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Österreichische Festungswerke an der Grenze zu Italien - Wikipedia

Österreichische Festungswerke an der Grenze zu Italien

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die meisten der, im Süden der Donaumonarchie gelegenen österreichischen Festungswerke befanden (und befinden sich größtenteils noch heute) an der 1914 geltenden Staatsgrenze zu Italien. Nach dem Verlust großer Gebiete im 19. Jahrhundert, (Toskana, Venetien und der Lombardei), sah sich die k.u.k. Monarchie gezwungen, diese Grenze und somit auch den noch verbliebenen Rest italienischsprachigen Gebiets durch eine Kette von Sperranlagen zu sichern, da man Italien, mit dem man zwar ein Militärbündnis geschlossen hatte, ihm aber nichtsdestoweniger nicht traute. Obwohl die österreichische Militärverwaltung für ihre Sparsamkeit bekannt war, wurden doch im Laufe der Jahre eine große Anzahl von Verteidigungsbauten errichtet, was sich im Nachhinein als äußerst sinvolle Maßnahme erwiesen hat. Die meisten Werke waren zwar 1914 bereits veraltet und ließen an Kampfkraft sehr zu wünschen übrig. Durch die übervorsichtige Vorgehensweise Cadornas erfüllten sie aber dennoch ihren Zweck.

Es handelte sich um mehrere Bauperioden, angefangen 1838/1840 mit den Werken Nauders und Franzensfeste, bis hin zum Werk Valmorbia das bei Kriegsausbruch 1915 noch nicht fertiggestellt war.

Üblicherweise wurden in Österreich-Ungarn separierte Defensivbauten als Werk, Sperre oder Straßensperre, nicht jedoch als Fort bezeichnet.

Kaiserlich-königliches Wappen
Kaiserlich-königliches Wappen

Dies galt auch, wenn sie in einem Festungsgürtel platziert (Trient, Riva), jedoch nicht durch sogenannte Kommunikationen (Laufgraben, gedeckter Weg, Poterne) miteinander verbunden und nicht zur gegenseitigen Deckung durch Gewehrfeuer angelegt waren.

Die Verteidigungsabschnitte waren in zwei Rayons eingeteilt (Rayon I Tirol vom Ortler bis zum Monte Peralba mit den Subrayons I bis V und Rayon II Kärnten vom Monte Peralba bis zum Isonzo mit den Subrayons I bis IV)

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Anmerkung

Obwohl dieser Artikel unter der Kategorie „Festung in Italien“ eingestellt ist, wurden das „Fort Hermann“ und die Sperre „Flitscher Klause“ (die sich im heutigen Slowenien befinden) der Vollständigkeit halber mit aufgenommen. Gleiches gilt für die Sperre Nauders in Nordtirol.

[Bearbeiten] RAYON I

[Bearbeiten] Sperre Stilfserjoch

Der Sperrgürtel beginnt im Westen mit dem Werk Gomagoi zum Schutz der Straße vom Stilfserjoch in das Vinschgau und zum Reschenpass. (Subrayon I.)

In zweiter Linie liegt hier die Straßensperre Nauders – obwohl bereits hinter dem Reschen, (somit schon in Nordtirol) sperrt das wegen seiner geografischen Lage nahezu ungreifbare Werk Nauders doch das Inntal nach Norden und die Straße nach Landeck/Vorarlberg.

[Bearbeiten] Sperre Tonale

Im Süden der Ortlergruppe liegen östlich des Tonalepasses die Werke Strino, Tonale, Presanella und Zwischenwerk Mero im Subrayon II. Aufgabe der Werke war die Sperre der Tonalepaßstraße und der damit verbundene Schutz des Soltals (Val di Sole) und des Etschtals. Bei einem Durchbruch wäre hier die Festung Trient im Rücken zu fassen gewesen.

[Bearbeiten] Sperre Lardaro

In Judikarien, südlich der Adamello-Presanella Gruppe lag die Sperre Lardaro im Subrayon III mit den Werken Larino, Danzolino, Corno und Revegler direkt bei der Ortschaft Lardaro - südlich davon, bei der Ortschaft Rieve di Bono mit dem modernen Werk Carriola. Die Sperre Lardaro sicherte das Valli Cuidicarie (Judikarien) nach Norden sowie die Einmündung des Val Daone nach Osten. Damit wurde der Rücken der Festung Riva, als auch die Flanke von Trient gedeckt.

[Bearbeiten] Festung Riva

Im Subrayon III gelegen, dienten die Werke der Festung Riva der Sicherung der Wege durch das Ampolatal und das Ledrotal (Valle di Ledro) nach Trient und in das Etschtal. Riva verfügte über die folgenden Bauwerke:

  • Strandbatterie St.Nicolo
  • Werk Garda
  • Reduit
  • Stützpunkt Campedell
  • Mittelbatterie / Defensionsmauer
  • Werk Nago
  • Sperre Ponale
  • Strandbatterie Bellavista
  • Batterie Monte Brione (Mittel- u. Nord)

Vorgeschobene Werke:

  • Stützpunkt Tombio „A“ + „B“
  • Stützpunkt Rocchetta
  • Stützpunkt Pannone

[Bearbeiten] Festung Trient

Im Subrayon III

Nach Verlust der Lombardischen und Venetischen Festungen Mantua, Legnano, Verona und Peschiera - dem sog. Festungsviereck - im 19. Jahrhundert, gab es keinen Schutz mehr gegen einen Durchbruch durch das Etschtal in den Norden. Aus diesem Grunde musste Trient ausgebaut werden. Man errichtete eine Gürtelfestung - die Lage der Werke ermöglichte eine Rundumverteidigung - die gleichzeitig als befestigtes Lager mit einer Besatzung von bis zu 20000 Mann aller Waffengattungen dienen sollte.

Aus geografischer Sicht lag die Hauptbedrohung im Süden durch das Etschtal und im Südosten durch das Suganertal. Diese beiden Abschnitte waren stärker gesichert.

[Bearbeiten] Die wichtigsten Werke

  • Buco di Vela
  • Doss di Sponde
  • Candrai
  • Mandolin
  • Casara
  • Martignano
  • System Civezzano
  • Celva
  • Cimirlo
  • Roncogno
  • San Rocco
  • Brussa ferro
  • System Mattarello
  • Doss Fornas

[Bearbeiten] Außenwerke bei Caldonazzo und Levico im Val Sugana

  • Tenna
  • Colle delle benne
  • Busa Grande (als Feldbefestigung)

Dazu kommen noch dutzende kleinere Zwischenwerke, gepanzerte MG-Stände und betonierte Infanterie-Stützpunkte.

[Bearbeiten] Sperre Nontal

Sie bestand aus der großen Straßensperre Rochetta und sicherte nördlich von Welschmetz im Nontal - gelegentlich auch Nonstal genannt - (Val di Non) gegen das Val di Sole (falls hier ein Durchbruch über den Tonalepaß gelungen wäre.) Subrayon III

[Bearbeiten] Etsch-Arsa-Sperre

Sie bestand nur aus dem unfertigen Werk Valmorbia (auf italienischen Karten auch als „ex Forte Pozzacchio“ bezeichnet) im Arsatal (Vallarsa), das aber in nicht unerheblichem Maße in die Kampfhandlungen verwickelt war. Weitere Projekte (Werke Mattassone / Coni Zugna / Pasubio / Cornale und Vignola) kamen über die Planungsphase nicht hinaus. Subrayon III

[Bearbeiten] Riegel „Sieben Gemeinden“

Hatte die Aufgabe innerhalb des Subrayons III die Hochfläche der sieben Gemeinden (Sette Communi) und das Asticotal zu sichern und Angriffe gegen Trient, Rovereto und das obere Suganertal (Val Sugana) mit dem Caldonazzosee (Lago di Caldonazzo) abzuwehren.

Besteht aus sieben Werken bereits modernerer Bauart und ist aufgegliedert in die

[Bearbeiten] Gruppe Folgaria (Vielgereuth)

  • Werk Serrada (auch Dosso del Sommo)
  • Werk Sommo (auch Sommo alto)
  • Werk Sebastiano (auch San Sebastiano / ursprünglich Werk Cherle)

[Bearbeiten] Gruppe Lavarone (Lafraun)

  • Werk Gschwent (it. Forte Belvedere)
  • Werk Lusern (it. Campo di Luserna)
  • Werk Verle – gelegentlich auch Fort Rocca Alta genannt (it. Forte di Busa di Verle)
  • Posten Vezzena (it. Forte Vezzena)

[Bearbeiten] Rollepaßsperre

Die Werke Paneveggio, Dossaccio und Albuso lagen im Rayon IV und sperrten den Rollepaß, das Travognolotal und den Übergang vom Fassa- in das Fleimstal. Weiter hinten im Pellegrinotal befand sich noch die Sperre Moena, die aber zu weit zurücklag und nicht bekämpft wurde. Subrayon IV

[Bearbeiten] Sperre Buchensteintal

Im Rayon V bestand nur aus dem alten Werk la Corte und der Straßensperre Ruaz. Sie sperrten den Weg von Alleghe nach Canazei und den Passo Pordoi, sowie in das Corvaratal über den Passo de Campolongo. Unterhalb (südwestlich) des Col di Lana gelegen.Subrayon V

[Bearbeiten] Sperre Valparolapaß

Sperrwerk Tre Sassi (eigentlich Tra i Sassi) sperrte den Zugang zum Valle di St. Cassian und zum Abteital. Es liegt im Subayon V nördlich dem Sasso di Stria (Hexenstein), unterhalb des kleinen Lagazuoi (Piccolo Lagazuoi)

[Bearbeiten] Sperrgruppe Ampezzo

im Subrayon V bestand aus dem Werk Plätzwiese am Strudelkopfsattel unterhalb der Strudelkopfe (2308 m) zur Sicherung des Stollatals und, über den Strudelkopfe hinweg, des Landrotals - sowie dem Werk Landro im Landrotal, das hier die Sicherung der Straße von der (von den Österreichern aufgegebenen) Ortschaft Cortina d'Ampezzo nach Toblach und in das Pustertal zu übernehmen hatte. Subrayon V

[Bearbeiten] Sperre Sexten

Die beiden alten Werke Haideck und Mitterberg sicherten Sexten und gegen den Kreuzbergsattel. Subrayon V

[Bearbeiten] RAYON II

[Bearbeiten] Sperre Malborgeth

bestand nur aus dem Fort Hensel „A“ und „B“ bei der Ortschaft Malborghet im Kanaltal. Sperrte das Kanaltal mit der Straße von Pontafel nach Tarvis und Villach in Kärnten. Subrayon I.

Fort Hensel wird ausnahmsweise nicht als Werk, sondern als Fort bezeichnet, weil es nach einer Persönlichkeit und nicht wie üblich, nach einer Örtlichkeit benannt ist. Der Name steht für Hauptmann Friedrich Hensel, der 1809 hier im Kampf gegen Napoleon gefallen ist.

[Bearbeiten] Sperre Predilsattel

Im Seebachtal sperrten die Werke Paßsperre Predil / Batterie Predilsattel und Raibl (auch Seewerk Raibl, Werk Raiblsee oder Seebachtalsperre bei Raibl) den Zugang durch das Seebachtal und den Predilpaß nach Kärnten.

[Bearbeiten] Komplex Fort Hermann / Flitscher Klause

Zwillingswerke oberhalb von Flitsch verhinderten den Durchbruch aus dem Isonzotal über das Koritnicatal gegen den Predilpaß nach Kärnten und Krain.

Ebenfalls wird Fort Hermann nicht als Werk sondern als Fort bezeichnet. Der Name steht für den Hauptmann Johann Hermann, der 1809 im Kampf gegen Napoleon hier gefallen ist.

Nicht zum Sperrgürtel gehörend:

[Bearbeiten] Franzensfeste

Großes zweiteiliges Festungswerk im Eisacktal. (Gemeinde Franzensfeste / Fortezza) Sperrte die Brennerstraße nach Norden und war nie in Kampfhandlungen verwickelt.

[Bearbeiten] Literatur

  • E.A. Grestenberger: K.u.K. Befestigungen in Tirol und Kärnten 1860–1918. Verlag Österreich, Wien
  • Heinz von Liechem: Krieg in den Alpen. Athesia Verlag, Bozen
  • Wilhelm Nußstein: Militärgeschichtlicher Reiseführer. Mittler Verlag, Hamburg
  • Allmayer-Beck/Lessing: Die K.u.K. Armee 1848–1914 Bertelsmann Verlag, München

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