Bangor and Aroostook Railroad
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Die Bangor and Aroostook Railroad (BAR, auch B&A) ist eine ehemalige Eisenbahngesellschaft in den USA. Sie wurde am 3. Februar 1891 gegründet und betrieb 873 Kilometer normalspurige Eisenbahnstrecken im US-Bundesstaat Maine. In Greenville Junction, Brownville Junction, St. Leonards, Presque Isle, Fort Fairfield und Houlton gab es Verbindungen zur Canadian Pacific Railway, in Northern Maine Junction und Oldtown zur Maine Central Railroad. Der Firmensitz lag in Bangor.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Die Gesellschaft wurde hauptsächlich gegründet, um den Nordosten des Bundesstaats Maine an das Eisenbahnnetz anzubinden, sowie die Anlagen der Bangor and Piscataquis Railroad (Strecke Greenville–Old Town) und der Bangor and Katahdin Iron Works Railway (Strecke Milo Junction–Katahdin Iron Works) zu verbinden und zu übernehmen. Der Bau begann in Brownville und bereits 1893 erreichte die Strecke Houlton. Die flache Landschaft stellte dabei ein deutlich geringeres Problem dar, als die strengen und schneereichen Winter.
Am Neujahrstag 1895 wurde der 250 Kilometer lange Abschnitt der Hauptstrecke von Brownville nach Caribou sowie die Stichstrecke nach Fort Fairfield (21 km) fertiggestellt. Der 70 Kilometer lange Abzweig von Ashland Junction nach Ashland ging genau ein Jahr später, am 1. Januar 1896, in Betrieb. Diese Strecke wurde später durch die Fish River Railroad nach Fort Kent verlängert, die im Juli 1903 durch die BAR aufgekauft wurde.
Die Bangor&Aroostook leaste am 27. November 1897 die Aroostook Northern Railroad, die eine Strecke von Caribou nach Limestone betrieb und kaufte sie am 1. Juli 1901 endgültig auf. Am gleichen Tag erwarb die BAR auch die Patten and Sherman Railroad. Am 7. Juli 1907 leaste die BAR die Northern Maine Seaport Railroad (NMSRR) (Strecke South La Grange–Searsport) und übernahm die Schoodic Stream Railroad (Strecke Schoodic Junction–East Millinocket).
Am 30. Dezember des gleichen Jahres ging die Abkürzungsstrecke South La Grange–Packards (45 km) in Betrieb. Nachdem die Hauptstrecke bereits am 16. November 1897 nach Van Buren verlängert worden war, konnte die restliche Strecke abschnittsweise wie folgt in Betrieb genommen werden:
18. Oktober 1909 | Van Buren–Grand Isle (25 km) |
6. Dezember 1909 | Fort Kent–St. Francis (27 km) |
28. November 1910 | Grand Isle–Fort Kent (45 km) |
Daneben wurden am 20. Juni 1910 die Verbindungsstrecken Squapan–Presque Isle sowie Mapleton–Stockholm (zus. 88 km) eröffnet. Um neben den Anschlüssen in Fort Fairfield und Houlton eine weitere Verbindung zum kanadischen Eisenbahnnetz zu erhalten, gründete die BAR am 30. Januar 1913 die Van Buren Bridge Company, die am 1. Mai 1915 die Eisenbahnbrücke von Van Buren ins kanadische St. Leonards eröffnete.
Im Geschäftsjahr 1909/10 besaß die BAR 93 Lokomotiven sowie 5576 Waggons (davon 5400 Güterwagen). Die vollständige Umstellung auf Diesellokomotiven war 1952 abgeschlossen. Der letzte Personenzug fuhr am 4. September 1961.
Seit 1969 besaß die Amoskeag Company die Aktienmehrheit an der Eisenbahn. 1995 wurde die Gesellschaft von der Iron Road Railways übernommen, die jedoch 2002 pleite ging. Am 9. Januar 2003 wurde die Konkursmasse durch Rail World Inc. erworben und als Montreal, Maine and Atlantic Railway neu aufgestellt. 2006 bestanden von der Hauptstrecke noch die Abschnitte Brownville–Houlton, Phair–Caribou und Van Buren–Fort Kent und daneben die Strecken Brownville–South La Grange–Searsport, Oakfield–Fort Kent, Squapan–Presque Isle sowie Van Buren–St. Leonards sowie die Stichstrecken nach Brownville Junction, East Millinocket, Limestone und Fort Fairfield. Die beiden letzten Strecken werden nicht mehr durch die ehemalige Hauptstrecke mit dem restlichen Netz verbunden, sondern über Squapan.
[Bearbeiten] Streckennetz
Für die Tabellen der von der BAR gebauten Eisenbahnstrecken, siehe Bangor and Aroostook Railroad/Strecken.
[Bearbeiten] Fahrzeugpark
[Bearbeiten] Dampflokomotiven
Die Bangor & Aroostook erwarb bei Betriebsbeginn die damals üblichen Dampflokomotiven mit der Achsfolge 2'B. Einige waren bereits über 20 Jahre alt. Bis zu Beginn des 20. Jahrhundert wurde dieser Typ beschafft, dazu noch diverse Lokomotiven der Bauarten 1'C, 2'C und C. 1907 erfolgte dann die Beschaffung von drei Lokomotiven der Bauart „Consolidation" (1'D). Diese Lokomotiven erfüllten die in sie gesetzten Erwartungen, sodass bis 1945 noch 24 weitere Loks diese Typs geordert wurden. Im Güterzug-Durchgangsverkehr wurden sie jedoch ab 1929 von 2'D1'-Loks von ALCO (Baureihe M) abgelöst. Die Loks dieser Baureihe waren sehr leicht konstruiert und unterboten sogar die ähnliche Konstruktion der USRA. 1945 wurden die letzten neuen Lokomotiven und ein Jahr später die letzten gebrauchten Loks gekauft.
Für den Personenverkehr waren vor allem Lokomotiven der Bauart 2'C im Einsatz. Ab 1927 kamen dann noch fünf „Pacifics" (2'C1') der Baureihe F dazu.
Der letzte reguläre mit einer Dampflok betriebene Zug fuhr am 22. Juli 1951.
[Bearbeiten] Diesellokomotiven
Im Juli 1946 wurde eine EMD F3 zu Probefahrten eingesetzt. Aufgrund des großen Einsparpotentials, dass dabei deutlich wurde, entschied man sich den Lokpark in relativer kurzer Zeit auf Diesellokomotiven umzustellen. 1949 war die Umstellung großteils abgeschlossen, nur für den erhöhten Bedarf im Winter wurden noch Dampfloks eingesetzt. Dieselloks, die im Sommer nicht benötigt wurden, vermietete man an die Pennsylvania Railroad.
Bei den ersten Fahrzeugen handelte es sich um Dieselloks der Typen EMD F3 und EMD BL2, später kamen dann noch die Typen EMD GP7, GP9 und GP38 dazu. Diese waren auch bis zum Kauf der Bangor & Aroostook durch die Iron Road Railways im Einsatz.
[Bearbeiten] Literatur
- Jerry Angier, Herb Cleaves: Bangor & Aroostook. Flying Yankee Enterprises, Littleton, MA 1986, ISBN 0-96155-743-5.
- George H. Drury: The Historical Guide to North American Railroads 2. Ed. Kalmbach Publishing Co., Waukesha, WI 2000, ISBN 0-89024-356-5