Sabine Marte
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Sabine Marte (* 1967 in Feldkirch) ist eine Videokünstlerin. Seit 1993 arbeitet Sie schwerpunktmäßig im Bereich Video, Videoperformance und Musik.
Ihre Arbeit mit Video und Videoperfomance zeichnet sich durch die sichtbare Reflexion des Mediums selbst aus. Die Kamera / das Video ist nicht bloß Trägerstoff oder Vermittler, sondern wird Mitagierende und Verstärkerin der Performance an sich. Sabine Marte steht mit ihrer Kunst an der Schnittstelle zwischen Bild, Sprache und Musik. In ihren Performances setzt sie Videosequenzen mit gesampeltem, sowie live performtem Sprach- und Musikmaterial zusammen und variiert die Bildabläufe jedesmal neu. Dabei entwickelt sie formal wie inhaltlich spezielle Techniken der Narration, in denen sich Sprache, Geste und Körper stets wechselseitig kommentieren, befragen und umwerten. In ihren live Performances greift sie – mittels eigens von Oliver Stotz programmierter Software – sogar live über die Tonebene in die filmischen Abläufe ein. Im dualen, geschlechterspezifischen System ergeben sich durch diese Art der brachialen Zusammenfügung divergierende narrative Bedeutungsebenen. In neuen Bildabfolgen und –verformungen erfolgt eine Zertrümmerung der ursprünglichen Sinnzusammenhänge, woraus neue Bedeutungen entstehen die als Erwiderung alltäglicher Dinge mit der Sprache des eigenen Körpers verstanden werden können, als “Verstricken in Bildern von Gesten und Situationen”, wie sie selbst es nennt. Die interdisziplinären Bandprojekte SV Damenkraft und Pendler sind wichtige Bestandteile ihres künstlerischen Spektrums. Die musikalischen Erfahrungen fließen zurück in die Performances, die Auftritte haben besonders im Projekt SV Damenkraft ebenso perfomativen Charakter. Die nicht ganz gewöhnliche Girl-Group arbeitet bei ihren Auftritten mit minimal-brachialem Tech-Elektro-Punk-Pop und explitzit sexualisierten Choreografien und Texten, die poetisch-aktivistisch anmuten, und über ihre wechselnden Stylings mit Typen- und Rollenbildern.
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[Bearbeiten] Ausbildung
- 1987-91: Grafik/ Design, Höhere Grafische BLVA
- 1991-92: Mkl. Prof. Beverly Piersol, Hochschule für Angewandte Kunst
- 1992-93: Abschlussprojekt der Mkl. Piersol mit Gertrude Moser-Wagner,Galerie ON, Polen, Hochschule für Angewandte Kunst
- 1990: Stipendium der Salzburger Sommerakademie (Leiko Ikemura)
- 1993: Progetto Civitella D'Agliano, Italien, Stipendium BKA Kunstsektion
- 1999: Atelierstipendium Chicago,BKA Kunstsektion
- 2006: Atelierstipendium Krumau / Tschechien, BKA Kunstsektion
[Bearbeiten] Preise
- Ivana Trump Award for Unstable Media, New York, 1995
[Bearbeiten] Ausstellungen / Kooperationen / Performances (Auswahl)
- 2007: “Faces and Names” – Unraufführung im Rahmen von ImageTanzfestival 2007, Live-Video-Performance, Konzept Jan Machacek (mit Peter Kozek, Jan Machacek, Gini Müller, Oliver Stotz, Alexander Wallner)
- 2006: Der Gottprotz / Die Schuldige – Rudimentäre Performance in Beige mit Tanja Witzmann u.a. im KosmosTheater Wien / Pendler – CD-Release “You come to me” / SV Damenkraft – Auftritte u.a. in Mexiko, Wien, Brünn
- 2005: SV Damenkraft, Bar Colmillo, Mexiko City, Factory Krems / About Empower, Performances und Vorträge zu Sexarbeit und Arbeitsmigration, Fotogalerie, Wien + Farang, Ausstellung und Performance, MACHFELD Studio, Wien (kuratiert von Gertrude Moser-Wagner) / Gras A/B, Videostück, Europ. Media Art - Osnabrück, 34. Int. Filmfetsival - Rotterdam
- 2004: 36:9, u.a. Kino Ebensee, Arena, Wien / Helen - performing sequences, mak on ear, MAK nite, Museum für Angewandte Kunst, Wien / Bukaka says - annother war is possible, Multimediaperformance, Arena, Wien, mit Volxtheaterkarawane / SV Damenkraft, Kunstnernes Hus, centre of contemporary art/ SKA, Oslo, Ladyfest WienAsiatopia / 6, Int. Performance Art Festival, Bangkok, Chiang Mai, Thailand / Stewardessenclip, Videostück gezeigt bei : Tampere 2004 - 34. Short Film Festival, Barcelona KBB Art Space, Paris Festival des Cinemas
- 2003: Mothers of Invention, Museum Moderner Kunst, Wien, mit SV Damenkraft / SV Damenkraft, Musikperformance, Generali Foundation, Wien / Öffentliche Angelegenheiten, Museum Moderner Kunst, Wien / Pfeile/ Raster/ Blüten, 3 Video - Musik - Performances, mit Oliver Stotz, Jan Machacek und Billy Roisz, Stadtwerkstatt, Linz
- 2002: Let's twist again, historische und zeitgenössische Positionen der Wiener Performance, Kunsthalle Exnergasse, Wien / 25 Handlungsanweisungen, Kunst in der Stadt, Bregenz / video edition austria, Kunsthalle Wien, Medienwerkstatt, Wien, Diagonale 2001, Graz, etc.
- 2001: Biennial Of Moving Images, Pandaemonium, London, UK / Schulterschuss. Lieder gegen rechts, Vekks, Wien (Volxtheater Favoriten) / ZeichnungsArten, "art bodensee", Dornbirn / cool girls,VIDEOEXperimental 2000, Zürich, CH (Katalog)
- 1999: 7. International Performance Conference, Kunsthaus Glarus, Glarus, CH / Time out, Galerientag Graz, Galerie I&AC, Graz
[Bearbeiten] Videografie
- 1993: Freier Fall 56sec / Eine Frau allein zuhaus 6 min. 46 sec. / Ragazzi con Juke-Box, 20 min. / in Zusammenarbeit mit Bernadette Dewald
- 1996: Ich Arbeite 18 min
- 1998: Me Thing - You Dog 19 min.
- 1999: Ich möchte gerne einmal einen Horrorfilm machen 13 min.
- 2000: Die Kunst ist eine Bärin und beisst wen sie will , (Video der "Kulturkarawane gegen rechts") / Sprung 2000, Musikvideo (in Zusammenarbeit mit Billy Roisz, Oliver Stotz und Klaus Filip) / me-ju, Musikvideo (in Zusammenarbeit mit Markus Marte), 6 min. 30 sec.
- 2003: stewardessenclip, 4 min.
- 2004: Gras A/B, 4 min.
[Bearbeiten] Videoperformance
- 2000: Videopoem, 10 min.
- 2001: yes- the rhythm - the rebel 30 min / "Die Lüge der Performance"(Oliver Stotz, Jan Machacek, Gini Müller, Christoph Pajer, Sabine Marte) / step behind the ropes- please! nr 1, Video-Live-Stück, 17 min./ 20 min, Markus Marte, Sabine Marte
- 2002: step behind the ropes, please! nr 2, 20 min.
- 2004: Helen - performing sequences, 30 min