Flammarions Holzstich
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Flammarions Holzstich ist eine oft reproduzierte Darstellung eines Menschen, der am Rande der Welt den Kopf durch die Himmelsphäre steckt und die Mechanik des Universums erblickt.
Diese Darstellung wurde erstmals 1888 im Buch von Camille Flammarion über "die Atmosphäre" (L'atmosphère: météorologie populaire (Paris, 1888)) verwandt.
Es wird angenommen, dass Flammarion die Darstellung als Holzstich von einem unbekannten Graphiker anfertigen ließ.
[Bearbeiten] Wirkungsgeschichte
Die Abbildung wurde in der Folge irrtümlich als mittelalterlicher Holzschnitt angesehen, der das Weltbild am Ende des Mittelalters darstellt.
Im 19. Jahrhundert wurde die Vorstellung von einem "dunklen Mittelalter" herausgebildet, wonach die Bildung der Antike unter den Verwüstungen der Völkerwanderung sowie der dogmatischen Zensur der christlichen Kirche verschwunden sein soll.
So soll auch die antike Erkenntnis über die Kugelgestalt der Erde einem Bild der flachen Erde als Scheibe gewichen sein.
Diese Vorstellung von einer mittelalterlichen Flacherdelehre ist aber nicht historisch. Sie ist vielmehr erst nach dem Mittelalter entstanden. Dahinter stand das Bedürfnis der Neuzeit, sich polemisch von der vorhergehenden Zeit abzugrenzen.