Androgyn
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Das Adjektiv Androgyn (gr. ανήρ = Mann, γυνή = Frau) bedeutet „weibliche und männliche Merkmale vereinigend“. Es wird oft Synonym zu „zwitterhaft“ verwendet, was aber biologisch nicht korrekt ist (siehe Zwitter).
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Medizin
In der Medizin ist Androgynie (häufig auch Androgynität) eine Bezeichnung für den männlichen Pseudohermaphroditismus.
[Bearbeiten] Psychologie
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In der Persönlichkeitspsychologie werden Männlichkeit (Instrumentalität) und Weiblichkeit (Expressivität) als voneinander unabhängige Persönlichkeitsdimensionen gesehen, die die psychosozialen Aspekte der Geschlechtlichkeit, die Geschlechtsrollenorientierung, beschreiben[4] Menschen, die hohe Werte auf beiden Skalen haben, also ein sowohl männliches als auch weibliches geschlechtsrollenbezogenes Selbstbild aufweisen, werden als Androgyne bezeichnet[3]oder[5]. Androgyne sind tendenziell psychisch gesünder, da ihnen eine größere Bandbreite an Verhaltensweisen zur adäquaten Lösung von Problemen bereitsteht[4][1][2].
[Bearbeiten] Allgemein
Umgangsprachlich werden Menschen, welche sich bewusst als nicht geschlechtlich zugeordnet darstellen oder anderen Menschen so erscheinen, als androgyn bezeichnet. Schwach ausgeprägte Sekundäre Geschlechtsmerkmale bzw. Sekundäre Geschlechtsmerkmale des anderen Geschlechts sind oft für diese Einschätzung verantwortlich; Kleidungswahl und Verhalten können jedoch auch als androgyn ausgelegt werden.
Insbesondere androgyne Männer sind in Teilen der Gothic-, der Visual Kei-, der ehemaligen New-Romantic- und der Emo-Szene weit verbreitet. Oft gelten sie sogar als Sexsymbol, wie zum Beispiel David Bowie, Marilyn Manson. Durch Musiker wie Bill Kaulitz wird Androgynität auch über diese Szenen hinaus bekannt. Weibliche Vertreter sind die Sängerin Grace Jones sowie die Schauspielerinnen Brigitte Lin und Jenette Goldstein.
In der Untersuchung Die physische Attraktivität androgyner Gesichter[6] wurden mit Hilfe von digitalen Bildbearbeitungsverfahren androgyne Bilder von Männern und Frauen erzeugt und Probanden vorgelegt. Je androgyner die Bilder waren, desto weniger attraktiv wurden sie beurteilt. Dafür fanden die Testpersonen sie „jünger, kindlicher, sympathischer und weiblicher“.
[Bearbeiten] Mythen
In vielen Schöpfungsmythen werden die menschlichen Wesen als androgyn beschrieben. In der persischen Mythologie lebte das erste Menschenpaar, Licht und Dunkelheit, im Garten Eden gemeinsam in einem Körper, bis Ahura Mazda sie trennte. Die griechischen Mythen erzählen eine ähnliche Geschichte: Prometheus formte den Menschen androgyn aus Lehm und Athene verlieh ihnen Leben. Göttervater Zeus trennte die ursprünglichen Kugelmenschen und entnahm dem weiblichen Körper ein Stück Lehm, welches er dem Manne ansetzte. So haben Frauen bis heute eine blutende Öffnung, Männer ein zusätzliches Stück Körper und beide fühlen sich zueinander hingezogen.
[Bearbeiten] Literatur
- Dorothee Bierhoff-Alfermann: Androgynie. Möglichkeiten und Grenzen der Geschlechterrolle. Opladen: Westdeutscher Verlag, 1989 ISBN 3531118617
- S. L. Bem: The measurement of psychological androgyny in Journal of Consulting and Clinical Psychology, 42, 155-162, 1974
[Bearbeiten] Siehe auch
Wiktionary: androgyn – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |
Heteronormativität - Heterosexismus - Pathologisierung - Queer Theory - Monözisch (einhäusig)
[Bearbeiten] Quellen
- ↑ a b ?
Spence, 1984? - ↑ a b ?
Hall & Taylor, 1985? - ↑ a b ?
Alfermann, 1996oder(?!)Bierhoff-Alfermann, 1989? - ↑ a b Bem, 1974
- ↑ Bierhoff-Alfermann, 1989
- ↑ Untersuchung über „Die physische Attraktivität androgyner Gesichter“ von Ansgar Feist, am Psychologisches Institut, Universität zu Köln (10. Mai 2006)