Staumauer von Subiaco
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Die Staumauer von Subiaco bei Subiaco in Italien war eine von den Römern gebaute Staumauer, die im Jahr 1305 gebrochen ist. Die Überschwemmung zerstörte drei Seen und wahrscheinlich eine Villa des Kaisers Nero.
Die Staumauer wurde von den Römern bei Sublacus (Sublaqueum), heute Subiaco, in der römischen Provinz Latium in Mittelitalien am Fluss Aniene (lat. Anio) gebaut. Der Ort liegt etwa 75 km östlich von Rom. Die gerade Gewichtsstaumauer bestand aus Mauerwerk und stand auf etwa 410 m Meereshöhe.
Mit 40 Metern Höhe, 13,5 m Breite und 80 m Länge war sie eine der ersten Staumauern, die die Römer je gebaut haben. Sie blieb auch mit zwei anderen, kleineren ähnlichen Bauwerken in der Nähe die einzige in ganz Italien. Gebaut wurde sie unter dem Kaiser Claudius (41 - 54). Später versorgte der Stausee eine Villa des Kaisers Nero (54 - 68) und drei kleinere Vergnügungsseen mit Wasser.
Außerdem speiste sich der Aquädukt Anio Novus aus diesem Stausee. Nachdem frühere Quellen unterhalb des Sees sich als zu anfällig gegen Verunreinigungen bei starken Regenfällen erwiesen verlegte man den Einlaß dieser Wasserleitung dorthin, was sich als sehr effektiv erwies, da sich die Sedimente am Seegrund absetzten und zukünftig das Wasser klar blieb.
Die Staumauer wäre bis 1594 die größte Talsperre ihrer Zeit geblieben, als die 46 m hohe Tibi-Talsperre in Spanien gebaut wurde.
Im Jahr 1305 jedoch sollen zwei Mönche Steine aus der Mauer entfernt haben, weil sie den Wasserstand absenken wollten, angeblich weil das Wasser des Stausee zu weit auf ihren Feldern stand. Die Mauer hielt der Kraft des strömenden Wassers nicht stand, so dass sich offenbar die Bresche immer weiter vergrößerte, bis die Mauer schließlich zusammenbrach. Heute sind keine Spuren mehr von dem Bauwerk zu sehen.
[Bearbeiten] Literatur
- Norman Smith: The Roman Dams of Subiaco, Technology and Culture 11, S. 58-68, 1970
Siehe auch: Talsperren-Katastrophen