Absentismus
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Mit dem Begriff Absentismus wird die Gewohnheit bezeichnet, einer Verpflichtung oder Verabredung fernzubleiben. (lat absentia: Abwesenheit; siehe auch: Absenz). Es handelt sich um einen Sammelbegriff, der je nach Zusammenhang Verschiedenes bedeutet:
- In der Soziologie bezeichnet man mit Absentismus eine Form der Vermögensverwertung, bei der Firmen- oder Großgrundbesitzer sich nicht am Ort ihrer Betriebe aufhalten und stattdessen Verwalter mit der Wahrnehmung ihrer Geschäfte beauftragen, während sie selbst ihren Betrieb oder ihr Grundeigentum lediglich als Einkommensquelle betrachten. Relevant für historische Umwälzungen in wenig entwickelten Ländern mit einem noch relativ umfangreichen Bereich der Subsistenzwirtschaft wurde der Begriff im Zusammenhang anstehender Bodenreformen. Die Tendenz zum Absentismus erleichterte und beschleunigte Agrarrevolutionen.
- In der Arbeitspsychologie und Arbeitssoziologie spricht man von Absentismus, um damit Fehlzeiten zu bezeichnen, die auf Probleme im Privatleben, auf motivationale Ursachen oder gar auf planmäßiges Fernbleiben von der Arbeit, nicht aber auf tatsächlichen Krankenstand zurückzuführen sind. Es ist jedoch umstritten und gilt als schwer feststellbar, in welchem Umfang Krankmeldungen nicht auf tatsächlich bestehende Krankheit zurückzuführen sind.
[Bearbeiten] Literatur
- Paul-Gerhard Eckert-Schwegler "Absentismus: Der Mißbrauch der Entgeltfortzahlung als Folge motivationsbedingter Abwesenheitszeiten im Betrieb - Reduzierungsmaßnahmen des Arbeitgebers unter arbeitsrechtlichen Aspekten", Otto-Friedrich-Universität Bamberg, Diplomarbeit 1996
- Europäische Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen (Hrsg.): Die Verhinderung von Absentismus am Arbeitsplatz : Zusammenfassender Bericht einer Forschungsstudie. Luxemburg : Amt für Amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften, 1997. 42 S. ISBN 92-828-0337-6
- Rüdiger Piorr: Rückkehrgespräche - Chance für geringe Fehlzeiten bei gleichbleibender Arbeitsleistung? Bochum, Univ., Dissertation 2001, urn:nbn:de:hbz:294-3195
siehe auch: Fehlzeit, Mitarbeitergespräch