Elisabeth von Österreich-Ungarn
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Elisabeth Amalie Eugenie auch Sisi bzw. Lisi genannt, (* 24. Dezember 1837 in München; † 10. September 1898 in Genf, ermordet) war durch Heirat ab 1854 Kaiserin von Österreich und ab 1867 Königin von Ungarn.
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[Bearbeiten] Herkunft
Elisabeth entstammt der Linie der Herzöge in Bayern und war die zweite Tochter des Herzogs Max Joseph in Bayern (1808-1888) und seiner Frau Prinzessin Ludovika Wilhelmine (1808-1892), Tochter des bayerischen Königs Maximilian I. und dessen zweiter Gemahlin Prinzessin Karoline Friederike Wilhelmine von Baden. Tauf- und Namenspatin war Elisabeths Tante, Königin Elisabeth Ludovika von Preußen (1801-1873), die neben Ihrer Schwiegermutter Erzherzogin Sophie eine Schwester ihrer Mutter Ludovika war.
Sie wuchs mit ihren Geschwistern im Herzog-Max-Palais in der Münchner Ludwigstraße auf, wo sie auch geboren wurde. In den Sommermonaten residierte die Familie in Possenhofen am Starnberger See, wo sie eine unbeschwerte Kindheit verbrachte. Ihre Eltern hatten keinerlei Verpflichtung am königlich-bayerischen Hof. Ihre Geschwister waren:
- Ludwig (Louis) Wilhelm (1831-1920)
- ∞ (morg.) 1857 Henriette Mendel, ab 1859 Freifrau von Wallersee
- ∞ (morg.) 1892-1913 Antonie Barth, 1892 von Bartholf
- Wilhelm (1832-1833)
- Helene (Néné) Karoline Therese (1834-1890) ∞ 1858 Erbprinz Maximilian Anton von Thurn und Taxis
- Karl Theodor (Gackel) (1839-1909)
- ∞ 1865 Prinzessin Sophie von Sachsen
- ∞ 1874 Infantin Marie José von Portugal-Braganza
- Marie Sophie Amalie (1841-1925) ∞ 1859 König Franz II. von Neapel-Sizilien
- Mathilde Ludovica (Spatz) (1843-1925) ∞ Ludwig (Luigi) Graf von Trani und Prinz von Neapel-Sizilien
- Sophie Charlotte Auguste (1847-1897 bei einem Brandunfall)
- 1867 Ver- und Entlobung König Ludwig II. von Bayern
- ∞ 1868 Herzog Ferdinand d'Alençon-Orléans a.d.H. Bourbon
- Maximilian Emanuel (Mapperl) (1849-1893) ∞ 1875 Prinzessin Amalie von Sachsen-Coburg und Gotha
[Bearbeiten] Verlobung in Ischl
Als Erzherzogin Sophie (1805-1872) es an der Zeit fand, dass ihr Sohn, Kaiser Franz Joseph von Österreich (1830-1916), heiraten sollte, begab sie sich auf die Brautsuche. Sie hatte ihn zunächst mit Prinzessin Maria Anna (1836-1918), der Nichte des preußischen Königs, dann mit der sächsischen Cousine, Prinzessin Maria Sidonie (1834-1864) verheiraten wollen, war aber im ersten Fall am Widerstand Berlins, im zweiten Fall an der ablehnenden Haltung Franz Josephs gescheitert. Daraufhin fasste Sophie eine Verbindung mit dem Haus Wittelsbach ins Auge. Sie und ihre Schwester, Herzogin Ludovika in Bayern, hatten Elisabeths älteste Schwester Helene (Néné) (1834-1890) zur Braut des jungen Monarchen bestimmt. Im Sommer 1853 sollten die beiden sich in Bad Ischl verloben.
Herzogin Ludovika reiste mit ihren beiden Töchtern, Helene und Elisabeth, nach Ischl und Franz Joseph machte den beiden Müttern einen Strich durch die Rechnung. Statt in Helene verliebte er sich in die 15-jährige bayrische Prinzessin Elisabeth. Zwei Tage nach ihrer ersten Begegnung stand die Verlobung fest.
[Bearbeiten] Kinder und Erziehung
Ein knappes Jahr nach der Hochzeit gebar die junge Kaiserin ein Mädchen, das nach Franz Josephs Mutter Sophie getauft wurde. Im nächsten Jahr schenkte sie ihrem Gatten die Tochter Gisela Louise Marie. Obwohl es Mädchen waren, die ja nicht auf ihre Aufgaben als künftiger Regent vorbereitet werden mussten, durfte Sisi die Kinder nicht in ihrer Obhut behalten. Sie habe sie zwar geboren, aber für die Erziehung sei sie jedoch zu jung, erklärte Sophie und entzog die Kinder dem Einfluss der Mutter. Wenn sie ihre Kinder sehen wollte, hatte sie ihre Schwiegermutter um Erlaubnis zu fragen. Sophie war während des Zusammentreffens Elisabeths und ihrer Töchter immer anwesend.
Erst auf einer gemeinsamen Reise, weit weg vom Einfluss Sophies, erreichte Elisabeth endlich, dass sich der Kaiser für seine Frau einsetzte und sie wieder mehr mit den Kindern zusammen sein konnte. Auf einer Reise durch Ungarn kam es zu einer persönlichen Tragödie für das Kaiserpaar: Beide Mädchen erkrankten an Durchfall und Fieber. Die zehn Monate alte Gisela war bald wieder auf den Beinen, die zweijährige Sophie Friederike Dorothea Maria Josepha jedoch starb nach einem langen Todeskampf (Typhus) in den Armen ihrer Mutter. Nicht genug des Leidens: Elisabeth wurde auch noch die Schuld am Tod ihres Kindes zugeschrieben.
Elisabeth brachte im Jahre 1858 den Kronprinzen Rudolf Franz Karl Joseph zur Welt. Von der Geburt erholte sie sich diesmal nur schwer und langsam. Auch dieses Kind musste sie der Schwiegermutter überlassen und durfte nie eine echte Mutter-Kind-Beziehung zu ihm aufbauen.
Ihr viertes und letztes Kind brachte Elisabeth 1868 in Ofen zur Welt. Das „ungarische Kind“ bekam den Namen Marie Valerie Mathilde Amalie. Die kleine Erzherzogin begleitete ihre Mutter oft auf ihren ausgedehnten Reisen, da sie das einzige Kind war, zu dem Sisi eine mütterliche Beziehung aufgebaut hatte. Um ihre beiden anderen Kinder indes kümmerte sie sich weiterhin wenig, auch auf deren Eheschließungen nahm sie kaum Einfluss.
[Bearbeiten] Die rastlose Kaiserin
1860 litt Elisabeth unter starkem Husten. Die Diagnose einer Lungenkrankenheit und die Empfehlung einer Kur auf Madeira nutzte sie zum Ausbruch aus dem Hofleben und zur ersten ihrer Auslandsreisen. Kaum jedoch in Wien zurück erlitt sie einen alarmierenden Rückfall. Die Ärzte vermuteten „Lungenschwindsucht“. Dieses Mal fuhr die Kaiserin nach Korfu im Ionischen Meer. Die Insel gefiel ihr sehr, und später baute sie ihr altgriechisches Traumschloss Achilleion dort.
Die „Flucht“ vor dem Wiener Hof 1860/61 war der Anfang einer Odyssee, die sie bis zu ihrem Tod fortführen sollte. Neben Europa bereiste sie Kleinasien und Nordafrika, ab 1867 besonders häufig Ungarn, ihre Lieblingsinsel Korfu und Großbritannien.
Als Elisabeth nach fast zweijähriger Abwesenheit an den Wiener Hof zurückkehrte, war eine tiefgreifende Verwandlung vor sich gegangen: Aus der schüchternen, blassen jungen Frau war eine selbstbewusste Monarchin geworden, die ihre Anmut durch Haltung in Szene setzte und Forderungen stellte. In dieser Zeit entstanden die berühmten Portraits von Franz Xaver Winterhalter. Das bekannteste ist zweifellos das Gemälde aus dem Jahr 1865, das Elisabeth in Hofgala mit Diamantsternen im Haar zeigt.
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Franz Joseph hatte sich längst an die Abwesenheit seiner Frau gewöhnt. Um seine Einsamkeit zu lindern, arrangierte die diplomatische Kaiserin 1885 die Bekanntschaft der Schauspielerin Katharina Schratt (1853-1940) für ihren Mann. Sie wurde fortan Ansprechpartnerin und Vertrauensperson des Kaisers. Diese seltsame Freundschaft wurde durch die Kaiserin vor jedem Skandal bewahrt und ausdrücklich gefördert. Kaiser Franz Joseph genoss jeden seltenen Besuch Elisabeths bei Hof und blieb ihr zeitlebens mit großzügiger Nachsicht ergeben. Während sie durch halb Europa reiste, entstand zwischen dem Kaiserpaar ein umfangreicher Briefwechsel, der teilweise erhalten ist. Seitens des Kaisers wird vor allem seine Sorge um Gesundheit und Sicherheit Elisabeths deutlich.
[Bearbeiten] Königin von Ungarn
Zu den wenigen politischen Aktivitäten der Kaiserin gehörte der Ausgleich mit Ungarn, den sie Anfang 1867 gegen den Willen ihrer Schwiegermutter und großen Teilen des Hofes energisch durchzusetzen wusste . Ungarn erhielt seine alte Verfassung zurück und am 8. Juni 1867 wurden Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth in der Matthiaskirche in Budapest zu König und Königin von Ungarn gekrönt.
Das dem Königspaar anlässlich der Krönung vom ungarischen Volk geschenkte Schloss Gödöllö wurde in den folgenden Jahren ein beliebter Zufluchtsort der Kaiserin.
[Bearbeiten] Reitsport
Elisabeth war von Jugend an eine ausgezeichnete und waghalsige Reiterin, die sämtliche Disziplinen vorbildlich im Damensattel beherrschte.
In Wien unternahm sie regelmäßig Dressurübungen in der Hofreitschule, in Ungarn folgten ausgedehnte schnelle Geländeritte und seit 1876 bereiste sie mehrmals England mit umfangreichem Gefolge und einer Auswahl ihrer besten Jagdpferde, um in Gesellschaft des damals berühmten Parforcereiters Bay Middleton an den englischen Fuchsjagden teilzunehmen.
Ab 1882 brach ihre Jagdleidenschaft plötzlich ab, Ärzte stellten bei der 44-jährigen Kaiserin Rheumatismus fest. Nach ihrer Karriere als Reiterin galt ihre Leidenschaft dem Fechtsport, dem Schwimmen und ausgiebigen gymnastischen Übungen.
[Bearbeiten] Elisabeths Gedichte
Gedichte spielten eine sehr wichtige Rolle in Elisabeths Leben. Sie verfasste ein poetisches Tagebuch und in schlechten Zeiten drückte sie ihre Gefühle in Gedichten aus. Dies empfahl ihr die rumänische Königin, Prinzessin Elisabeth Pauline Ottilie Luise zu Wied (1843-1916). Zu ihr, die selbst unter einem Pseudonym „Carmen Sylva“ dichtete, hielt die Kaiserin eine freundschaftliche Beziehung. Sie erklärte Elisabeth, Gedichte zu schreiben sei ein guter Blitzableiter.
Elisabeth verehrte den zu dieser Zeit bereits gestorbenen Dichter Heinrich Heine (1797-1856) und orientierte sich an seiner Art, Gedichte zu schreiben. Die Verehrung ging über die übliche Liebe eines Literaturfreundes weit hinaus. Sie kannte lange Passagen von Heine auswendig und beschäftigte sich auch intensiv mit dem Leben des Dichters. Mit dem 1856 in Paris gestorbenen Heine glaubte sie sich eng verbunden, fühlte sich als seine Jüngerin und glaubte, der Meister diktiere ihr die Verse in die Feder. Einmal erzählte sie sogar ihrer Tochter Marie-Valerie, Heine wäre ihr im Traum erschienen. Das Dichten wurde für Elisabeth mit der Zeit zur Therapie.
[Bearbeiten] Der Schönheitskult der Kaiserin
Männer und Frauen ihrer Zeit schwärmten von der märchenhaften Schönheit Elisabeths, waren aber noch mehr angezogen von ihrer Anmut, Ausstrahlung und der geheimnisvollen Aura, die die Kaiserin umgab. Elisabeth gilt als eine der schönsten Frauen ihrer Zeit und war sich dessen durchaus bewusst. Ihre Schönheitspflege nahm einen Großteil ihres Tagesablaufes ein. Besonders stolz war Elisabeth auf ihr dichtes Haar. Ihrer Zeit voraus verfolgte sie einen regelrechten Körperkult, trieb viel Sport und achtete sehr auf ihre Figur. Durch strenge Diäten und enge Korsetts brachte sie ihre Wespentaille (50 cm) in Form und wurde zu einer modischen Ikone.
Im Laufe der Jahre wuchs ihre Selbstsicherheit und sie wurde zunehmend als Schönheit wahrgenommen. Elisabeth pflegte eine Selbststilisierung, die in der Literatur als Schönheitkult beschrieben wird.
[Bearbeiten] Haar-Kult
Die Meisterin, die das kaiserliche Haar betreute, hieß Fanny Angerer und war Friseurin am Wiener Burgtheater. Dort waren der Kaiserin die phantasievollen Frisuren der Schauspielerinnen aufgefallen, und sie hatte die Friseurin dem Theater kurzerhand abgeworben. Fanny Angerer war auch die Schöpferin der „Kronenfrisur“, die in der Familie der Kaiserin unter ihren Schwestern und an anderen europäischen Höfen zahlreich kopiert wurde. In späteren Jahren ließ die Kaiserin sich die Haare vermutlich mit Indigo und einem Extrakt aus Nussschalen tönen.
[Bearbeiten] Diät-Wahn
Für das Essen verschwendete Kaiserin Elisabeth dagegen weniger Zeit. Orangendiät, Eidiät, Milchdiät, gesalzenes rohes Eiweiß, den Saft von Rindfleisch statt eines Mittagessen und hin und wieder ein kandiertes Veilchen – nichts blieb unversucht, um kein Gramm zuviel auf die Waage zu bringen. Ihr Gewicht wurde dreimal täglich kontrolliert und in einer Liste eingetragen. Auch der Umfang von Taille, Schenkel und Waden wurden genau gemessen. Bei einer Körpergröße von 172 cm durfte es 50 Kilogramm nicht überschreiten. Mit deren fortschreitendem Alter sprach es sich herum, dass auch eine kaiserliche Haut solchen Schönheitskult übelnahm. Die berühmte Schönheit der Kaiserin schwand und infolge der übertriebenen Fastenkuren traten Hungerödeme bei ihr auf. Um ihr entstelltes Gesicht zu verbergen und möglichst unerkannt zu bleiben, führte sie stets einen Lederfächer und einen Schirm mit sich.
Vorsicht mit dem Begriff Magersucht. Auch Elisabeths Schwestern waren groß und eher schlank. Sie mussten also nicht hungern, um ihre gute Figur zu behalten. In diesem Fall weisen aber die Art der Diäten und der übertriebene Einsatz von Sport auf eine anorexia nervosa hin.
[Bearbeiten] Turnübungen
Um ihre von Natur aus schlanke und hochgewachsene Figur zu erhalten und wegen ihrer inneren Unruhe unternahm sie täglich kilometerlange Gewaltmärsche im Eiltempo, bei denen ihre Hofdamen regelmäßig kaum mithalten konnten. Und es gab in jedem ihrer Domizile Turnzimmer mit verschiedenen Geräten, mit Ringen, Reck und Hantel.Es waren regelrechte Fitness-Studios!
[Bearbeiten] Schicksalsschläge
Die von vielen beneidete Kaiserin von Österreich konnte den Schicksalsschlägen nicht entgehen, die ihr Leben begleiteten:
- 1857 starb ihre Tochter Sophie (1855-1857) im Alter von nur zwei Jahren an Typhus.
- Ihre Schwester, Königin Marie von Neapel-Sizilien (1841-1925), verliebte sich in einen Offizier der päpstlichen Garde, Armand de Lavayss und wurde von ihm schwanger. Um einen Skandal zu vermeiden, reiste Marie in ein Augsburger Ursulinenkloster und brachte dort 1862 ihre Tochter zur Welt, die an die Familie des Vaters übergeben wurde.
- Auf Veranlassung des französischen Kaisers Napoléon III. (1808-1873), wurde ihr Schwager, Erzherzog Maximilian von Österreich (1832-1867), 1864 gegen den Widerstand des mexikanischen Volkes zum Kaiser von Mexiko ausgerufen. 1867 wurde er entmachtet, von einem Kriegsgericht abgeurteilt und am 19. Juni 1867 von antimonarchischen Aufständischen in Santiago de Querétaro standrechtlich erschossen.
- Dessen Frau, und somit ihre Schwägerin, Prinzessin Charlotte von Belgien (1840-1927) verfiel in Wahnsinn. Sie verbrachte den Rest ihres Lebens sehr zurückgezogen. Zuerst auf Schloss Miramare und dann auf Château de Bouchout in Meise, Belgien. Man sagt, sie habe bis zu ihrem Tod geglaubt, sie sei amtierende Kaiserin von Mexiko.
- Ihr Seelenfreund König Ludwig II. von Bayern (1845-1886), der Sohn ihres Cousins Maximilian II., wurde 1886 ebenfalls für geisteskrank erklärt und gefangengesetzt. Wenig später ertrank er unter bis heute ungeklärten Umständen im Starnberger See.
- Ihr Sohn Kronprinz Rudolf (1858-1889) litt unter starken Stimmungsschwankungen und war schwer erkrankt an Syphilis. Am 30. Januar 1889 nahm er sich in Schloss Mayerling durch einen Schuss in den Kopf das Leben. Zuvor erschoss er die siebzehnjährige Baronesse Marie (Mary) Vetsera. Die Todesanzeige am Tag darauf sprach offiziell von einem Herzschlag. Seit dem Tod ihres Sohnes trug die Kaiserin nun mehr schwarze Trauerkleidung. Sie quälte sich mit dem Gedanken, sie hätte die Tragödie von Mayerling irgendwie abwenden können. Elisabeth gab sich auch verstärkt spiritistischen Neigungen hin und meinte, in Kontakt zu stehen u.a. mit Achilles, Heinrich Heine und ihrem verstorbenen Verwandten Ludwig II..
- Ihre Schwester, Herzogin Sophie von Alencon (1847-1897), kam durch ein Feuer bei einem Wohltätigskeitsbasar auf der Pariser Weltausstellung ums Leben.
[Bearbeiten] Tod in Genf
Elisabeth kam am 9. September 1898 in Genf an, wo sie einer Einladung der Familie Rothschild nachkam.
Als sie am nächsten Tag auf dem Weg vom Hotel zum Schiff war, mit dem sie nach Caux weiterreisen wollte, stürzte der italienische Anarchist Luigi Lucheni sich auf sie und stieß ihr eine von ihm selbst zugespitzte Feile ins Herz. Der Einstich war so klein, dass er zunächst nicht bemerkt und für einen Faustschlag gehalten wurde. Die Kaiserin erhob sich wieder und ging an Bord des Schiffes. Erst dort brach sie zusammen und starb bald darauf im Hotel, in das sie zurückgebracht worden war.
Lucheni wollte nach eigener Aussage im Verhör ursprünglich den Prinzen Henri Philippe d´Orléans ermorden. Da dieser aber kurzfristig seine Reisepläne änderte und nicht in Genf eintraf, wählte Lucheni Elisabeth zum Opfer, von deren Anwesenheit er zufällig in der Zeitung gelesen hatte, in der sie unter dem Titel Gräfin von Hohenembs als Gast aufgeführt war.
Am 17. September fand die Beisetzung in der Wiener Kapuzinergruft statt. Elisabeths Sarkophag ruht heute neben denen von Franz Joseph und Rudolf.
[Bearbeiten] Elisabeth - Mythos und Wahrheit
[Bearbeiten] Sissi-Filme
In den frühen Filmen der 1920er und 1930er Jahre spielte Elisabeth meist die „Nebenrolle“ als Frau von Kaiser Franz Joseph oder als Mutter von Kronprinz Rudolf.
Erst mit Ernst Marischkas Stück „Sissi“ wurde das Leben der Kaiserin in den Mittelpunkt der Erzählung gestellt. Die erste filmische Adaption übernahm - ausgerechnet - Josef von Sternberg, der Regie bei dem Streifen The King Steps Out von 1936 führte. Die damals sehr populäre Opernsängerin Grace Moore spielte die Hauptrolle der Cissy. Der Streifen war leidlich erfolgreich, blieb jedoch bis zur legendären Trilogie aus den 1950er eher die Ausnahme in seiner Darstellung der jungen, lebenslustigen Kaiserin.
Jean Cocteau nahm sich der dunklen Seiten ihres Charakters in seinem Stück L'Aigle aux deux Têtes (dt. Der Doppeladler) an. Als Ende der 1940er Pläne zur Verfilmung anstanden, war Greta Garbo für die Hauptrolle vorgesehen. Die Produktion war schon relativ weit fortgeschritten, als am Ende das Geld ausging.
Im deutschsprachigen Raum ist das Bild der Kaiserin Elisabeth geprägt durch die Filme der Sissi-Trilogie mit Romy Schneider in der Hauptrolle. Ein Zusammenschnitt aller drei Filme wurde unter dem Titel Forever My Love 1962 in den englischsprachigen Verleih gebracht. Die Resonanz war insgesamt verhalten. Interessante Parallele am Rande: während das Österreich-Bild in der bundesdeutschen Öffentlichkeit unter anderen auch von den Sissi-Filmen geprägt war, prägte im Rest der Welt der Film The Sound of Music von 1965 die Wahrnehmung von Österreich als walzerselige Kulisse für romantische Liebesgeschichten.
1972 trat Romy Schneider noch einmal als Kaiserin Elisabeth im Film auf: Luchino Visconti zeigte in seinem Film Ludwig II. eine kapriziöse, distanzierte Elisabeth, die mit der „Sissi“ aus den 1950er Jahren nichts mehr gemein hatte.
Eine ungleich differenziertere Darstellung der Elisabeth lieferte 1955 die Schauspielerin Ruth Leuwerik in Helmut Käutners monumentaler Verfilmung des Lebens von Ludwig II. Leuwerik interpretierte die Kaiserin als verlorenen, einsamen Menschen und stellte die Einsamkeit der Kaiserin in den Mittelpunkt.
[Bearbeiten] Sisi-Museum in Wien
In der Wiener Hofburg wurde direkt neben den Kaiser-Appartements ein eigenes Sisi-Museum eingerichtet, das sich vor allem dem privaten Leben der Elisabeth widmet. Den Mittelpunkt der Ausstellung soll die private Frau zeigen - Kaiserin Elisabeth als Mutter, als Dichterin und als Reisende.
[Bearbeiten] Sisi-Museum in Possenhofen
In Possenhofen am Starnberger See, Bayern gibt es ein kleines Sisi-Museum, das in den Sommermonaten geöffnet ist. Schloss Possenhofen in dem Sisi aufgewachsen ist, befindet sich in Privatbesitz und kann nur von außen besichtigt werden.
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[Bearbeiten] Namensgebungen
In Österreich gibt es heute kaum eine Stadt, die nicht eine Straße oder einen Platz nach ihr benannt hat. Die Stadt Salzburg benannte 1901 sogar den Stadtteil Froschheim zu Ehren Kaiserin Elisabeths in Elisabeth-Vorstadt um. Auch im Münchner Stadtteil Schwabing nahe ihrer Geburtsstätte befinden sich die nach ihr benannten Elisabethstraße, Elisabethplatz und Elisabethmarkt. So heißt auch im Volksmund das größte Wiener Polizeigefängnis „Liesl“, da es sich am ehemaligen Elisabethkai im 9. Wiener Gemeindebezirk befindet (heute Rossauerlände).
In der ungarischen Hauptstadt Budapest sind nach ihr u.a. eine Donau-Brücke (Erzsébet híd), ein Platz (Erzsébet tér), ein Stadtteil (Erzsébet város), ein Aussichtsturm (Erzsébet-kilátó) und ein Abschnitt der Ringstrasse (Erzsébet körút) auf der Pester Seite benannt.
[Bearbeiten] Literatur
- Avril, Nicole: L'impèratrice. Paris, 1993
- Bestenreiner, Erika: Sisi und ihre Geschwiser. 2.Auflage, München, 2003. ISBN 3492240062
- Conte Corti, Egon Caesar: Elisabeth - Die seltsame Frau. ISBN 3222125643
- Christen, Marie Gabriele: Sissi - Ein Traum von Liebe ISBN 3426627701
- Daimler, Renate (Hrsg): „Frei sollen die Frauen sein…“. Gedanken der Kaiserin ELISABETH von ÖSTERREICH, Wien, 1998.
- Exner, Lisbeth: Elisabeth von Österreich. Reinbek 2004. ISBN 3-499-50638-6
- Flesch-Brunningen, Hans: Die letzten Habsburger in Augenzeugenberichten. Düsseldorf 1967.
- Größing, Sigrid-Maria: Sisi und ihre Familie. 1.Auflage, Wien, München, 2005. ISBN 3800038579
- Hamann, Brigitte: Elisabeth - Kaiserin wider Willen. ISBN 3492229905
- Hamann, Brigitte (Hrsg.): Kaiserin Elisabeth - Das poetische Tagebuch. ISBN 3700126816
- Matray, Maria/Krüger, Answald: Das Attentat. Der Tod der Kaiserin Elisabeth in Genf. Frankfurt a. Main/Berlin 1991. ISBN 3-548-34777-0
- Müller, Wolfgang: Wittelsbacher Schicksale. Ludwig II., Otto I. und Sisi, München, 2006. ISBN 3492244866
- Nostitz-Rieneck, Georg: Briefe Kaiser Franz Josephs an Kaiserin Elisabeth. Wien 1966.
- Praschl-Bichler, Gabriele: Die Habsburger in Bad Ischl
- Praschl-Bichler, Gabriele: Die Habsburger in Salzburg
- Praschl-Bichler, Gabriele: Kaiserin Elisabeths Fitneß- und Diätprogramm. Wien/München, 2002. ISBN 3850024741
- Praschl-Bichler, Gabriele: Kaiserin Elisabeth. Mythos und Wahrheit, Wien,1996. ISBN 3800036274
- Schad, Martha: Kaiserin Elisabeth und ihre Töchter. 1999, ISBN 3492228577
- Schad, Martha: Marie Valerie - Das Tagebuch der Lieblingstochter von Kaiserin Elisabeth
- Schad, Martha: Elisabeth von Österreich. 5.Aufl., München, 1998.ISBN 3423310790
- Schäfer, Martin: Sissi. Glanz und Tragik einer Kaiserin, 10. Auflage, München, 2003. ISBN 3453096754
- Schuster, Gaby: Sissi - Eine Prinzessin für den Kaiser
- Schuster, Gaby: Sissi - Im Dienst der Krone
- Schuster, Gaby: Sissi - Schicksal einer Kaiserin
- Seydel, Robert: Die Seitensprünge der Habsburger. Liebesrausch und Bettgeflüster einer Dynastie'
- Sokop, Brigitte: Jene Gräfin Larisch, Vertraute der Kaiserin, Verfemte nach Mayerling. Böhlau, Wien, Köln 1985, 4. Auflage 2006
- Stadtlaender, Chris: Sisi. Die geheimen Schönheitsrezepte der Kaiserin und des Hofes, Wien, 1995. ISBN 8860110351
- Strauß, Nadine: Unterwegs mit Sisi. Morstadt 2006. ISBN 3-88571-319-5 Neuerscheinung Oktober 2006
- Sztáray, Irma Gräfin: Aus den letzten Jahren der Kaiserin Elisabeth. Wien 2004.ISBN 3850029212
- Thiele, Johannes: Elisabeth - Das Buch ihres Lebens. 1996 (Neuauflage der Originalausgabe von 1909) ISBN 3-85002-518-7
- Weissensteiner, Friedrich: Liebeshimmel und Ehehöllen
- Unterreiner, Kathrin: Sisi. Mythos und Wahrheit, Wien, 2005. ISBN 3854983972
[Bearbeiten] Siehe auch
- Elisabeth - Musical über das Leben und den Tod der Kaiserin Elisabeth
- Liste der Adligen namens Elisabeth
- Stammbaum der Kaiserin Elisabeth von Österreich [1]
[Bearbeiten] Weblinks
Commons: Kaiserin Elisabeth von Österreich – Bilder, Videos und/oder Audiodateien |
Wikisource: Kaiserin Elisabeth – Quellentexte |
- FemBiographie
- Das Attentat im Spiegel der österreichisch-ungarischen Presse (Österreichische Nationalbibliothek
- Literatur von und über Elisabeth von Österreich-Ungarn im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Sisi Museum in der Wiener Hofburg
- Unterwegs mit Sisi - ein Reiseführer auf den Spuren der Kaiserin Elisabeth
- [2] - Hintergründe zum Leben der Kaiserin Elisabeth z.B. über ihre angeblich schlechten Zähne, ihre vermeintliche Magersucht, Verhältnis zur Erzherzogin Sophie etc.
- Biografie, Fotos, etc.
- [3]
- Elisabeth als Reiterin [4]
Personendaten | |
---|---|
NAME | Elisabeth |
ALTERNATIVNAMEN | Elisabeth Eugenie Amalie, Sisi/Lisi |
KURZBESCHREIBUNG | Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn |
GEBURTSDATUM | 24. Dezember 1837 |
GEBURTSORT | München |
STERBEDATUM | 10. September 1898 |
STERBEORT | Genf |