Diskussion:Der abenteuerliche Simplicissimus
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[Bearbeiten] Fragen zu Titelkupfer und Titelblatt
Welche vier unwarheiten sind den nun im Titelblatt..weiss das einer ? Ich habe hier ein Arbeitsblatt zum Thema und da steht.... 1.Listen Sie die Einzelteile auf, aus denen die Titel-Emblemfigur sich zusammensetzt, und bringen SIe sie mit der Aussage der Subscriptio zusammen. 2.Welche vier Unwahrheiten sind im Titelblatt verstecke ? MFG Jonny 83.189.59.97
- Als der Hochlader des Bildes würde mich das auch mal interessieren. -- Simplicius ☺ 22:37, 21. Nov. 2006 (CET)
Hallo zusammen. Wie versprochen einige erste Ausführungen zum Titelkupfer (Frontispiz) des Simplicissimus; auf die Schnelle für Jonny, dem es wohl eilt. Der erste Absatz meiner Ausführungen stützt sich auf die im Artikel angegebene Taschenbuchausgabe des Deutschen Klassiker Verlags, Kommentar S. 794f. – hier stark verkürzt und ausgewählt:
- Das ganze Titelkupfer, vermutlich von Grimmelshausen selber entworfen, ist ein Emblem. Die allegorische Figur trägt den Kopf eines Satyrs, und verweist damit auf die satirische Funktion des Textes. Der gemischte Körper einer Chimäre stellt das Monsterhafte einer gottfernen Seele dar (dieser Vergleich kommt im verbreiteten Andachtsbuch Vier Bücher vom wahren Christentum, 1610, von Johann Arndt vor). Die ganze Figur als Mischwesen kann auch als Bild für den „zusammengesetzten“ Roman stehen.
Erste eigene Überlegungen: Im Text der Subscriptio werden alle vier Elemente erwähnt: Feuer, Wasser, Erde (Land) und Luft. Diese finden ihre Entsprechungen auch in der Pictura: Pferdehuf (auch für das Teuflische), Fuss eines Wasservogels/Fischschwanz sowie die Flügel des ebenfalls genannten Phoenix (Erde/Land sind in der Situation der Abbildung realisiert). Die herabgefallenen oder -gerissenen, zum Zertrampeln bestimmten Masken stehen vermutlich für das Unwahre, Falsche (vgl. „sich hinter einer Maske verstecken“, Zitate dazu s. Wikiquote:Maske). Der Degen gehört zu Simplex als Krieger. Das aufgeschlagene Buch, auf welches die Figur weist, enthält Zeichen, welche die Erlebnisse des Simplex illustrieren; bei diesem Buch handelt sich also um ein Symbol für den Roman selber. Zeigegestus und Blick der Figur Richtung Betrachter weisen einen belehrenden Charakter auf, das passt zu den letzten zwei Zeilen, nach denen „ſich der Leſer […] der Thorheit“ entferne, wenn er den Roman lese.
Mit Unwahrheiten des Titelblatts wird nun wohl aber nicht nach dem Titelkupfer/Frontispiz gefragt, sondern nach der Seite, die den Titel enthält (der vollständige Titel findet sich im Artikel unter „Originaltitel“). Unwahr daran sind: Der Name des Autors ist in zwei verschiedenen anagrammatischen Pseudonymen versteckt (vgl. dazu auch den Artikel Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen). Der Name des Druckers ist mit Johann Fillion falsch angegeben (in Wahrheit Wolff Eberhard Felßecker). Der Erscheinungsort des Drucks war nicht Monpelgart sondern Nürnberg. Das Erscheinungsjahr, angegeben mit 1669, war um ein Jahr zu hoch, d. h. vordatiert.
Hoffe, das geht auf? Mit Grüess, --Pradatsch (Diskussion) 01:18, 23. Nov. 2006 (CET)