Fechtbuch
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Als Fechtbuch werden Manuskripte und gedruckte Bücher über die Techniken des Fechtens, des Schwertfechtens und allgemein der historischen Kampfkunst bezeichnet. Im europäischen Raum sind die Fechtbücher ab dem Mittelalter und dem späten Mittelalter zu finden, in der Zeit der Renaissance wurden Handbücher zum Thema Schwertfechten sogar in sehr hoher Auflage veröffentlicht. Ab dieser Zeit jedoch wird der Übergang vom Schwert zum Rapier deutlich.
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[Bearbeiten] Entwicklung
Das älteste bekannte Fechtbuch im deutschsprachigen Raum ist das so genannte i.33, welches wahrscheinlich um 1300 von einem Mönch verfasst wurde und thematisch den Kampf mit Schwert (Kurzschwert) und Schild (Buckler) darstellt. Das Fechtbuch ist bei der Rekonstruktion der historischen Schwertfechtkunst das wohl wichtigste Medium zum Verständnis dieser Kampfkunst. Heutzutage durch viele Vereine und Organisationen wieder in den Mittelpunkt der Betrachtungen gerückt, sind im Internet viele dieser Quellen zum Betrachten oder Download bereitgestellt.
[Bearbeiten] Inhalt
In erster Linie eine schriftliche Form der Lehre über die Handhabung eines Schwertes und zum Teil der Gebrauchs des Schildes dazu. Die meisten Fechtbücher beschreiben jedoch nicht nur Techniken des Schwertkampfes, sondern befassen sich auch mit dem Ringen, da es ein wichtiger Bestandteil des Trainings im Umgang mit der Klinge für den Nahkampf ist. Generell sind in den Fechtbüchern die Beschreibungen zur Nutzung von Schwert, Dussack, Dolch, Rapier, Schild und Stangenwaffen ( wie zum Beispiel Hellebarde) zu finden. Dabei wird dem Leser, ( oft nach einer theoretischen Abhandlung über die Teilung des Mannes und Teilung des Schwertes) vermittelt, wie die Garden (auch Huten genannt) und Hiebe zu benennen und zu gebrauchen sind. Zu dieser Lehre gehören allerdings auch untrennbar das Ringen für den Nahkampf, Beinarbeit und Zielübungen. All dies sind Grundvoraussetzungen für den Leser, bzw. Schüler.
Oftmals muss bei der Analyse der Fechtbücher jedoch von einem gewissen Grad an Verschlüsselung in den Texten selbst ausgegangen werden, was ein Verständnis der Schriften erschweren kann. Viele der Fechtbücher waren nur als Gedächtnisstütze für die Schüler gedacht und nicht als didaktisches Werk zum neuen Erlernen.
[Bearbeiten] Liste der bekanntesten Fechtbücher
- i.33 / „Towerfechtbuch“
Das wohl älteste bekannte Fechtbuch, welches sich hauptsächlich mit der Darstellung der Fechtkunst bezüglich Schwert und Buckler (Faustschild) befasst. Ansicht, Transkription und Übersetzung
- Johannes Liechtenauer (14. Jh.)
keine genauen Lebensdaten und keine eigene Handschrift überliefert, doch befasst sich ein gewisser Hanko Döbringer im sog. „Codex 3227a“ von um 1390 sehr ausführlich mit dem Meister Liechtenauer. Meister Liechtenauer gilt als der Begründer der Fechtkunst der deutschen Schule. Ansicht
- Hanko Döbringer (1390)
- Sigmund Ringeck (ca. 1440)
- Hans Talhoffer (mehrere Fechtbücher) Ansicht
Lebensdaten: nicht genau bestimmbar, wohl aber zwischen 1420 und 1490, Geburtsort unbekannt. - “Gothaer Codex”, 1443 (inspiriert von Meister Ott) Ansicht - „Ambraser Codex“, 1459 - „Gerichtliche und andere Zweikämpfe darstellend“, 1467 Ansicht
- Meister Ott Ringkunst
s.a. Talhoffer, Gothaer Kodex Fechtbuch: „Die ritterliche Kunst des langen Schwertes“
- Peter von Danzig (Fechtbuch, 1452)
- Johannes Lecküchner (1482)
Fechtbuch: „Das ist hern hansen Lecküchner von Nurenberg künst vnd zedel ym messer [...]“ Transkription
- Albrecht Dürer (um 1512)
- Hans Czynner (1538)
Fechtbuch: „Über die Fechtkunst und den Ringkampf“ dieses Werk ist (wie viele andere auch) geprägt von Liechtenauer und Meister Ott
- Fabian von Auerswald (1539)
Fechtbuch: „Ringer kunst:fünff und achtzig stücke“
- Joachim Meyer (1570)
Fechtbuch: „Gründtliche Beschreibung der freyen ritterlichen und Adelichen Kunst [...]“ Aufgeteilt in Schwert, Dussack, Rappier und Dolch, Ringen, sowie Stangenwaffen Ansicht
- Salvatore Fabris (20. April 1606, Kopenhagen)
geb. 1544 in Padua, † 1617 Padua, das Fechtbuch des Salvatore Fabris entstand im Auftrag des dänischen Königs Christian IV. und ist selbigen auch gewidmet. Fabris selbst gilt schon seiner Zeit als hervorragender Meister der Fechtkunst in Frankreich, Deutschland und Dänemark. Das Werk selbst wurde mehrmals (in mehreren Sprachen) aufgelegt, 1616 eine deutsche Auflage von Sebastian Heussler („New Kunstlich Fechtbuch [...], Nürnberg“). Ansicht
- Jakob Sutor von Baden (1612)
Fechtbuch: „Neu künstliches Fechtbuch [...]“ Vorrangig beinhaltet es Langes Schwert, Dussack, Rappier und Dolch Fechtbuch: „Handschrift 3227a“ Magische Rezepte und Alchemie vereinigen sich hier mit der Darstellung der Fechtkunst nach Johannes Liechtenauer Ansicht Fechtbuch Ansicht
- Anthon Friedrich Rahn (1739)
Fechtbuch: „Anfangsgründe der Fechtkunst“ sehr ausführliche Beschreibung der Fechtkunst mit dem Rappier / Degen, was einen Schwertfechter nicht davon abhalten sollte, einen Blick in diese Werk zu riskieren.
[Bearbeiten] Quellenauswahl
Wikisource: Fechtbuch des Sigmund Ringeck – Quellentexte |