Schwindung
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Nach dem Gießen verkleinern sich Werkstücke beim Abkühlen auf Grund der Volumenänderung bei der Kristallisation und der Wärmedehnung um einen bestimmten Prozentsatz ihres Volumens, eine Schwindung findet statt. Dieser Wert ist je nach Material verschieden.
So beträgt die Längsschwindung bei:
- Gusseisen: 1 %
- Aluminium: 1,25 %
- Messing, Bronze: 1,5 %
- Stahlguss: 2 %
- Kunststoff: stark abhängig von Kunststofftyp und Verarbeitungsbedingungen – daher können keine absoluten Werte angegeben werden. Die Schwindung von Kunststoffen ist jedoch meist wesentlich höher als die von Metallen. Zumindest bei Kunststoffen entsteht die Schwindung durch eine zunehmende Kristallisation, die eine lokale Dichterhöhung bewirkt. Das Fehlen des Volumens bei gleicher Gestalt wird dann als Schwindung bezeichnet.
Die Gussformen für die Werkstücke müssen je nach vergossenem Material um den Schwindungswert größer gebaut werden, damit man am Ende ein passgenaues Werkstück erhält. Im Formenbau werden dafür Messwerkzeuge verwendet, die den Schwundfaktor bereits berücksichtigen. So ist beispielsweise ein Metermaß im Formenbau einer Stahlgießerei 102 cm lang und ist in 100 cm-Teilchen (1000 mm-Teilchen) aufgeteilt.
Definition:
Schwindung = (Formteilmaß − Maß kaltes Werkstück) / Maß kaltes Werkstück * 100 %
vergleiche: Schrumpfung