Modifikation (Werkstoffe)
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Modifikation oder Polymorphie nach E. A. Mitscherlich in den Werkstoffwissenschaften und der Mineralogie bezeichnete Eigenschaften einiger chemischer Verbindungen in zwei oder mehreren Modifikationen zu kristallisieren. Unterschiedliche Gitterstrukturen können sich durch Einflüsse wie Druck und/oder Temperatur bilden. Als Beispiel seien hier zwei Modifikationen des Calciumcarbonats genannt:
[Bearbeiten] Anwendung
Das Wissen um die Modifikation wird in den Werkstoffwissenschaften dazu verwendet, Werkstoffe mit bestimmten Eigenschaften zu entwickeln. Praktisches Beispiel aus diesem Bereich sind Piezokristalle aus Bariumtitanat oder Bleizirkonattitanat. Durch Druck verändert sich bei diesen Materialien die Gitterstruktur, wodurch Spannung erzeugt wird. Umgekehrt kann bei manchen Materialien durch Anlegen einer Spannung die Gitterstruktur verändert werden. Piezokristalle finden Anwendung in Feuerzeugen als Zündfunkengeber oder als Ultraschallwandler in medizinischen und elektronischen Geräten.
[Bearbeiten] Begriffe
Bei zwei Modifikationen spricht man von Dimorphie, bei drei Modifikationen von Trimorphie. Tritt eine spiegelbildliche Modifikation auf, so wird sie als Enantiomorphie bezeichnet.
Bei Vorkommen ein und desselben Elements in verschiedenen Zustandsformen spricht man von Allotropie z.B. Kohlenstoff als Graphit sowie als Diamant.
[Bearbeiten] Siehe auch
Wiktionary: Polymorphie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |