Franziska van Almsick
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Franziska van Almsick (* 5. April 1978 in Berlin) ist eine ehemalige deutsche Schwimmerin und mehrfache Welt- und Europameisterin.
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[Bearbeiten] Leben
Franziska van Almsick, von Fans und Medien auch "Franzi" genannt, begann als Fünfjährige mit dem Schwimmen. Mit sieben Jahren wurde sie ins Ostberliner Schwimm-Trainingszentrum aufgenommen, wo sie die Jüngste war. Sie kam bald darauf in eine Kinder- und Jugendsportschule (KJS) der DDR, und bereits mit elf Jahren gewann sie bei der Kinder- und Jugendspartakiade neun Goldmedaillen. Nach Jugend-Wettkämpfen der DDR gewann sie bei Junioren-Europa- und Weltmeisterschaften. Seit 1989 trainierte van Almsick bei der SG Neukölln Berlin mit Cheftrainer Norbert Warnatzsch.
1992 errang sie ihren ersten Weltcup-Sieg über 100 m Freistil. Bei den Olympischen Sommerspielen in Barcelona gewann sie die Silbermedaille über 200 m Freistil, Silber mit der 4x100-m-Lagen-Staffel und Bronze über 100 m Freistil und der 4x100-m-Freistil-Staffel. Nach den Olympischen Spielen von Barcelona avancierte sie zum ersten gesamtdeutschen Sportstar nach der deutschen Wiedervereinigung und ihr Bekanntheitsgrad wurde vergleichbar mit dem von Popstars.
1992 schwamm sie Weltrekord in der Disziplin über 50 m Freistil. 1993 konnte sie beim Weltcup dreimal einen neuen Weltrekord aufstellen und wurde Weltcup-Gesamtsiegerin. 1993 bei den Europameisterschaften in England gewann sie sechs Goldmedaillen und wurde für ihre Leistungen zur "Welt-Sportlerin des Jahres" gewählt.
Dramatisch war ihr Auftritt bei den Schwimmweltmeisterschaften 1994. Auf ihrer Paradedisziplin 200 m Freistil konnte sie sich zunächst als Neunte im Halbfinale nicht für das Finale qualifizieren. Ihre Mannschaftskollegin Dagmar Hase, die sich qualifiziert hatte, trat daraufhin nicht im Finale an und ihr Platz wurde frei für van Almsick. Das Finale wurde dann zu einem Triumph für die Berlinerin und sie wurde Weltmeisterin, wobei sie gleichzeitig einen neuen Weltrekord aufstellte.
Bei den Olympischen Sommerspielen 1996 in Atlanta ging sie über 200 m Freistil als große Favoritin an den Start, gewann dann aber "nur" die Silbermedaille. Dies war der Beginn der verzweifelten Jagd nach einem Olympiasieg, der ihr bis zum Karriereende 2004 nicht gelingen sollte. Zur riesigen sportlichen Enttäuschung wurden für sie die Olympischen Sommerspiele 2000 in Sydney, von denen sie nach Deutschland zurückkehrte, ohne an einem Einzelfinale teilgenommen zu haben; immerhin reichte es für eine Staffel-Bronzemedaille. Wurde sie in den früheren Jahren von den deutschen Massenmedien noch in den Himmel gelobt, so fielen sie jetzt über sie her. Die Berliner Boulevard-Zeitung B.Z. nannte sie Franzi van Speck. Das Karriereende schien für sie nah.
Doch Franziska van Almsick schlug im Jahr 2002 spektakulär zurück: Bei den Schwimm-Europameisterschaften in ihrer Heimatstadt Berlin errang sie 5 Goldmedaillen, unter anderem den Europameistertitel über 200 m Freistil, wobei sie ihren eigenen Fabelweltrekord von 1994 nochmals verbesserte und erneut zur Favoritin für Athen 2004 avancierte. Für dieses Comeback wurde sie 2002 erneut zur Sportlerin des Jahres gewählt. Ihr damaliger Weltrekord hielt bis zur WM 2007 als die Italienerin Federica Pellegrini ihren Rekord bereits im Halbfinale um 17 Hundertstel.[1]
Die Olympischen Spiele 2004 sollten der Karrierefinal- und Höhepunkt für sie werden. Doch erneut gelang es ihr nicht, eine Goldmedaille zu gewinnen. Sie beendete ihre Karriere mit der 4x200-Meter-Freistilstaffel (mit neuem Europarekord) und der 4x100-Meter-Lagenstaffel und gewann jeweils die Bronzemedaille und erreichte Rang 5 über 200 m Freistil.
Bei den Schwimmweltmeisterschaften 2005 in Montreal arbeitete sie als Co-Kommentatorin für die ARD. Im Jahr 2006 kommentierte sie kurzzeitig für RTL die Formel 1. Franziska van Almsick war vier Jahre mit dem Handballer Stefan Kretzschmar liiert. Seit 2005 ist der Hockenheimer Unternehmer Jürgen B. Harder ihr Lebensgefährte. Am 7. Januar 2007 kam ihr erster gemeinsamer Sohn Don Hugo im Universitätsklinikum Heidelberg zur Welt.
Am 27. März 2007 verlor sie ihren Weltrekord über 200m Freistil an die Italienerin Federica Pellegrini.
[Bearbeiten] Erfolge
Wie man anhand der Aufführung unten erkennen kann, war Franziska van Almsick auf europäischer Ebene eine überragende Schwimmerin (18 x Gold), beim Kampf gegen die Weltelite waren ihre Erfolge jedoch spärlicher gesät (2 x Gold bei WM).
[Bearbeiten] Erfolge bei Olympischen Spielen
1992
- 2 x Silber: 200 m Freistil; 4 x 100 m Lagen
- 2 x Bronze: 100 m Freistil; 4 x 100 m Freistil
1996
- 2 x Silber: 200 m Freistil; 4 x 200 m Freistil
- 1 x Bronze: 4x100 m Freistil
2000
- 1 x Bronze: 4x200 m Freistil
2004
- 2 x Bronze: 4x200 m Freistil; 4x100 m Lagen
[Bearbeiten] Erfolge bei Weltmeisterschaften
1994
- 1 x Gold: 200 m Freistil
- 1 x Silber: 4x200 m Freistil
- 2 x Bronze: 100 m Freistil; 4x100 m Freistil
1998
- 1 x Gold: 4x200 m Freistil
- 1 x Silber: 4x100 m Freistil
[Bearbeiten] Erfolge bei Europameisterschaften
1993
- 6 x Gold: 50 m F; 100 m F; 200 m F; 4x100 m F; 4x200 m F; 4x100 m Lagen
- 1 x Silber: 100 m Schmetterling
1995
- 5 x Gold: 100 m F; 400 m F; 4x100 m F; 4x200 m F; 4x100 m Lagen
- 1 x Silber: 50 m Freistil
1999
- 2 x Gold: 4x100 m F; 4x200 m F
- 1 x Silber: 4x100 m Lagen
2002
- 5 x Gold: 100 m F; 200 m F; 4x100 m F; 4x200 m F; 4x100 m Lagen
[Bearbeiten] Auszeichnungen
- 1992 Bambi
- 1993 Sportlerin des Jahres in Deutschland, Europa (UEPS) und der Welt (AIPS)
- 1995 Sportlerin des Jahres in Deutschland
- 2002 Sportlerin des Jahres in Deutschland
- 2002 Bambi
- 2002 Maxim-Woman of the year (Sport)
[Bearbeiten] Weblinks
- Literatur von und über Franziska van Almsick im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Die offizielle Homepage
- FINA biographie
- Komplette Ewige Bestenliste Schwimmen
1987: Tamara Costache | 1989: Catherine Plewinski | 1991: Simone Osygus | 1993: Franziska van Almsick | 1995: Linda Olofsson | 1997: Natalia Mersheryakowa | 1999: Inge de Bruijn | 2000: Therese Alshammar | 2002: Therese Alshammar | 2004: Therese Alshammar | 2006: Britta Steffen
1927: Marie Vierdag | 1931: Yvonne Godard | 1934: Willy den Ouden | 1938: Ragnhild Hveger | 1947: Fritzie Nathansen | 1950: Irma Schumacher | 1954: Katalin Szőke | 1958: Kate Jobson | 1962: Heidi Pechstein | 1966: Martina Grunert | 1970: Gabriele Wetzko | 1974: Kornelia Ender | 1977: Barbara Krause | 1981: Caren Metschuck | 1983: Birgit Meineke | 1985: Heike Friedrich | 1987: Kristin Otto | 1989: Katrin Meißner | 1991: Catherine Plewinski | 1993: Franziska van Almsick | 1995: Sandra Völker | 1997: Franziska van Almsick | 1999: Sue Rolph | 2000: Therese Alshammar | 2002: Franziska van Almsick | 2004: Malia Metella | 2006: Britta Steffen
1970: Gabriele Wetzko | 1974: Kornelia Ender | 1977: Petra Thümer | 1981: Carmela Schmidt | 1983: Birgit Meineke | 1985: Heike Friedrich | 1987: Heike Friedrich | 1989: Manuela Stellmach | 1991: Mette Jacobsen | 1993: Franziska van Almsick | 1995: Kerstin Kielgaß | 1997: Michelle Smith | 1999: Camelia Potec | 2000: Natalja Baranowskaja | 2002: Franziska van Almsick | 2004: Camelia Potec | 2006: Otylia Jędrzejczak
1927: Marie Braun | 1931: Marie Braun | 1934: Hendrika Mastenbroek | 1938: Ragnhild Hveger | 1947: Karen Harup | 1950: Grete Andersen | 1954: Agata Sebö | 1958: Jans Koster | 1962: Adrie Lasterie | 1966: Claude Mandonnaud | 1970: Elke Sehmisch | 1974: Angela Franke | 1977: Petra Thümer | 1981: Ines Diers | 1983: Astrid Strauß | 1985: Astrid Strauß | 1987: Heike Friedrich | 1989: Anke Möhring | 1991: Irene Dalby | 1993: Dagmar Hase | 1995: Franziska van Almsick | 1997: Dagmar Hase | 1999: Camelia Potec | 2000: Jana Klotschkowa | 2002: Jana Klotschkowa | 2004: Laure Manaudou | 2006: Laure Manaudou
1973: Keena Rothhammer | 1975: Shirley Babashoff | 1978: Cynthia Woodhead | 1982: Annemarie Verstappen | 1986: Heike Friedrich | 1991: Hayley Lewis | 1994: Franziska van Almsick | 1998: Claudia Poll | 2001: Giaan Rooney | 2003: Alena Popchanka | 2005: Solenne Figuès
Personendaten | |
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NAME | Almsick, Franziska van |
KURZBESCHREIBUNG | Deutsche Schwimmerin und Olympia-Siegerin |
GEBURTSDATUM | 5. April 1978 |
GEBURTSORT | Ost-Berlin, Deutschland |