Primitivwurzel
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Die Primitivwurzel ist ein Begriff aus dem mathematischen Teilgebiet Zahlentheorie. Eine Primitivwurzel zeichnet sich dadurch aus, dass jedes Element eines primen Restesystems als Potenz dieser Primitivwurzel dargestellt werden kann. Beispielsweise ist die 3 eine Primitivwurzel modulo 7, da gilt
Es lassen sich also alle Elemente der primen Restklassengruppe modulo 7 als Potenzen von 3 darstellen.
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[Bearbeiten] Die genaue mathematische Definition
In der Zahlentheorie heißt eine ganze Zahl a Primitivwurzel modulo m, wenn die Restklasse die prime Restklassengruppe
erzeugt. Dies bedeutet anders ausgedrückt, dass eine Zahl
genau dann eine Primitivwurzel modulo m ist, wenn gilt
.
Hierbei ist die Eulersche φ-Funktion und
die multiplikative Ordnung modulo m.
Ist a speziell eine Primitivwurzel einer Primzahl m, so bedeutet das, dass der Ausdruck atmod m für alle Werte aus
(in scheinbar zufälliger Reihenfolge) annimmt (für die Schreibweise "mod" siehe Modulo (Rest)).
Wenn modulo m Primitivwurzeln existieren, dann existieren genau modulo m inkongruente Primitivwurzeln. Jede dieser Primitivwurzeln ist modulo m kongruent zu einem Element der Menge:
wobei a eine beliebige Primitivwurzel modulo m ist.
[Bearbeiten] Beispiel
Sei zum Beispiel m = 7 eine Primzahl. Dann ist und
. Die Wertetabelle der diskreten Exponentiation der Zahlen 3 und 4 ist dann:
-
j 1 2 3 4 5 6 3jmod 7 3 2 6 4 5 1 4jmod 7 4 2 1 4 2 1
Es ist also und
. Damit ist 3 eine Primitivwurzel modulo 7, 4 hingegen nicht. In der Notation der Erzeuger ausgedrückt ist
und
.
Die folgende Tabelle zeigt die Primitivwurzeln der Primzahlen bis 29.
m | ![]() |
Primitivwurzeln modulo m |
2 | 1 | 1 |
3 | 1 | 2 |
5 | 2 | 2, 3 |
7 | 2 | 3, 5 |
11 | 4 | 2, 6, 7, 8 |
13 | 4 | 2, 6, 7, 11 |
17 | 8 | 3, 5, 6, 7, 10, 11, 12, 14 |
19 | 6 | 2, 3, 10, 13, 14, 15 |
23 | 10 | 5, 7, 10, 11, 14, 15, 17, 19, 20, 21 |
29 | 12 | 2, 3, 8, 10, 11, 14, 15, 18, 19, 21, 26, 27 |
[Bearbeiten] Existenz von Primitivwurzeln
Nach einem Satz von C. F. Gauß existieren genau dann Primitivwurzeln modulo m, wenn m gleich 1,2,4,pα,2pα mit einer ungeraden Primzahl p und einer natürlichen Zahl α ist.
[Bearbeiten] Anwendungsbeispiel
Die Primitivwurzeln fanden eine Anwendung im Diffie-Hellman-Schlüsselaustausch, einem 1976 veröffentlichten Verfahren der Kryptografie zum öffentlichen Schlüsselaustausch.
Es beruht auf der Tatsache, dass
- es einfach ist, zu einer gegebenen Primzahl m, Primitivwurzel a und ganzer Zahl i ein b auszurechnen mit b = aimod m , aber
- es aufwendig ist, für ein bekanntes b ein entsprechendes i zu finden.
Das zweite Problem wird auch als diskreter Logarithmus bezeichnet.