Herz-Jesu-Kirche (München)
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Die katholische Pfarrkirche Herz Jesu in München-Neuhausen wurde in den Jahren 1997-2000 nach den Plänen des Münchner Architekturbüros Allmann Sattler Wappner neu errichtet, nachdem der aus dem Jahr 1951 stammende Vorgängerbau 1994 abgebrannt war. Der moderne Bau wurde schon bald zu einer der am häufigsten besuchten Kirchen in München.
Friedrich Kardinal Wetter weihte sie am 26. November 2000 wie die Vorgängerkirche dem [[Herz-Jesu-Verehrung|Herz Jesu]; die Segnung der Orgel und der Wandmalerei fand im Oktober 2004 statt.
Die Kirche ist kubisch mit einer blauen 14 Meter hohen gläsernen Frontseite und (halb-)transparenten Seiten. Innerhalb dieses Glaskastens befindet sich, unverbunden, ein weiterer, diesmal hölzerner Kubus, in den seitlich durch über 2.000 senkrecht stehende Holzlammellen je nach Sonnenstand unterschiedlich stark Licht einfällt, wobei die Helligkeit zum Altar hin kontinuierlich zunimmt. Gegenläufig dazu verhält sich die Transparenz der Fassade, die den Altarbereich vor Einblicken schützend dort gänzlich opak erscheint, während sie im Vorraum aus Klarglas besteht.
Die komplette Vorderseite lässt sich wie ein riesiges Tor vollständig öffnen, was aber nur an hohen Feiertagen geschieht, ansonsten betritt man die Kirche durch zwei kleinere „Schlupftüren“ im Hauptportal. Die Vorderseite besteht aus 24 mal 18 Quadraten, die wiederum aus kleinen Quadraten bestehen, auf denen sich Muster aus stilisierten weißen Nägeln befinden. Ein von Alexander Beleschenko eigens entwickelter Code aus in der Anordnung dieser Nägel (in Anlehnung an die Keilschrift) zitiert, in immer wiederkehrender Form, die Passionsgeschichte nach Johannes 18-20. Durch eine zweite Glasschicht, diesmal mit blauen Nägeln auf durchsichtigem Glas, erscheinen einige Teile der Fläche in einem dunkleren Blau, ein hellblaues Kreuz wird dadurch schemenhaft deutlich. Ein ähnliches Kreuz befindet sich im Altarraum. Es wird durch einen metallgewebten Vorhang gebildet (Tombak) der an einigen Stellen dichter gewebt ist. Je nach Lichteinfall erscheint das Kreuz mal heller, mal dunkler als die Umgebung, wodurch ein veränderlicher, lebendiger Eindruck entsteht.
Um den inneren Kubus herum führt ein Kreuzweg, die verschiedenen Stationen der Leiden Jesu werden durch Schwarz-Weiß-Photographien der entsprechenden Stationen auf der Via Dolorosa in Jerusalem illustriert. Der Boden im inneren Kubus fällt zum Altar hin ab, wodurch ein einladendes Gefühl der Geborgenheit erreicht wird. Dazu trägt auch das helle Holz der Innenstruktur bei. Die silberne Orgel hebt sich von dem schwarzen Hintergrund des Emporenkastens, der sich über dem Eingang des inneren Kubus befindet, ab. Durch das Einfassen der Orgel in einen eigenen Kasten sollte auch die Akustik verbessert werden.
[Bearbeiten] Literatur
- Nicolette Baumeister: Architektur neues München - Münchner Baukultur 1994 - 2004, S. 66, Verlagshaus Braun, Berlin 2004. ISBN 3-935455-50-X
[Bearbeiten] Weblinks
Koordinaten: 48.156255° N, 11.528704° O