Nienbrügge (Hamm)
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Nienbrügge hießen die Burg (Novus Pons) und eine Stadt nordwestlich des heutigen Innenstadt von Hamm. Sie wurden von Graf Arnold von Altena-Isenberg um 1200 an der Lippe errichtet.
Die Burg befand sich am Nordufer der Lippe (etwa nördlich des heutigen Hafens). Die Stadt befand sich südlich der Lippe und war mit der Burg über eine Brücke verbunden.
Im Jahre 1209 erbte Arnolds Sohn, Graf Friedrich von Altena-Isenberg, Nienbrügge. Um 1216 war Nienbrügge die Stammburg Friedrichs, ab 1217 die Burg Isenberg bei Hattingen. Nachdem Friedrich seinen Großvetter Engelbert I. von Berg, den Erzbischof von Köln, am 7. November 1225 bei Hagen erschlagen hatte, wurde über ihn auf dem Reichstag zu Frankfurt die Reichsacht verhängt. Die Burg Nienbrügge wurde noch im gleichen Jahr durch Graf Adolf I. von der Mark, ein Neffe Arnolds, der sich auf die Seite Kurkölns gestellt hatte, zerstört.
Den Bewohnern der Stadt Nienbrügge bot Adolf einen neuen Siedlungsplatz an der Stelle an, wo der Fluss Ahse in die Lippe mündet. Die Stadt Hamm wurde am Aschermittwoch, den 4. März 1226, gegründet. In den Schriften steht: Das die Lyppe und Aisse tho hoppe kommen, hat Greve Adolf ein Stadt getimmert und bevestiget, genannt Ton hamme, begunnen 1226 up Aschedag.
Die Bewohner bauten ihre Fachwerkhäuser ab und brachten sie zur neuen Siedlungsstelle. Auch die Trümmer der Burg wurden als Baumaterial verwendet. Die vermuteten Reste der Burg - eine Burggräfte - lassen sich in der Flur Steinwinkel im Bockum-Hövel, ein Stadtbezirk in Hamm, besichtigen.