Sauhund
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Ein Sauhund gehört zur Gruppe der Jagdhunde. Jagdhunde werden in Gruppen eingeteilt, zu denen auch die Vorstehhunde (deutsch, englisch und ungarisch), die Stöberhunde, die Schweißhunde, die Erdhunde und die Bracken gehören.
[Bearbeiten] Namensspezialisierung
Neben der Jagdhundgruppierung gibt es eine Reihe von Namen für Jagdhunde, die eine Spezialisierung erkennen lassen, die jedoch nicht rassebedingt ist, vergleiche Liste der Hunderassen. Unter diese Spezialisierung fällt der Sauhund. Weitere solche Bezeichnungen stehen z.B. für Wasserhunde oder Hühnerhunde.
[Bearbeiten] Verwendung
Sauhunde wurden bei der Wildschweinjagd verwendet. Während Frischlinge und Überläufer einfache Beute waren, stellte die Jagd auf einen ausgewachsenen Keiler eine Mutprobe dar. Eine verletzte Bache oder ein gereizter Keiler greifen auch den Menschen an und insbesondere die männlichen Tiere vermögen mit ihren langen Eckzähnen dem Menschen tödliche Verletzungen beizufügen. Es galt daher durchaus als königliche Mutprobe, sich nur mit der so genannten Saufeder - einem kurzen Speer - auf Wildschweinjagd zu begeben. Die erfolgreiche Jagd Karls des Großen auf einen Keiler wird dementsprechend auch in der St. Galler Handschrift Carolus Magnus et Papa Leo aus dem Jahre 799 gewürdigt.
[Bearbeiten] Der Sauhund in Geschichte und Kunst
Wie zahllose Gemälde und kunsthandwerkliche Arbeiten zeigen, war die Schweinehatz mit Pferd und Jagdhunden die übliche Jagdweise. Am württembergischen Fürstenhof wurden zu Anfang des 17. Jahrhunderts 900 große Jagdhunde gehalten, mit denen man auf Wildschweinjagd ging. Die wertvollen Hunde, die man auch als „Sauhunde“ oder „Saupacker“ bezeichnete, wurden gegen die Angriffe der Wildschweine mit breiten Halsbändern und mitunter sogar Panzerhemden geschützt. Aufgabe der Hunde war es, das Wildschwein so lange zu hetzen, bis es ermüdete und es dann an einem Ort festzuhalten, bis der Jäger es aus naher Entfernung tötete. Bei diesen Sauhatzen wurden oft Menschen, Pferde und Hunde durch angreifende Wildschweine schwer und mitunter tödlich verletzt.