Chuck Schuldiner
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Charles „Chuck“ Schuldiner (* 13. Mai 1967 in Long Island, New York; † 13. Dezember 2001) war Gitarrist und für seine markante Stimme bekannter Sänger der Death-Metal-Band Death. In den 1980er Jahren spielte er noch in der kanadischen Band Slaughter. Zudem leitete er ein Projekt namens Control Denied, welches sich eher dem progressiven Power Metal zuwandte, trotzdem aber auch einige Death-metallische Anleihen hatte.
Er starb im Dezember 2001 nach monatelangem Kampf an Krebs. Eine Operation, die möglicherweise sein Leben hätte retten können, wurde ihm verweigert, da er keine Krankenversicherung hatte, und die Kosten selbst nicht aufbringen konnte. Auch ein Spendenaufruf seines Plattenlabels konnte die benötigte Summe nicht mehr aufbringen.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Biografie
Im Alter von 16 Jahren gründete der junge Charles im Jahre 1983 mit Schulfreunden (Rick Rozz - Gitarre, Barney Lee - Gesang, Schlagzeug) die Band MANTAS. 1984 wurde die erste Single "Emotional" und ein paar Monate später das Demotape „Death by Metal“ in der Garage von Chucks Mutter aufgenommen. Kurz darauf wurde das Projekt wieder geschlossen und Chuck schwebten neue Ideen vor, die er für ein neues Projekt, das er kurzerhand „Death“ nannte, verwenden wollte, in dem auch wieder die beiden Mantas Mitstreiter mitwirkten. Death nannte er seine Band deswegen, weil sein größerer Bruder in seiner Kindheit gestorben war. Chuck hatte für diese neue Band selbst den Gesang übernommen und bald wurde schon das nächste Demo „Reign of Terror“ eingespielt. 1985 folgten die Demos „Infernal Death“, „Rigor Mortis“ (nur ein Song) und „Back from the dead“. Nachdem „Rigor Mortis“ schon ohne Gitarrist Rick Rozz, der kurz zuvor die Band verlassen hatte, aufgenommen werden musste, stießen auch schon bald die beiden Musiker Matt Olivio (Gitarre) und Scott Carlson (Bass) der Band „Genocide“ (spätere Repulsion) hinzu, da auch Drummer Barney Lee beschloss die Band zu verlassen. Doch auch diese Besetzung hielt nicht lange und Chuck beschloss einen Abstecher nach San Francisco zu machen, wo er Schlagzeuger Eric Brecht kennenlernte und daraufhin wieder nach Florida zurückkehrte. Später nahm Chuck mit den Kanadiern „Slaughter“ den Song „Fuck of Dead“ auf und tat sich daraufhin mit dem Schlagzeuger Chris Reifert zusammen. Das sechste Demotape „Mutilation“ ließ Combat Records aufhorchen, die dem 19-jährigen Chuck ab sofort als Plattenlabel dienen sollten. Im Mai 1987 wurde dann über Combat Records das Debüt „Scream Bloody Gore“ veröffentlicht. Das zweite Album „Leprosy“ wurde kurze Zeit später veröffentlicht und es zeigte sich zur Freude vieler Fans wieder mit Rick Rozz an der Gitarre. Dieses Album war um einiges technischer als die Vorgänger, ohne jedoch die vorhergegangene Brutalität in der Musik vermissen zu lassen.
Der große Durchbruch stellte sich jedoch erst mit dem darauffolgenden Album „Spiritual Healing“ ein, welches nochmals technischer war und tolle Riffs sowie komplexere Gitarrensoli enthielt. Zu diesem Zeitpunkt stieß Lead Gitarrist James Murphy (später Obituary, Cancer und Testament) hinzu und Rick Rozz verließ wiederum die Band. „Spiritual Healing“ erregte auch durch seine lyrischen Aspekte einiges Aufsehen, denn es handelte von Perversitäten, die im Namen der Religion begangen werden und griff auch die Rücksichtslosigkeit und die willentliche Gefährdung von Neugeborenen auf, die manche Mütter durch Alkohol und andere Drogen in der Schwangerschaft begehen.
Dann folgte auf Relativity Records das Album „Human“ und gleichzeitig mit „Lack Of Comprehension“ das erste Video. Der Song handelt von Gefängnissen, die Inhaftierten in diesem Clip werden von den Bandmitgliedern gespielt. Dieser Track beginnt ziemlich soft, wer aber anschließend mit einer Ballade rechnet, wird von Drums überrumpelt. Eingespielt wurde dieses Album von den Cynic-Mitgliedern Sean Reinert (Drums), Paul Masvidal (Leadgitarre) und am Bass Steve DiGorgio (Sadus, später auch Testament und Iced Earth). Die Fans waren zu diesem Zeitpunkt sehr von Death überrascht, denn trotz des aufkommenden Black Metal Booms blieben Death ihrer Linie treu und veröffentlichten immer bessere Alben.
Anschließend wechselte das Line-Up wieder. An der Gitarre kam Andy LaRocque hinzu und für die Drums wurde Gene Hoglan angeheuert. Kurze Zeit später wurde mit diesem Line-Up das Album „Individual Thought Patterns“ eingespielt, von dem es dann auch eine Auskopplung, nämlich „The Philosopher“ als Videoclip gab.
1995 hatte der Metal eine Hochphase, aus der viele Firmen Profit schlagen wollten. In dieser Zeit nahmen Death (nun bei Roadrunner Records) das experimentellere Album „Symbolic“ auf, das der Band Erfolg bescherte Nach der „Symbolic“-Tour legte Chuck Death wegen Problemen mit Bandmitgliedern auf Eis und gründete Control Denied. Für den Gesang versuchte er, Warrel Dane von Nevermore anzuheuern, der jedoch ablehnte, sodass Chuck auf dem ersten Demo der Band die Vocals übernahm. Nach der Veröffentlichung schaffte er es jedoch, Tim Aymar (Psycho Scream) als Sänger zu gewinnen. Control Denied waren technischer und weniger „hart“ als Death. 1997 wurde das Album „A Moment Of Clarity“ aufgenommen, nach der Veröffentlichung des Albums löste Chuck die Band jedoch wieder auf und machte mit Death weiter. 1998 wurde dann bei Nuclear Blast das Album „The Sound of Perseverance" veröffentlicht, welches die technischen Aspekte von Control Denied mit der Brutalität von Death verband. Chuck hatte auf diesem Album einen wesentlich schärferen Gesangsstil als auf den Vorgängeralben. Zur neuen Besetzung gehörten z. B. Richard Christy, der durch Bands wie Acheron und Burning Inside bekannt wurde und mittlerweile auch bei Iced Earth spielt, und Shannon Hamm parat, der zuvor auch bei Control Denied gespielt hatte. Seit dieser Zeit hatte Chuck, bedingt durch einen Gehirntumor, eine schwere Krise durchzustehen, doch er gab noch immer Interviews und bekam viel Hilfe und Zuspruch von seinen Fans, was ihm wohl die Kraft gab, eine Operation durchzustehen.
Am 13. Dezember 2001 verstarb Chuck Schuldiner im Alter von 34 Jahren.
[Bearbeiten] Diskografie
[Bearbeiten] Mit Death
- 1987: Scream Bloody Gore (CD) - Combat
- 1988: Leprosy - Combat
- 1990: Spiritual Healing - Combat
- 1991: Human - Relativity
- 1992: Fate: The Best of Death (best of) - Relativity
- 1993: Individual Thought Patterns - Relativity
- 1995: Symbolic - Roadrunner Records
- 1998: The Sound of Perseverance - Nuclear Blast
- 2001: Live in L.A.: Death & Raw (live) - Nuclear Blast
- 2001: Live in Eindhoven (live) - Nuclear Blast
[Bearbeiten] Mit Control Denied
- 1999: The Fragile Art of Existence
[Bearbeiten] Mit Voodoo Cult
- 1994: Jesus Killing Machine
[Bearbeiten] Weblinks
Personendaten | |
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NAME | Schuldiner, Charles "Chuck" |
KURZBESCHREIBUNG | Gitarrist und für seine markante Stimme bekannter Sänger der Death-Metal-Band Death |
GEBURTSDATUM | 13. Mai 1967 |
GEBURTSORT | Long Island, New York |
STERBEDATUM | 13. Dezember 2001 |