Maiensäß
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
Das Maiensäss, Vorsäss (schweiz. Vordersäss) oder auch der Niederleger bezeichnet den Zwischenwohnsitz zwischen dem Heimbetrieb im Dorf und der Alp. Er wird im Frühsommer und Herbst (d.h. vor und nach der Alpzeit, der Viehsömmerung auf der Alp), zur Fütterung und Hütung des Viehs genutzt, welches sich auf den Weiden um das Haus aufhält. Während der Alpzeit werden die dortigen Wiesen gemäht.
Ende Maien verlegt die Bergbauernfamilie den Wohnsitz ins Maiensäss. Das Vieh wird nach und nach höhergelegenen Weiden zugeführt. Und vom Maiensäss aus versorgt. Der eigentliche Alpauftrieb findet Ende Juni statt. Die Familie teilt sich auf. Einer beteiligt sich am gemeinschaftlichen Alpbetrieb, der Rest teilt sich die Arbeiten rund ums Maiensäss und im Tal. War es ein guter Sommer so beteiligt man sich am Wildheuen. Mitte September erfolgt dann der Alpabtrieb zum Niederleger, ein besonderer Tag, nach einem langen Sommer ist nun die Familie wieder vereint. Mitte Oktober geht es ganz ins Tal.
Heute wird diese Wirtschaftsform nur noch selten ausgeübt und die Maiensässe verfallen ausser sie werden touristisch genutzt. Je nachdem wie viel Zeit im Maiensäss verbracht wurde findet man von der einfachen Holzhütte bis zum gemauerten Haus fast alles. Zuweilen entfiel die Wohnnutzung schon immer und das Maiensäss besteht nur aus Ställen und Heustadeln. Zwischen Alp und Tal können sich noch zusätzliche Stadel und Gaden befinden.
Maiensässe können sich auch unterhalb der ganzjahres Siedlungen in den als Allmende benutzten Flussauen befinden (Maienfeld GR).