Greifenbachviadukt
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Der Greifenbachviadukt war Teil des Thumer Netzes und überspannte als eine der größten Brücken für Schmalspureisenbahnen in Deutschland das Greifenbachtal ungefähr 1,5 Kilometer nordöstlich von Geyer im Erzgebirge.
Die 180,60 m lange Stahlkonstruktion, ausgeführt von der Firma Kelle & Hildebrandt in Großluga/Niedersedlitz (bei Dresden), bestand aus drei fischbauchartigen Fachwerkträgern sowie beidseitgen Blechträgerüberbauten, welche auf Gerüstpfeilern bzw. auf Pendelwänden gelagert waren. Sie wurde 1904/1905 im Zuge der Linie Geyer – Thum errichtet und war gleichzeitig das wohl markanteste Bauwerk im Thumer Netz. Die Baukosten beliefen sich auf 130.109 Mark.
Nach Betriebseinstellung der Linie am 15. August 1967 blieb die Konstruktion zunächst zehn Jahre ohne weitere Verwendung. Der geplante Abbau gestaltete sich relativ schwierig, schlussendlich entschied man sich für einen Abriss, nachdem unter anderem auch eine Sprengung erwogen worden war.
Im Oktober 1977 wurde sie schließlich mit Schneidbrennern zerteilt, mit Hilfe eines Raupenschleppers umgezogen und am Talgrund weiter zerlegt.
Der Zeitwert der Brücke belief sich 1967 auf ca. 1,18 Mio. Mark.
Greifenbachtalbrücke | |
---|---|
Technische Daten | |
Gesamtmasse | 275,84 t |
Länge | 180,60 m |
max. Höhe über Grund | 35,60 m |
System | Fachwerk |
[Bearbeiten] Besonderheiten
Die Brücke besaß beidseitig auf gesamter Länge einen etwa 2 m hohen Windschutzzaun, was erklärt, weshalb nur relativ wenige Bildaufnahmen existieren.
1924/25 wurde eine Verstärkung der Konstruktion durchgeführt, um höhere Achslasten fahren zu können.
[Bearbeiten] Literatur
- Schmalspurbahnarchiv. Transpress VEB Verlag für Verkehrswesen, Berlin 1980, VLN 162-925/166/80 P 216/80
- Dieter Bäzold: Das Thumer Schmalspurnetz. Bufe-Fachbuch-Verlag, Egglham 1993, ISBN 3-922138-51-9
- Stephan Häupel, Eberhard Schramm: Schmalspurbahnen um Thum. Verlag Kenning 2002, ISBN 3-933613-39-6