Oswald Mathias Ungers
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Oswald Mathias Ungers, kurz: O.M.U., (* 12. Juli 1926 in Kaisersesch/Eifel) zählt zu den bekanntesten deutschen Architekten der Nachkriegszeit.
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[Bearbeiten] Leben
Oswald Mathias Ungers studierte von 1947 bis 1950 an der Technischen Hochschule Karlsruhe bei Egon Eiermann. Er betreibt Büros in Köln (seit 1950), Berlin (seit 1964), Frankfurt am Main (seit 1974) und Karlsruhe (seit 1983).
Ungers war Professor an der Technischen Universität Berlin, wo er 1965 bis 1967 Dekan an der Fakultät für Architektur war. 1967 wurde er Professor an der der Cornell Universität in Ithaca, New York und deren "Chairman of the Department of Architecture" von 1969 bis 1975 sowie an der Harvard University in Boston (1973), University of California (UCLA) in Los Angeles (1974-1975), Hochschule für angewandte Kunst in Wien (1979-1980), und der Kunstakademie Düsseldorf (1986-1990). Ungers ist Mitglied der Akademie der Künste zu Berlin.
Ungers Bauten zeichnen sich durch strenge geometrische Ordnungsraster aus. Grundlegende gestalterische Elemente seiner Architektur sind elementare Formen wie Quadrat, Kreis bzw. Kubus und Kugel, die Ungers in seinen Entwürfen variiert und transformiert. Dies wird auch in der Fassadengestaltung sichtbar. Er beruft sich in seiner Formensprache explizit auf elementare und vom jeweiligen Zeitgeschmack unabhängige Gestaltungsmittel der Architektur, wobei er sich auf historische Beispiele aus der Architektur bis hin zurück zur römisch-griechischen Klassik bezieht. Im Zusammenhang mit seiner Bebauung auf dem Messegelände Frankfurt wurde oft von der „neuen Klarheit“ gesprochen. Wie kaum ein anderer Architekt ist Ungers seiner klaren Formensprache über Jahrzehnte treu geblieben; er zählte zu den maßgeblichen Theoretikern der sogenannten Zweiten Moderne.
Oswald Mathias Ungers ist verheiratet mit Liselotte Gabler. Aus der Ehe gehen Sohn Simon Ungers und Töchter SIbYlle und Sophia hervor.
[Bearbeiten] Auszeichnungen
- 1971 Member of the American Institute of Architects (AIA)
- 1987 Großer BDA-Preise
- 1987 Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Berlin
- 1988 Ehrenmitgliedschaft des Bundes Deutscher Architekten (BDA)
- 1989 Prix Rhenan/Strasbourg
- 1992 Member of the Moscow Branch of the International Academy of Architects (IAA)
- 1997 Grosses Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
- 1999 Ehrendoktorwürde der TU Berlin
- 2000 Großer DAI Preis für Baukultur
- 2001 Goetheplakette der Stadt Frankfurt am Main
- 2003 Ehrenmitglied der Hochschule für bildende Künste Hamburg
- 2006 Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen
[Bearbeiten] Werke
- 1962–67 Wohnhochhaus im Märkischen Viertel, Berlin
- 1965-66 Wohnanlage am Asternweg in Köln-Seeberg
- 1979–83 Wohnanlage am Lützowplatz, Berlin (im Rahmen der IBA)
- 1979–84 Deutsches Architekturmuseum, Frankfurt am Main
- 1980–83 Galeria, Halle 9 und Messe-Torhaus auf dem Messegelände, Frankfurt am Main
- 1983-91 Badische Landesbibliothek, Karlsruhe
- 1986 Damaliges Hauptgebäude des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven
- 1989–96 Thermen am Viehmarkt in Trier.
- 1990-94 Bundesanwaltschaft, Karlsruhe
- 1993–95 Familiengericht, Berlin-Kreuzberg
- 1993–96 Friedrichstadt-Passagen (Quartier 205), Berlin
- 1993–99 Erweiterung der Messe Berlin
- 1994 Haus des deutschen Botschafters zu USA Botschaft in Washington, D.C.
- 1997 Erweiterungsbau Galerie der Gegenwart für die Hamburger Kunsthalle
- 1999 Neubau der Forschungsstelle Potsdam des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung
- 1998-2001 Dorotheenhöfe, Berlin
- 2001 Wallraf-Richartz-Museum, Köln
- 2006 Entrée-Situation zu den Kaiserthermen in Trier
[Bearbeiten] Werkschau
von 27. Oktober 2006 bis 7. Januar 2007 veranstaltet die Neue Nationalgalerie zu Berlin eine Werkschau mit dem Titel O. M. Ungers. Kosmos der Architektur. Dabei werden neben einer Auswahl seiner Projekte auch Beispiele aus seinen Sammlungen (Kunst, Bücher, Modelle) gezeigt.
[Bearbeiten] Publikationen
- Die Architekturzeitschrift archplus hat in Zusammenarbeit mit dem Ungers Archiv für Architekturwissenschaft (UAA) in der Ausgabe 179/Juli 2006 die legendären "Berliner Vorlesungen" aus den Jahren 1964-65 erstmalig veröffentlicht (Sonderausgabe zum 80. Geburtstag von Oswald Mathias Ungers, bearbeitet von Nikolaus Kuhnert, Anh-Linh Ngo, Stephan Becker, Martin Luce); Arch+-Verlag, Aachen 2006 ISBN 3-9314-3508-3 archplus 179
- Als ergänzende Werksammlung erschien archplus 181 Lernen von O.M. Ungers. Es ergibt einen zu den Vorlesungen komplementären Überblick über O.M. Ungers praktisch-schöpferische Lehrauffassung, die in unzähligen Projekten und vor allem in den berühmten „Veröffentlichungen zur Architektur“ ihren Ausdruck fanden.
[Bearbeiten] Projekte
- Umfeldbebauung des Hauptbahnhofs, Berlin
- Umbau des Pergamonmuseums auf der Museumsinsel, Berlin
[Bearbeiten] Literatur
Oswald Mathias Ungers. Architektur 1951-1990, mit einem Beitrag von Fritz Neumeyer, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1991, ISBN 3-421-03010-3
[Bearbeiten] Weblinks
Commons: Oswald Mathias Ungers – Bilder, Videos und/oder Audiodateien |
- Literatur von und über Oswald Mathias Ungers im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Webseite über Oswald Mathias Ungers bei archINFORM
- Homepage des Architekurbüros O.M. Ungers
- Biographie von O.M. Ungers
- „Im Kopf des Architekten“, Tagesspiegel, 27. Oktober 2006, „Baumeister und Sammler: Die Neue Nationalgalerie Berlin widmet Oswald Mathias Ungers eine große Werkschau.“
- Bauten
Personendaten | |
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NAME | Ungers, Oswald Mathias |
ALTERNATIVNAMEN | Ungers, O.M. |
KURZBESCHREIBUNG | deutscher Architekt |
GEBURTSDATUM | 12. Juli 1926 |
GEBURTSORT | Kaisersesch/Eifel |