Wiener Stadthalle
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Die Wiener Stadthalle ist eine Veranstaltungshalle für Großveranstaltungen im 15. Wiener Gemeindebezirk Rudolfsheim-Fünfhaus. Sie ist über die Wien Holding im Eigentum der Gemeinde Wien.
Die Wiener Stadthalle wurde in den Jahren 1953 bis 1958 vom österreichischen Architekten Roland Rainer erbaut. Zur künstlerischen Ausgestaltung tragen unter anderem auch die Skulpturen von Wander Bertoni und Fritz Wotrubas bei. Die Haupthalle (Halle D) misst 100 x 100 m und hat ein Fassungsvermögen von 3.000 bis 16.000 Personen. Sie kann je nach Verwendungszweck variabel gestaltet werden. In ihr finden vor allem Sportveranstaltungen, wie die das Stadthallenturnier und die Eishockey-Weltmeisterschaft 2005, Kongresse und Konzerte statt.
Neben der Haupthalle gibt es unter anderem eine Ballspiel-, eine Eis- und eine Gymnastikhalle. In den Jahren 1972 bis 1974 wurde zusätzlich das Stadthallenbad, ebenfalls nach Plänen von Roland Rainer, errichtet.
Heute ist die Wiener Stadthalle die bedeutendste Veranstaltungsarena Österreichs. Beinahe jeder Weltstar ist zumindest einmal auf ihrer Bühne gestanden, so auch etwa Falco, Nat King Cole, Louis Armstrong, Frank Sinatra (1975, 1984 und 1989), Liza Minnelli, Sammy Davis junior, Bob Dylan (2003), U2, Santana, Kylie Minogue, Udo Jürgens, Britney Spears (2004), Sarah Brightman, die Rolling Stones (1965, 1967, 1970, 1973, 1976), der Illusionskünstler David Copperfield, Michael Jackson (1997), Robbie Williams (2001) Mariah Carey (2003), Christina Aguilera (2003, 2006), Shakira (30. u. 31. März 2003, 6. März 2007), Christina Stürmer, Rammstein (2005), Franz Ferdinand(2005) Pearl Jam, Mando Diao, Pink, Red Hot Chili Peppers (2006), Depeche Mode (2006) und viele andere.
Im Februar 2006 wurde die neue Halle F eröffnet, die für publikumsträchtige, aber zugleich intimere Konzert- und Musical-Erlebnisse zur Verfügung steht. In dieser Halle gastierten 2006 u. a. Reinhard Mey, Annett Louisan und Max Raabe, für 2007 ist u. a. ein Auftritt von Joan Baez vorgesehen.
Die jährlich in der Wiener Stadthalle abgehaltene BA-CA Tennis Trophy wurde mittlerweile zu einer sportlichen und gesellschaftlichen Institution.
Beachtenswert ist auch die besonders schön gestaltete und völlig neu renovierte VIP-Lounge, in deren Empfangsbereich sich der von Prof. Herbert Boeckl entworfene Gobelin "Die Welt und der Mensch" befindet, der im Jahr 1958 anlässlich der Weltausstellung in Brüssel präsentiert wurde.
Die Wiener Stadthallen-Gruppe wird in der Rechtsform einer G.m.b.H. geführt und verwaltet neben der Wiener Stadthalle noch 12 weitere Veranstaltungshallen und Entertainment-Einrichtungen im Großraum Wien, darunter beispielsweise das Ernst-Happel-Stadion, das Gerhard-Hanappi-Stadion, die Szene Wien, den Eisring Süd, die Kurhalle Oberlaa und das Stadionbad; damit ist die Stadthallen-Gruppe der größte Veranstaltungskonzern Europas und bringt der Stadt Wien eine jährliche Wertschöpfung von über 50 Millionen Euro. Ungefähr 2,5 Millionen Besucher kann die Stadthallen-Gruppe in all ihren Betrieben jedes Jahr verbuchen, ca. 1,2 Millionen entfallen davon auf die Stadthalle selbst.
Als Geschäftsführer der Wiener Stadthallen-Gruppe fungieren seit dem Jahr 1999 der frühere IBM-Manager und PR-Stratege Komm.-Rat Prof. Dr. Gerhard Feltl sowie der frühere Musikverlagschef Komm.-Rat Peter Gruber. Unter ihrem Management wurde eine durchgreifende Modernisierung und Sanierung des Stadthallenkomplexes in Angriff genommen; darüber hinaus wurde unter dem Stadthallenareal eine Tiefgarage mit ca. 750 Plätzen errichtet, um für die zahlreichen Großveranstaltungen ausreichend Parkplätze bieten zu können. Eine zusätzliche, hochmoderne Veranstaltungshalle (Halle F) mit 2.500 Plätzen wurde im Jänner 2006 eröffnet, um einen geeigneten Rahmen für Musical-Produktionen, Theateraufführungen und Firmenveranstaltungen zu schaffen.
[Bearbeiten] Geschichte
[Bearbeiten] Wiener Stadthalle als Filmproduktionsgesellschaft
1961 gründete die Stadt Wien die „Wiener Stadthalle Betriebs- und Produktionsgesellschaft“. Diese sollte die österreichische Filmproduktion ankurbeln. Einer erfolgreichen Erstproduktion - die Musikkomödie „Unsere tollen Tanten“ - folgten noch zahlreiche weitere Produktionen dieser Art wie der Eisrevuefilm „... und Du, mein Schatz, bleibst hier“ (1961), „Unsere tollen Nichten“ (1962, u. a. mit Gunther Philipp, Paul Hörbiger), „Unsere tollen Tanten in der Südsee“ (1963, u. a. mit Udo Jürgens, Gus Backus), „Rote Lippen soll man küssen“ (1963, u. a. mit Peter Weck, Johanna Matz), „Happy-End am Wörthersee“ (1964, u. a. mit Waltraut Haas, Rudolf Prack) oder auch dem Eisrevuefilm „Die große Kür“ mit dem aktuellen Star-Pärchen des Kunsteislaufes, den Deutschen Hans-Jürgen Bäumler und Marika Kilius.
Mit „Ruf der Wälder“ entstand 1965 zumindest eine Literaturverfilmung und „Das große Liebesspiel“ nach einem Drehbuch Herbert Reineckers verstand sich zumindest als moderne Version von Schnitzlers „Reigen“, war aber tatsächlich eine Sammlung von Skandalgeschichten in Illustrierten-Manier. 1963 versuchte man sich in einem Western-Film. „Der letzte Ritt nach Santa Cruz“ wurde auf den Kanarischen Inseln unter anderem mit Marianne Koch und Klaus Kinski gedreht, hatte aber kaum Erfolg. Die Kritik meinte daraufhin, dass nur die Amerikaner gute Western-Filme herstellen könnten. Doch nur wenig später entstanden mit großem Erfolg die Italo-Western. 1964 und 1967 versuchten sich andere Produktionsgesellschaften nochmals in Western-Produktionen: „Mein Freund Shorty“ von Rolf Olsen und „Frauen, die durch die Hölle gehen“ von Rudolf Zehetgruber.
Nachdem bis auf die erste Produktion alle Filme der Wiener Stadthalle nur geringen Erfolg hatten erfolgte im Jahr 1966 die letzte Produktion: „Der Kongreß amüsiert sich“. Insgesamt ließ sich die Stadt Wien die 25 Produktionen rund 100 Millionen Schilling kosten (rund 7,3 Millionen Euro, ohne Berücksichtigung der Inflation). Trotz des bescheidenen Erfolgs der Filme sowohl bei Publikum als auch bei Kritikern nahm die Stadt Wien im Gegensatz zum Bund die Aufgabe, den österreichischen Film anzukurbeln, zumindest wahr - wenn auch bei der Umsetzung auf künstlerisch anspruchsvolle Produktionen verzichtet wurde. Der damalige Aufsichtsratsvorsitzende Glaserer resümierte in einem Interview mit der Zeitschrift „Filmkunst“ (Nr. 47, S. 15): „Wenn wir mit den ‚Tollen Tanten‘ nicht solchen Erfolg gehabt hätten, dann wäre das ganze Geld nicht in den Eimer gegangen.“
[Bearbeiten] Weblinks
- Eintrag über Wiener Stadthalle im Österreich-Lexikon von aeiou
- www.stadthalle.com
Koordinaten: 48° 12′ 07″ N, 16° 19′ 58″ O