restriktiv: “wer von zehn Mitgliedern als der Gesellschaft wohlanständig und angemessen eingeführt wird, ist dadurch ordentliches Mitglied. Die Gesellschaft versteht unter dieser Wohlanständigkeit, ...(s.o.)... unter dieser Angemessenheit, daß es kein Philister, als welche auf ewige Zeiten daraus verbannt sind”.

Bereits beim ersten Treffen zeichnete sich ein unerwartet großer Erfolg der Tischgesellschaft ab, denn die ursprüngliche Höchstzahl von fünfzig Mitgliedern musste in Sechzig abgeändert werden. Dies ist erstaunlich angesichts der großen Zahl von in Berlin schon existierenden geselligen Vereinigungen und auch hinsichtlich der hohen Kosten, die eine Teilnahme an der Tischgesellschaft mit sich brachte: ein Reichstaler allein für das Essen, dazu noch ein Groschen für den Boten, acht Groschen Strafgeld für Verspätung usw.

In seinem Gründungsjahr umfasste der Verein vor allem Mitglieder aus dem Umkreis der preußischen Reformer. Von den 86 bekannten Mitgliedern gehörten jeweils genau die Hälfte dem Adel und dem Bürgertum an. Es waren Mitglieder aller höheren Berufe vertreten, vor allem Beamte (37) und Militärs (19). Gutsherren und Hochadel waren wenig vertreten. Unter den Beamten stellten die Professoren der neu gegründeten Universität die stärkste Gruppe dar (12). Als Politiker sind unter anderem der Geheime Obersteuerrat Beuth und der Finanzrat Staegemann zu nennen, von den Militärs Clausewitz und Ernst von Pfuel, von den Hochschullehrern Friedrich Schleiermacher, Johann Gottlieb Fichte und Friedrich Karl von Savigny, von den Schriftstellern Arnim und Clemens Brentano, von den anderen Künstlern August Wilhelm Iffland, Johann Friedrich Reichardt und Karl Friedrich Schinkel. Im Vergleich mit anderen zu der Zeit in Berlin existierenenden Vereinen war die deutsche Tischgesellschaft exklusiver und zugleich offener. Eine Besonderheit war auch der hohe Anteil an Künstlern.

Antisemitismus und antifranzösischer Nationalismus waren gemeinsame Grundhaltungen. Der Patriotismus dieser Gruppe war dabei, wie durchgehend in der deutschen Romantik, von der Auseinandersetzung mit Kaiser Napoleon gekennzeichnet. Hinzu kam eine deutliche Hinwendung zum preußischen Königshaus. In den Reden bediente man sich häufig der preußischen Nationalmythen, insbesondere Friedrichs des Großen und der 1810 verstorbenen Königin Luise, deren Leben und Sterben zum Symbol der nationalen Wiedergeburt und der erhofften Befreiung von der napoleonischen Vorherrschaft erhoben wurde. Als bekannteste Tischreden sind Clemens Brentanos Philister-Rede und Achim von Arnims Über die Kennzeichen des Judentums zu nennen.

In diesen Reden gibt Arnim zunächst Vorurteile gegen Juden zustimmend wieder, die aus dem religiösen Judenhass des Mittelalters stammen. Sie hätten Ritualmorde begangen, Hostien geschändet und die Brunnen vergiftet. Er reichert diese religiösen Dinge an mit dem Vorwurf der Verschwörung und Verstellung, der wirtschaftlichen Ausplünderung anderer, der Vaterlandslosigkeit, der Schmutzigkeit. Schließlich seien die Kennzeichen eines Juden nicht nur innerlich begründet, sondern würden sich auch physisch offenbaren. Arnim behauptet Erbkrankheiten der Juden. Seine Lösungsvorschläge sind: man solle einen Juden zunächst im Mörser zerstoßen und zerreiben, ihn dann bis zum Durchglühn erhitzen. Die Untersuchung der Asche würde ergeben: 50 % Bosheit, 10 % eingeatmetes Silber (als Symbol für unrecht erworbenen Reichtum), 5 % verschluckte falsche Wechsel (gleiche Bedeutung), aber auch 4 % Christenblut, dieses sei heimlich durch sündliche Mischung gewonnen.[1] Ähnliche Reden hielt Johann Fichte.

Die Tischgesellschaft hat erst in der jüngeren Forschung eine Neubewertung erfahren, die ältere Literatur, vor allem die (Re-)Konstruktion Steigs, ist in ihren ungenauen und tendenziösen Darstellung überholt.

[Bearbeiten] Literatur

  • Jürgen Knaack: Achim von Arnim – Nicht nur Poet. Darmstadt 1976
  • Stefan Nienhaus: Geschichte der deutschen Tischgesellschaft. Tübingen 2003
  • Hannah Arendt Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft. Antisemitismus... München: Piper, 10. Aufl. 2005, S. 155ff.

[Bearbeiten] Quellen

  1. Prof. Wulf D. Hund: Rassismus im Kontext

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