Bahnstrecke Gotha–Leinefelde
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Gotha–Leinefelde | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Die Eisenbahnstrecke Gotha–Leinefelde (KBS 604) ist eine Verbindung zwischen Gotha und Leinefelde in Thüringen. Sie wurde 1870 durch die Thüringische Eisenbahn-Gesellschaft eröffnet. Die Streckenlänge beträgt etwa 67,1 Kilometer. Alle zwei Stunden verkehren Regionalexpress-Züge der Baureihe 612 zwischen Göttingen und Chemnitz/Zwickau (Sachs) und zwischen diesem Takt ebenfalls zweistündlich Regio-Shuttle-Triebwagen der Erfurter Industriebahn. Die Fahrzeit liegt zwischen 42 und 68 Minuten pro Richtung.
Sie ist damit Teil der derzeit schnellsten Verbindung von Jena, Weimar und Erfurt nach Hannover.
[Bearbeiten] Geschichte
Bereits in den 1840er Jahren wurde über eine Eisenbahn von Hannover nach Bayern durch Thüringen nachgedacht. Als sich der Bau der Hannöverschen Südbahn Hannover–Göttingen (–Kassel, eröffnet 1854) und der Werrabahn Eisenach–Meiningen–Coburg (eröffnet 1859) abzeichnete, wurde eine Verbindung dieser Bahnen über Mühlhausen geplant. Von Göttingen bis Leinefelde sollte das provisorische Westende der Halle-Kasseler Eisenbahn mitbenutzt werden (Nordhausen–Leinefelde–Arenshausen–Friedland–Göttingen 1867 eröffnet). Jedoch konnten sich die beteiligten Staaten (Hannover, Preußen, Sachsen-Weimar und Sachsen-Coburg und Gotha) lange nicht auf eine Trassierung einigen, insbesondere war der südliche Endbahnhof (Eisenach, Gotha oder Erfurt) umstritten. Am Ende einigte man sich auf Gotha, 1868 konnte der Bau beginnen, 1870 wurde der Verkehr aufgenommen. Um an die Werrabahn anzuschließen, wurde die Strecke von Osten in den seit 1847 bestehenden Bahnhof Gotha (Thüringer Bahn) eingeführt. Dies führt dazu, dass die heute überwiegend auf Erfurt zielenden Züge in Gotha die Fahrtrichtung wechseln müssen. Die ursprünglich geplante Verlängerung von Gotha in Richtung Süden kam nicht zu Stande.
Jedoch blieb der Erfolg als große Nordsüdachse aus, auch wegen des umwegigen Anschlusses an die Werrabahn. 1876 wurde die spätere Nord-Süd-Strecke der Bundesbahn zwischen Friedland und Bebra eröffnet, die kürzer ist und mit höherer Last befahrbar war (Steigungen 1:80 gegenüber 1:50 auf der Werrabahn). Bereits 1884 wurde die Bahnlinie zwischen Arenshausen und Friedland wieder aufgegeben, so dass von Gotha nach Göttingen in Eichenberg die Fahrtrichtung gewechselt oder umgestiegen werden musste.
Auch die 1880 angeschlossene Kanonenbahn blieb zweitrangig; immerhin wurde hierfür der Abschnitt Leinefelde–Silberhausen-Trennungsbahnhof zweigleisig ausgebaut. Nach dem Versailler Vertrag wurde 1919/1920 die Kanonenbahn einschließlich des Abschnittes Leinefelde–Silberhausen-Trennungsbahnhof wieder eingleisig.
Bis 1945 diente die Bahn Gotha–Leinefelde hauptsächlich dem Regionalverkehr und dem Fernverkehr von Erfurt nach Hannover mit einzelnen D-Zügen. Während der DDR-Zeit bestand nur noch die Verbindung von Erfurt ins Eichsfeld, dabei wurde Bad Langensalza–Gotha zu Gunsten von Bad Langensalza–Kühnhausen und damit einer Direktverbindung nach Erfurt vernachlässigt.
Seit der Wiedervereinigung und der Wiedereröffnung der Bahnlinie zwischen Arenshausen und Eichenberg 1990 werden Fahrten nach Kassel angeboten, nach Fertigstellung der Eichenberger Kurve 1998 auch nach Göttingen. Nur von 1993 bis 1997 wurde Reiseverkehr auf der Gothaer Kurve angeboten, die Direktfahrten von Gotha Ost nach Erfurt unter Umfahrung des Hauptbahnhofes erlaubte.
Die Bahnstrecke Leinefelde–Gotha wurde vom Land Thüringen als „ÖPNV-Musterstrecke Nr.1“ für Neigetechnik bis 160 km/h ausgebaut.
[Bearbeiten] Literatur
- Günter Fromm: 120 Jahre Zweigbahn Gotha–Langensalza–Mühlhausen–Leinefelde. Hainich-Heimathefte, 1992, ISBN 3-929000-20-2.
- Kursbuchauszug 1944