Feiertage in Deutschland
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[Bearbeiten] Übersicht aller Feiertage
Hier werden gesetzliche Feiertage in Deutschland aufgelistet, sofern sie nicht zwangsläufig auf einen Sonntag fallen. Die Liste gilt, sofern in den Erläuterungen nicht anders angegeben, seit der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990. Davor galten für die DDR (der Ostteil Berlins sowie die heutigen Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen) andere Regelungen.
Feiertag | Datum | BW | BY | BE | BB | HB | HH | HE | MV | NI | NW | RP | SL | SN | ST | SH | TH |
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Neujahrstag | 1. Januar | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • |
Heilige Drei Könige | 6. Januar | • | • | • | |||||||||||||
Karfreitag | Ostersonntag − 2d | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • |
Ostermontag | Ostersonntag + 1d | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • |
Tag der Arbeit | 1. Mai | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • |
Christi Himmelfahrt | Ostersonntag + 39d | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • |
Pfingstmontag | Ostersonntag + 50d | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • |
Fronleichnam | Ostersonntag + 60d | • | • | • | • | • | • | 1) | 2) | ||||||||
Augsburger Friedensfest | 8. August | 3) | |||||||||||||||
Mariä Himmelfahrt | 15. August | 5) 7) | • | ||||||||||||||
Tag der Deutschen Einheit | 3. Oktober 6) | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • |
Reformationstag | 31. Oktober | • | • | • | • | • | |||||||||||
Allerheiligen | 1. November | • | • | • | • | • | |||||||||||
Buß- und Bettag 4) | Mittwoch vor dem 23. November | 7) | • | ||||||||||||||
1. Weihnachtstag | 25. Dezember | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • |
2. Weihnachtstag | 26. Dezember | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • | • |
Gesamtzahl 8) | 12 | 13 | 9 | 10 | 9 | 9 | 10 | 10 | 9 | 11 | 11 | 12 | 11 | 11 | 9 | 10 |
[Bearbeiten] Erläuterungen
• | bedeutet gesetzlicher Feiertag |
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1) | Fronleichnam ist kein gesetzlicher Feiertag außer in folgenden durch die Fronleichnamsverordnung bestimmten Gemeinden der Landkreise Bautzen und Kamenz: Bautzen (nur in den Ortsteilen Bolbritz und Salzenforst), Crostwitz, Göda (nur im Ortsteil Prischwitz), Großdubrau (nur im Ortsteil Sdier), Hoyerswerda (nur im Ortsteil Dörgenhausen), Königswartha (nicht im Ortsteil Wartha), Nebelschütz, Neschwitz (nur in den Ortsteilen Neschwitz und Saritsch), Panschwitz-Kuckau, Puschwitz, Räckelwitz, Radibor, Ralbitz-Rosenthal und Wittichenau. |
2) | Der Innenminister kann durch Rechtsverordnung für Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung Fronleichnam als gesetzlichen Feiertag festlegen. Bis zum Erlass dieser Rechtsverordnung gilt der Fronleichnamstag in denjenigen Teilen Thüringens, in denen er 1994 als gesetzlicher Feiertag begangen wurde, als solcher fort. In der Praxis betrifft dies nur den Landkreis Eichsfeld. |
3) | Das Augsburger Friedensfest ist nur im Stadtgebiet Augsburg (nicht jedoch im angrenzenden Umland) gesetzlicher Feiertag. Es handelt sich weltweit um den einzigen Feiertag, der auf eine Stadt begrenzt und trotzdem durch ein Staatsgesetz geschützt ist. |
4) | Der ehemals bundeseinheitlich begangene Buß- und Bettag ist seit 1995 nur noch in Sachsen ein arbeitsfreier Feiertag (dessen Kosten die Arbeitnehmer alleine tragen durch einen – im Vergleich zu anderen Bundesländern – höheren Anteil an den Beiträgen zur gesetzlichen Pflegeversicherung). Da er aber auch in allen anderen Bundesländern als wichtiger Feiertag der evangelischen Kirche gilt, steht er unter besonderem gesetzlichen Schutz und ein Arbeitgeber darf Arbeitnehmern für diesen Tag beantragte unbezahlte Freistellung nur in begründeten Ausnahmefällen verweigern. |
5) | Mariä Himmelfahrt wird in Bayern von den derzeit 1700 Gemeinden mit überwiegend katholischen Mitgliedern begangen. Die restlichen 356 Gemeinden begehen diesen Tag nicht als Feiertag. Gemäß Art. 1 Abs. 3 des Bayerischen Feiertagsgesetzes ist es Aufgabe des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung festzustellen, in welchen Gemeinden Mariä Himmelfahrt ein Feiertag ist. Die aktuelle Festlegung beruht auf dem Ergebnis einer Volkszählung vom 25. Mai 1987. |
6) | In den alten Bundesländern wurde bis 1990 der 17. Juni zum Gedenken an den Volksaufstand 1953 in der DDR als Tag der Deutschen Einheit begangen. Mit Inkrafttreten des Einigungsvertrages am 29. September 1990 wurde das Datum der Wiedervereinigung (3. Oktober) zum gesetzlichen Feiertag, gleichzeitig aber (aufgrund der Kurzfristigkeit) für 1990 Flexibilität vereinbart. |
7) | Gemäß Art 4. Abs. 3 des Bayerischen Feiertagsgesetzes entfällt im gesamten Bundesland zu Mariä Himmelfahrt und am Buß- und Bettag an Schulen aller Gattungen der Unterricht. |
8) | Bei Bundesländern, in denen nicht alle Feiertage überall gelten, wurde die Summe der am weitesten verbreiteten Kombination angegeben. Bayern: Mit Mariä Himmelfahrt, ohne Friedensfest; Sachsen und Thüringen: Ohne Fronleichnam. |
[Bearbeiten] Bewegliche Feiertage
Ein Feiertag heißt beweglich, wenn er nicht in jedem Jahr zum gleichen Datum stattfindet. Bewegliche Feiertage haben fast immer einen Bezug zum Kirchenjahr, ihr Datum hängt meist vom Osterdatum ab und hat einen fixen Tagesabstand zu diesem. Die folgende Tabelle zeigt alle beweglichen, gesetzlich anerkannten Feiertage in Deutschland. Es gibt weitere vom Ostersonntag abhängige Termine (z. B. Fastnacht, Gründonnerstag), die aber nirgendwo gesetzlich anerkannt sind und deshalb hier unberücksichtigt bleiben.
Name des Feiertages | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | Abstand zum Ostersonntag | bundeseinheitlich arbeitsfrei |
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Karfreitag | 14.04. | 06.04. | 21.03. | 10.04. | 02.04. | 22.04. | 06.04. | 29.03. | 18.04. | 03.04. | 25.03. | - 2 Tage | ja |
Ostermontag | 17.04. | 09.04. | 24.03. | 13.04. | 05.04. | 25.04. | 09.04. | 01.04. | 21.04. | 06.04. | 28.03. | + 1 Tag | ja |
Christi Himmelfahrt | 25.05. | 17.05. | 01.05. | 21.05. | 13.05. | 02.06. | 17.05. | 09.05. | 29.05. | 14.05. | 05.05. | + 39 Tage | ja |
Pfingstmontag | 05.06. | 28.05. | 12.05. | 01.06. | 24.05. | 13.06. | 28.05. | 20.05. | 09.06. | 25.05. | 16.05. | + 50 Tage | ja |
Fronleichnam | 15.06. | 07.06. | 22.05. | 11.06. | 03.06. | 23.06. | 07.06. | 30.05. | 19.06. | 04.06. | 26.05. | + 60 Tage | nein |
Buß- und Bettag | 22.11. | 21.11. | 19.11. | 18.11. | 17.11. | 16.11. | 21.11. | 20.11. | 19.11. | 18.11. | 16.11. | variabel1 | nein |
1 Das Datum des Buß- und Bettages ist definiert als "Der Mittwoch vor dem letzten Sonntag nach Trinitatis" (gleichbedeutend mit: "Der Mittwoch vor dem 23. November") und somit nicht abhängig vom Ostersonntag.
[Bearbeiten] Regionale Besonderheiten
[Bearbeiten] Stille Tage
Neben den Feiertagen schreiben die Feiertagsgesetze der einzelnen Bundesländer sogenannte "stille Tage" (in einigen Bundesländern auch als "stille Feiertage" bezeichnet) vor, an denen besondere Einschränkungen zu beachten sind, die jedoch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sind. Am bekanntesten ist wohl das Tanzverbot am Karfreitag, das in fast allen deutschen Bundesländern Gültigkeit besitzt. In Sachsen und Bayern fallen einige hohe Kirchentage, die nicht gesetzlich arbeitsfrei sind (z. B. Mariä Empfängnis) unter den Schutz der stillen Tage. Fast überall ist auch der 1994 abgeschaffte Buß- und Bettag derart geschützt und auch dem Volkstrauertag als staatlich angeordnetem Gedenktag kommt in allen Bundesländern eine über den regulären Sonntagsschutz hinausgehende Bedeutung zu. Manchmal ist nur die Zeit des Hauptgottesdienstes geschützt, manchmal der ganze Tag und manchmal nur der Nachmittag und der Abend. Genaueres muss im Einzellfall den Feiertagsgesetzen der Bundesländer entnommen werden, die im Abschnitt Weblinks abgerufen werden können.
Die wichtigsten und fast überall berücksichtigten stillen Tage sind:
- Aschermittwoch
- Gründonnerstag
- Karfreitag
- Karsamstag
- Allerheiligen
- Volkstrauertag
- Buß- und Bettag
- Totensonntag
- Heiliger Abend
[Bearbeiten] Andere regional begrenzte Festtage
An einer Reihe von Tagen finden in bestimmten Regionen festliche Ereignisse statt, zu denen eventuell die Arbeit ruht oder eingeschränkt ist. Da es sich dabei aber nicht um vom Gesetzgeber festgelegte Feiertage handelt, spricht man in diesem Fall auch von unechten Feiertagen oder Brauchtumstagen. Beispiele für solche Tage sind:
- Rosenmontag und Fastnacht (48 bzw. 47 Tage vor dem Ostersonntag)
- Frankfurter Wäldchestag (51 Tage nach dem Ostersonntag)
- Maimarktdienstag in Mannheim (zweiter Dienstag im Mai)
- Ulmer Schwörmontag (vorletzter Montag im Juli)
- Heiliger Abend und Silvester (24. und 31. Dezember)
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Weblinks
- Programm zum Ermitteln der Termine gesetzlicher und kirchlicher Feiertage
- Ermittlung der (kirchlichen) Feiertage und besonderen Termine eines Jahres (online)
- Texte der Feiertagsgesetze aller deutschen Bundesländer als PDF-Datei
- Tabelle der Termine der beweglichen Feiertage von 1700 bis 2199
- Gemeindeverzeichnis für Mariä Himmelfahrt in Bayern
- FronleichnamsVO für Sachsen mit Liste der Gemeinden, die Fronleichnam als gesetzlichen Feiertag begehen (PDF-Datei)
- Ferientermine in Deutschland
- Feiertage und Schulferien in Europa
- Kalender mit allen deutschen Feiertagen bis 2010 im iCal-Format