Diskussion:Herbert Rittlinger
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[Bearbeiten] Vorlage für Biographien
Dieser Artikel ist momentan eine Art Collage aus fremden Artikeln. Dies ist für die Wikipedia nicht sinnvoll. Bitte verfassen Sie inhaltlich gegliederte zusammenhängende Texte, und verzichten Sie am besten vollständig auf längere Fremdzitate. Einfach fremde Texte anzuhängen ist vollkommen unakzeptabel, von den urheberrechtlichen Bedenken einmal ganz abgesehen. Anregungen dazu wie ein biographischer Artikel aussehen sollte, können Sie hier finden: Wikipedia:Formatvorlage_Biografie. Mit freundlichen Grüßen, ISBN 02:06, 11. Apr 2006 (CEST)
[Bearbeiten] Die Venus
In seinem ersten Kapitel «über den nackten Menschen» beginnt er bei der berühmten «Venus von Wilmersdorf» und ...
Ist diese Venus nun jene Blumenverkäuferin aus Berlin-Wilmersdorf oder die steinzeitliche Figur "Venus von Willendorf", benannt nach der Fundstätte?
[Bearbeiten] Verschiedenes
Der Weblink zur Nationalbibliothek ergibt diese 73 deutschen und ausländischen Buchtitel. Wie Kraut und Rüben durcheinander, Mehrfachnennungen und ohne nähere Informationen zur Art und zum Inhalt der Werke von Herbert Rittlinger (Stand: 25.August2006).
1. Solo por las altas selvas de la Amazonia Rittlinger, Herbert. - Barcelona : Timun Mas, 1998 2. Das baldverlorene Paradies Rittlinger, Herbert. - München : Pollner, 1993, 8., überarb. Aufl. 3. Ich hatte Angst Rittlinger, Herbert. - München : Piper, 1991, Neuausg., [1. - 10. Tsd.] 4. Ganz allein zum Amazonas Rittlinger, Herbert. - Wiesbaden : Brockhaus, 1977, 7. Aufl. 5. Ich hatte Angst Rittlinger, Herbert. - Stuttgart : DVA, 1977, [1. - 5. Tsd.] 6. Die neue Schule des Kanusports Rittlinger, Herbert. - Wiesbaden : Brockhaus, 1977, 5., völlig neubearb. u. erw. Aufl. 7. Keiner lebt für sich zu zweit oder Was der Mensch wirklich begehrt Rittlinger, Herbert. - Stuttgart : Deutsche Verlags-Anstalt, 1975 8. Geheimdienst mit beschränkter Haftung Rittlinger, Herbert. - Stuttgart : Deutsche Verlags-Anstalt, 1973 9. Sieben Schiffe oder die grosse Sehnsucht Rittlinger, Herbert. - München : Deutscher Taschenbuch-Verlag, 1973, Vom Autor überarb. Fassung. 10. Mit Anmut nackt Rittlinger, Herbert. - Hamburg-Altona : Danehl, 1970 11. Aktfotos Rittlinger, Herbert. - Bayreuth : Schwarz, [1970] 12. Jedenfalls bessere Bilder Rittlinger, Herbert. - München : Deutscher Taschenbuch-Verl., 1969 13. Aktfotos am Strand Rittlinger, Herbert. - Busbach : Verl. Buch u. Bild, [1969], 4. Aufl. 14. Aktfotos am Strand Rittlinger, Herbert. - Bayreuth : Schwarz, [1969], 3. Aufl. 15. Urlaub nach Drehbuch Rittlinger, Herbert. - Wiesbaden : Brockhaus, 1968 16. Aktfotos am Strand Rittlinger, Herbert. - Bayreuth : Schwarz, [1968], 2. Aufl. 17. Aktfotos am Strand Rittlinger, Herbert. - Bayreuth : Schwarz, [1968] 18. Crna pustolovscina Rittlinger, Herbert. - Maribor : Zalozba Obzorja, 1968 19. Weitgereister Herr mit Linse Rittlinger, Herbert. - Wiesbaden : Brockhaus, 1967 20. Ganz allein zum Amazonas Rittlinger, Herbert. - Frankfurt a.M. : Büchergilde Gutenberg, 1967 21. Po derocih vodah Rittlinger, Herbert. - Maribor : Zalozba Obzorja, 1967 22. der neue akt Rittlinger, Herbert. - düsseldorf : w. knapp, [1966] 23. Solo por las altas selvas de Amazonia Rittlinger, Herbert. - Barcelona : Editorial Labor, 1966, 2. ed. 24. Von hier bis Babylon Rittlinger, Herbert. - Stuttgart : Dt. Verl.-Anst., 1965, [1. - 8. Tsd.] 25. The Photographer and the nude Rittlinger, Herbert. - London : Focal Press, 1964, 2. impr. 26. Ich kam die reissenden Flüsse herab Rittlinger, Herbert. - Reinbek b. Hamburg : Rowohlt, 1963, [1. - 30. Tsd.] 27. Das Aktfoto Rittlinger, Herbert. - Düsseldorf : Knapp, 1963, 2., veränd. Aufl. 28. Por tierras de lacandones Rittlinger, Herbert. - México : Ed. Herrero, 1963 29. Een mens, een kano en de Amazone Rittlinger, Herbert. - Den Haag : Stok, [1963] 30. Die neue Schule des Kanusports Rittlinger, Herbert. - Wiesbaden : Brockhaus, 1962, 3., völlig neubearb. u. erw. Aufl. 31. Das baldverlorene Paradies Rittlinger, Herbert. - München : Dt. Taschenbuch Verl., 1962 32. Schwarzes Abenteuer Rittlinger, Herbert. - Berlin : Dt. Buch-Gemeinschaft, 1961 33. Das baldverlorene Paradies Rittlinger, Herbert. - Wiesbaden : Brockhaus, 1960, 6., überarb. Aufl. Mit 48 Abb. auf Kunstdrucktaf. nach Aufn. d. Verf. 34. Das Geheimnis des Abai Rittlinger, Herbert. - Wiesbaden : Brockhaus, 1960 35. Das Aktfoto Rittlinger, Herbert. - Düsseldorf : Knapp, 1960 36. Wir zogen nach Friaul ... Rittlinger, Herbert. - Lauf bei Nürnberg : Zitzmann, 1960 37. Ins Land der Lacandonen Rittlinger, Herbert. - Wiesbaden : Brockhaus, 1959 38. Ethiopian Adventure Rittlinger, Herbert. - London : Odhams Press, 1959 39. Amphibische Reise zu verlorenen Inseln Rittlinger, Herbert. - Wiesbaden : Brockhaus, 1958 40. Ganz allein zum Amazonas Rittlinger, Herbert. - Wiesbaden : Brockhaus, 1958 41. Ganz allein zum Amazonas Rittlinger, Herbert. - Berlin : Dt. Buch-Gemeinschaft, 1958 42. Der masslose Ozean Rittlinger, Herbert. - Stuttgart : Stuttgarter Hausbücherei, [1957] 43. L' Aventure noire Rittlinger, Herbert. - Paris : Bonne, 1957 44. Dalmatinischer Sommer Rittlinger, Herbert. - Hamburg-Altona : Danehl, 1956 45. Sieben Schiffe oder Die grosse Sehnsucht Rittlinger, Herbert. - Stuttgart : Dt. Verl.-Anst., 1956, 22. - 24. Tsd. 46. Schwarzes Abenteuer Rittlinger, Herbert. - Wiesbaden : Brockhaus, 1956, 2. Aufl. 47. Sept Navires ou Le rêve éternel Rittlinger, Herbert. - Paris : Grasset, 1956 48. L' Océan sans mesure Rittlinger, Herbert. - Paris : Bonne, 1956 49. Schwarzes Abenteuer Rittlinger, Herbert. - Wiesbaden : Brockhaus, 1955 50. Solo po·r las altas selvas de Amazonia Rittlinger, Herbert. - Barcelona [usw.] : Ed. Labor, [1955] 51. Dans les Écumes de l'Amazone Rittlinger, Herbert. - Paris : Bonne, 1955 52. Die neue Schule des Kanusports Rittlinger, Herbert. - Wiesbaden : Brockhaus, 1954, 2., neubearb. u. erg. Aufl. 53. Der masslose Ozean Rittlinger, Herbert. - München : List, 1954 54. Ich kam die reissenden Flüsse herab Rittlinger, Herbert. - Wiesbaden : Brockhaus, 1954, 8. Aufl. 55. Im Meer der Ströme und Wälder Rittlinger, Herbert. - Wiesbaden : Brockhaus, 1953, 2. Aufl. 56. Faltboot stösst vor Rittlinger, Herbert. - Wiesbaden : Brockhaus, 1953, 6. Aufl. 57. Wasserwandern für jedermann Nikolaus, Artur. - Stuttgart : Franckh, 1953, [1. - 8. Tsd.] 58. Ich kam die reissenden Flüsse herab Rittlinger, Herbert. - Wiesbaden : Brockhaus, 1952, 7. Aufl. 59. Niz divl'e vode Amazona Rittlinger, Herbert. - Beograd : Sportska Knjiga, 1952 60. Das baldverlorene Paradies Rittlinger, Herbert. - Wiesbaden : Brockhaus, 1951, 5. Aufl. 61. Die neue Schule des Kanusports Rittlinger, Herbert. - Wiesbaden : Brockhaus, 1950 62. Sieben Schiffe oder die grosse Sehnsucht Rittlinger, Herbert. - Stuttgart : Dt. Verl.-Anst., 1950 63. Im Meer der Ströme und Wälder Rittlinger, Herbert. - Wiesbaden : Brockhaus, 1949 64. Faltboot stösst vor Rittlinger, Herbert. - Leipzig : Brockhaus, 1948, 5. Aufl. 65. Ich kam die reissenden Flüsse herab Rittlinger, Herbert. - Leipzig : Brockhaus, 1947, 6. Aufl. 66. Drei Mädchen und ein Mann Rittlinger, Herbert. - Leipzig : F. A. Brockhaus, 1944 67. Das baldverlorene Paradies Rittlinger, Herbert. - Leipzig : F. A. Brockhaus, 1943 68. Amazonasfahrt Rittlinger, Herbert. - Leipzig : F. A. Brockhaus, 1943 69. Faltboot stößt vor Rittlinger, Herbert. - Leipzig : F. A. Brockhaus, 1943, 2. Aufl. 70. Ich kam die reissenden Flüsse herab Rittlinger, Herbert. - Leipzig : Tauchnitz, 1941 71. Ich kam die reißenden Flüsse herab Rittlinger, Herbert. - Leipzig : F. A. Brockhaus, 1938 72. Südseefahrt Rittlinger, Herbert. - Berlin : Goldmann, 1936 73. Faltboot stösst vor Rittlinger, Herbert. - Leipzig : F. A. Brockhaus, 1934
Lieber Änderer vom 6.1.2006: Wenn die Buchzitate besser kursiv sein sollten, dann aber auch das ganze Zitat und nicht nur der erste Satz. Habe ich nachgeholt. Danke für "Maya". H.R. spricht im Interview auch nicht von Mayas. Peter
Anläßlich eines Briefwechsels mit Frau Judith Steinbacher hatte ich sie gefragt, ob sie einverstanden sei, die von ihr verfassten Vita ihres Vaters Herbert Rittlinger vollständig in die Wikipedia-Enzyklopädie einzusetzen. Ihre in der Dokumentation auszugsweise nachzulesende Antwort vom Dezember 2005 bedeutet eindeutige Zustimmung.
Deshalb habe ich heute beim Wikipedia-Artikel das Wort "offensichtlich" in "ausdrücklich" geändert.
Nachdem Munzinger und auch der WDR die Übertragung ihrer z.T. unvollständigen oder fehlerhaften Ausführungen ablehnten, war ich über die Zustimmung von Frau Steinbacher sehr glücklich. Fakten aus erster Hand für Wikipedia!! Daß dieses Dokument aber auf die Diskussionsseite verbannt wurde???
Hier noch ein Wort zu den anderen Änderungen durch die Wiki-Gurus. Der Bedeutung Rittlingers wurden sie nicht gerecht. Der Link auf die dbb ist sehr nichtssagend. Zu den Werken Rittlingers erfährt man dort nichts. Ich hatte zu seinen Werken alle mir erreichbaren Informationen zusammengetragen und in Wikipedia eingefügt. Dabei war sogar „Zur Historie des Nachtstopfs“ zu der ich ebenfalls von Frau Steinbacher Informationen erhielt.
Wenn (fast 30 Jahre nach seinem Tod) bei der Google-Suche rund eintausend Treffer herauskommen, bei einer Amazon-Suche mehr als 50 Werke und bei ANTIQUARIO 89 Werke auftauchen, ist außerdem die historische Wiki-Relevanz dieses Schriftstellers wohl ausreichend nachgewiesen.
Die Vita ist ja nun glücklicherweise wieder nach vorn gerutscht. An einem derartigen Dokument unqualifiziert herumzupfuschen („Bearbeiten“) verbietet sich natürlich von selbst. Hans-Peter Mahne 7.4.06
[Bearbeiten] Mögliche Quellen für den Artikel
[Bearbeiten] Die Vita von Herbert Rittlinger (verfasst von seiner Tochter Judith)
(Freigabe für die Wikipedia eventuell erteilt, siehe unten)
Herbert Rittlinger war, „wie jeder echte Seefahrer und Bergsteiger", Sachse. Zwei Minuten von Richard Wagners Geburtshaus entfernt, kam er am 26.12.1909 in Leipzig, im Schatten der Thomaskirche zur Welt, im, wie er sagte, erlauchten Dunstkreis von Bach, Ringelnatz, Zarathustra und Karl May. Der Vater hätte den ständig lesenden Sohn gerne als Buchdrucker gesehen - was lag in der Verlagsstadt Leipzig näher - stattdessen erlernte der Sprössling im mütterlichen Juweliergeschäft die Goldschmiedekunst und träumte dabei von der Goldsuche, denn die große Sehnsucht in unbekannte Femen hatte ihn schon damals gepackt.
Um seine Träume zu verwirklichen machte der sächsische Goldschmied in seiner Freizeit erste Bildberichte, klebte 4,5 cm x 6 cm Bildchen auf Pappe, schrieb Texte dazwischen und verschickt das alles an Redaktionen. Es wunderte den Dichter sehr, wenn neun von zehn solcher Produktionen zurückkamen. Später, als Profi, fand er es erstaunlich, dass von zehn Versuchen überhaupt einer hängen geblieben war. Mit dem so verdienten Geld ging er 1930, als zwanzigjähriger, auf große Fahrt, zu- nächst nach Kreta und ins Ägäische Meer. Zwei Jahre später unternahm er die erste waghalsige Faltbootfahrt auf unbekannten Gewässern, er befuhr in den Bergen der Ostkarpaten die goldene Bistritz. Dort saß er mit Flößern am Lagerfeuer, hing wegen Hochwasser tagelang in obskuren Herbergen fest und kam endlich zum Schwarzen Meer.
Und nun : Sprung übers Meer in ein Land phantastischer Wildheit, nach Kurdistan, zum Euphrat, in dessen Schluchten er nicht nur in schwerstes Wildwasser geriet, sondern auch in kriegerische Auseinandersetzungen aufständischer Kurden. Nach dieser Reise entstand sein erstes Reisebuch: „Faltboot stößt vor".
Eine Episode aus dieser Zeit scheint mir noch bemerkenswert: Auf der Heimreise, von Istanbul aus, besuchte Rittlinger Leo Trotzki.
„Aus irgendeinem Grunde war Trotzki unser Idol, wenn auch nicht das amtliche. Als ich im Jahre 1932 von einer wegen der damaligen Aufstände ziemlich abenteuerlichen Faltbootfahrt durch die Schluchten des oberen Euphrats im kurdischen Taurus zurückkehrte, habe ich sogar meine jugendliche Schüchternheit überwunden und hatte den großen Vorwärtsdenker mit dem berühmten Ziegenbart von Istanbul aus brieflich gebeten, ihn auf Prinkipo (Büyükada) besuchen zu dürfen, wo er damals unter dem Namen seiner Frau lebte. Das wurde mit gewährt, und Leo Dawidowitsch hat sich alles andere als nur amüsiert gezeigt über den naiven Jung-Michel aus dem gar nicht so idyllischen deutschen Märchenwald. Die zwei Stunden an jenem wunderlichen Nachmittag haben sich mir unvergesslich eingeprägt."
Gesponsert von der Familienzeitschrift „ Welt und Haus" - sie legte großzügig 6000 RM hin - „das war mehr Güte als fundierter Geschäftssinn- war es dem Jungautor nun möglich auf Weltreise zu gehen. Er heuerte als ordentlicher Matrose an, und war zwei Jahre „per Anhalter in der Südsee" als „Jonas geht in die Welt" -so hießen seine heimgeschickten Berichte- unterwegs. Auf Einladung eines holländischen Pflanzers lebte er monatelang auf einer Kopraplantage, und als dieser „nur mal kurz" für fünf Monate in die Stadt fuhr, führte er die Pflanzung alleine, mit sechzig schwarzen Boys, und überlebte einen nächtlichen Angriff der Ureinwohner.
Um durch Goldsuche endlich richtig reich zu werden überquerte Rittlinger in einer Ein-Mann-Expedition als erster Weißer das im dichten Regenwald liegende Zentralgebirge Neuguineas. Pekuniär völlig erfolglos überstand er ungeschoren die Begegnung mit Kopfjägern, Monsunregen und Fiebersümpfe.
Als er 1935 zurückkehrte fand er Deutschland verändert. Kameraden aus dem Ruderclub trugen bereits die braune Uniform und Knobelbecher. Zu seiner Verblüffung wurde er acht Tage später zur Gestapo bestellt: eine Sportskameradin, „Inge-Maus mit der weißen Bluse voller Brust, nur die Runenbrosche darüber störte etwas", hatte ihn angezeigt, die unzuverlässige politische Haltung des nun schon bekannten Weltreisenden denunziert. Er kam glimpflich davon, aber die dringend benötigten Devisen für die nächste Reise nach Südamerika, an den Amazonas, wurden gestrichen. Er fuhr trotzdem.
Sein Ziel war es diesmal, 1936, den größten Strom der Erde von seinen in den Eis- Regionen liegenden Quellen bis zur Mündung zu befahren. Von Lima aus führte sein Weg über die Kordilleren nach Osten, quer durch den ganzen südamerikanischen Kontinent. Dort gelang es ihm als erster Weißer in der mörderischen Höhe von 4100 Metern in die Schluchten des Maranon und Huallaga einzudringen, den beiden obersten Quellflüssen des Amazonas. Von dort paddelte er, mit Unterbrechungen, durch den größten Urwald der Erde bis zur Mündung. Daraus entstanden die beiden Bücher „Ich kam die reißenden Flüsse herab" und „Im Meer der Ströme und Wälder", aus denen später ein Band wurde, „Ganz allein zum Amazonas". Es war das erfolgreichste Buch des Autors, in 7 Auflagen erreichte es eine Verkaufszahl von 300 000 Exemplaren.
Zu Hause wartete inzwischen eine Braut, Marianne, Modezeichnerin bei der „Neuen Linie, der damals größten deutschen Frauenzeitschrift. 1938 wurde sie seine Frau, sein meistfotografiertes Modell, seine Sportskameradin und treue Begleiterin auf all seinen Unternehmungen. Als das „ Aveckle" wurde sie in allen folgenden Büchern verewigt. Nach einer Sommerfahrt auf der Drau in Österreich mit Aveckle und zwei Freundinnen entstand „Das baldverlorenen Paradies", eine heitere und unbeschwerte Geschichte, die 1993 neu bearbeitet wiederaufgelegt wurde; nun als Zeugnis für Umweltzerstörung und die Verbauung der Alpenflüsse.
Zurück in Deutschland musste Rittlinger erst einmal zu den Soldaten und als guter Sportler kam er zu einer Eliteeinheit der deutschen Wehrmacht. In wohlweislicher Abwägung der Überlebens-Chancen meldete er sich schließlich zur PK - zur Propagandakompanie. Das war zwar auch nicht ohne Risiko, aber auf alle Fälle verheißungsvoller als das Los eines einfachen Soldaten. Er hatte sich nicht getäuscht, seine Berichte aus Frankreich wurden als einzige gedruckt. Als seine Kompanie den Marschbefehl nach Russland bekam, von dem die meisten der Kameraden nicht zurückkehrten, schickte man den weltreisenden Faltbootfahrer und fotografierenden Schriftsteller mitten im Krieg in Urlaub, um das Amazonasbuch fertigzuschreiben. So siegessicher war man damals noch. Darüber kam er zur Abwehr. Über Sofia ging es nach Istanbul, wo er unter Canaris mit Ehefrau Marianne, als harmloser Kaufmann getarnt, die Residentur „Fremde Heere West" leitete.
In dem 1973 erschienen Buch „Geheimdienst mit beschränkter Haftung" arbeitet er diese Zeit auf. Im Vorwort schreibt Rittlinger: „Dieses Buch ist authentische Information: Report einer Zeit, die nichts ihresgleichen hat in der neuen Geschichte. Alles wird nach bestem Wissen und Gewissen berichtet, nichts ist unüberprüfbar. Am absurden Einzelfall soll das absurde Prinzip deutlich werden."
Bei der ordnungsgemäßen Rückgabe seines Wehrpasses 1945 in Ruhpolding, Oberbayem, wurde er von den Amerikanern verhaftet. Nach einem dreiviertel Jahr entdeckten sie, dass Rittlinger „the famous Ilo" war. Doch das Angebot, fortan für den CIC zu arbeiten, lehnte er mit der Begründung ab, er wolle lieber ein Zivilist sein, den Blauen Nil hinunterpaddeln und darüber schreiben. Dass musste auch der Herr vom Nachrichtendienst Gehlen akzeptieren, der extra per Lokalbahn in den Chiemgau nach Obing kam, um ein ähnliches Angebot zu unterbreiten.
Familie Rittlinger, inzwischen mit Tochter Judith, wohnte nun in der Nähe des Chiemsees, im idyllischen Seeon. Ein Reporter der „Zeit" schrieb über den „Dichter im Paddelboot": „Kein Mensch weiß in dem kleinen oberbayrischen Dorf, wovon dieser Rittlinger eigentlich lebt. In der Gemeindekartei wird er zwar ordnungsgemäß als Schriftsteller geführt, man hält ihn aber eher für eine Art Buchdrucker und vermutet, dass er arbeitslos ist, da er es sich leisten kann, am helllichten Tag mit seinem Töchterchen spazieren zu gehen, schlimmer noch, wochentags zum Chiemsee zu radeln, um dort zu baden".
Da in der ersten Nachkriegszeit nicht an große Reisen zu denken war, entstand eines seiner schönsten lyrischen Bücher, „Sieben Schiffe oder die große Sehnsucht". In Romanform zog Rittlinger hier in sieben „Erhebungen" die Summe aus vierzehn Jahren Weltreise. Die Erhebungen, jede in besonderer Weise mit einem Schiff verknüpft, führen in die ganze Welt, jede ist ein kleiner Roman für sich, eine Liebes-Geschichte, in der sich die unstillbare Sehnsucht nach Weite, Himmel und Welt-Meeren spiegelt. Friedrich Sieburg schrieb ihm dazu: „Sie sind ein Dichter, und zwar kein geringer".
„Amphibische Reise" führt nach Norddeutschland, wo Rittlinger nach all seinen bisherigen Abenteuern feststellen musste, dass kein unbekanntes Gewässer so gefährlich ist, wie das Wattenmeer der Nordsee. So schüttelte der Schiffer, der die Faltboote zwischen Borkum und dem Festland auf der bewegten See traf, nur stumm den Kopf, und die Meteorologen auf der Insel Trischen trauten ihren Augen kaum, als Rittlinger und Aveckle in der Weite des Meeres gleichsam aus dem Nichts auftauchten. Die Faltbootfahrt von der Emsmündung über den großen Vogelsand bis hinauf nach Sylt war auch für den Weitgereisten eine große sportliche Leistung.
Nebenbei erschien auch ein Handbuch für Wassersportler, ein Klassiker unter den Kajakbüchem: „Die neue Schule des Kanusports". Sie erreichte bis zur Auflösung des Brockhaus-Verlages hohe, immer wieder bearbeitete Auflagen, und wird heute noch zitiert.
In dieser Zeit beschäftigt sich Rittlinger zunehmend mit der Aktfotografie. Zu seinem Naturbild gehörte selbstverständlich auch der nackte Mensch - in Einklang mit der Natur. Es gibt zahlreiche Veröffentlichungen, später zwei große Aktbände, „Das Aktfoto", und „Der neue Akt". Zwei Jahrzehnte lang schrieb er für das „Foto- Magazin" die Kolumne auf der letzten Seite, „Das Aktfoto".
1954 war es dann wieder so weit: es ging in die Ferne, diesmal nach Afrika, nach Äthiopien, an den Blauen Nil. Zunächst paddelte das Ehepaar Rittlinger zwischen Korallenbänken und Haien im Roten Meer, dann ging es von Djibuti per Bahn nach Addis Abeba und mit dem Flugzeug an den Tanasee, den Ursprung des Blauen Nils, wo „Das Schwarze Abenteuer„ begann. Auf dem Tanasee besuchte man per Faltboot die koptischen Klöster auf den Inseln und wanderte zu den Tissisat Wasser-Fällen, mit denen der Nil aus dem Seebecken in eine schwarze Basaltschlucht stürzt. Doch die Weiterfahrt durch die Schluchten des Abai, wie der Blaue Nil von den Äthiopiern genannt wird, durch eine paradiesisch schöne Landschaft, endete buchstäblich im Rachen der Krokodile. Die gegen bürokratischen Unbill, unwegsame Landschaft und schwierigste Verkehrsbedingungen erkämpfte Erstbefahrung des Blauen Nils musste wegen ständiger Angriffe der riesigen Urtiere abgebrochen werden.
Das letzte große Abenteuer führte das Ehepaar Rittlinger 1958 nach Mexiko und Guatemala, wo sie sich auf dem Rio Azul, einem reißenden, mit vielen Katarakten durchsetzten Urwaldfluss hinaufkämpften, um nach wochenlangen Strapazen nicht an den heiligen See der Lacandonen zu gelangen, sondern an die Quelle des Flusses am Fuße eines waldbedeckten Gebirges. Am Rande ihrer Kräfte erreichten sie ihr Ziel dann über Land, entdeckten ein Heiligtum der Mayas und einen kleinen, bis dahin unbekannten Stamm deren Nachkommen, der Lacandonen. „Ins Land der Lacandonen" heißt das Buch dieser Reise.
In den sechziger Jahren wird Herbert Rittlinger in die „Deutsche Gesellschaft für Fotografie" berufen. Weitere Fotobücher entstehen, „Weitgereister Herr mit Linse", „Fotografieren, aber wie" und „Jedenfalls bessere Bilder".
Das ORF dreht einen Film über „Das baldverlorene Paradies", Rittlinger schreibt ein Buch darüber, "Urlaub nach Drehbuch".
Die Zeit der großen Entdeckungsreisen scheint vorbei, Medien und Billigflüge in alle Welt haben das Interesse für diese Form des Abenteuers verdrängt. Rittlinger schreibt drei Jahre lang an einem großen Roman, der 1965 in der DVA in Stuttgart erscheint. „Von hier bis Babylon" ist eine Art Schelmenroman, ein moderner Simplizissimus, mit stark autobiografischen Zügen. Es wird ein guter Erfolg.
Herbert Rittlinger war mehr als nur ein fotografierender Reiseschriftsteller. Wichtig war ihm das „absolute" Erlebnis - und dann: ihm die sprachliche Form zu geben. Alles war ihm dabei wichtiger als die Sensation. Was den Leser von der ersten Seite an besticht, ist der natürliche, unangestrengte Erzählton. Rittlinger braucht den Mund nie voll zu nehmen, er hält sich ganz einfach an das, was geschehen ist. Aber er kann so erzählen, dass der Leser unmittelbar dabei ist, mit leidet, hungert, genießt und lacht. Witz und Selbstironie zeichnen all seine Erzählungen aus, besonders auch Schilderungen „großer politischer Ereignisse". Seine Bücher sind amüsant, dramatisch und nie harmlos.
Der Autor, der selbst ein großer Literaturkenner und -liebhaber war, sagte einmal augenzwinkernd: „Von all meinen Büchern gefällt mir immer das letzte am besten. Im Übrigen hat auch Goethe - es ist nicht nur von Eckermann überliefert - Tränen der Rührung vergossen, wenn er seine Werke vorlas".
Am 12.6.1978 verstarb Herbert Rittlinger, erst 68 Jahre alt an Krebs. 1993, am 16. Januar seine treue Begleiterin, das Aveckle, im Alter von 82 Jahren.
Die Tochter, Judith Steinbacher, Verfasserin dieser Vita, lebt als freie Kinderbuch- Autorin und Illustratorin mit Mann und zwei Söhnen in München.
Für eine umfassende Bearbeitung der Wikipedia-Seite müßte auch diese umfangreiche Kopie aus KANU-SPORT 7/98, Seiten 302 bis 305, als wichtige Quelle herangezogen werden, weil die Fakten sicherlich mit Hilfe von Rittlingers Angehörigen zusammengetragen wurden.
Kanu-Historie Erinnerung an den Schriftsteller Herbert Rittlinger ...denn er fehlt uns schon seit 20 Jahren Von Thomas Theisinger, Mosbach Herbert Rittlinger - ein Begriff für viele Leser des KANU-SPORT. Viele werden das eine oder andere Buch von ihm in ihrem Regal stehen haben - aus den Reihen der Kanusportler stammen vermutlich seine treuesten Leser. Kaum jemand wird freilich behaupten können, er habe alle seine Bücher in Besitz oder auch nur gelesen. Zeitlebens war er nämlich recht produktiv und hat immer wieder neue Arbeiten in ganz verschiedenen Bereichen herausgebracht. Vielleicht ist es jetzt einmal an der Zeit, an seine Werke zu erinnern; denn er fehlt uns nun wirklich schon seit 20 Jahren. Am 12.6. 1978 hat der 1909 geborene Herbert Rittlinger das Schreibgerät für immer aus der Hand geben müssen. In diesem Bericht kann „nur" der Schriftsteller mit seinem Werk behandelt werden; der Verfasser hat Rittlinger nicht persönlich gekannt.
Wie hat alles angefangen? An einem der heimischen Flüsse in Sachsen sieht der Schulbub Herbert R. Zwei Sportfreunde beim Umtragen ihres Paddelbootes, eines der hochvornehmen, geklinkerten Holzboote aus rötlich schimmerndem Edelholz mit DKV- Stander, Decksluke und Gepäckkisten auf Rollen und Schienen. Damit war es um ihn geschehen. Er erkannte die Aussicht, dem Abenteuer auf eigenem Kiel entgegenzufahren. Dieser die Herrlichkeiten der Welt mit großen Augen anstaunende Bub ist er in seinen Schriften eigentlich immer geblieben. Da er tatkräftig veranlagt war,blieb es aber nicht beim bloßen Staunen. (Und als durchaus praktischer Philosoph entschied er sich für das Faltboot – nicht für Magoni.) Vorerst hatte er sich als Besucher eines Gymnasiums damit zu begnügen, die Welt der Abenteuer (unter der Schulbank) mit Romanen von Dumas und ähnlichen Autoren zu studieren. Sein Reifezeugnis habe man engsten Angehörigen nicht vorzeigen dürfen, durchgeschlagen habe er sich mit brauchbaren Aufsätzen, heißt es. Nach der Schule hat er zunächst den Beruf des Goldschmieds erlernt. Kunsthandwerkliche Sicherheit hat er später auch als Fotograf entwickelt und daneben ständig seinen Lesehunger gestillt. Seine Kenntnisse aller Art von Literatur waren umfassend und geistern entsprechend durch die eigenen Schriften. Bekanntlich ist sein Buchtitel „Ich kam die reißenden Flüsse herab" dem Franzosen Rimbaud entliehen. Sein Bestreben, handwerklich brauchbare Arbeiten abzuliefern, läßt sich seinen zahlreich erhaltenen Manuskripten entnehmen. An den Texten wurde gefeilt und geändert, bis sie seinen Ansprüchen genügten. Wurde ihm schludrige Arbeitsweise vorgeworfen,konnte er gereizt reagieren. Gute Unterhaltung für Analphabeten war sein Anliegen nicht. Zwar wollte Rittlinger Berufsabenteurer werden, seine Basis war jedoch eben dieses Konzept, bestätigt durch Zeitschriftenverlage, die ihm bebilderte Erstlingsarbeiten abgenommen hatten. Darin unterschied er sich nämlich grundlegend von zahlreichen Zeitgenossen, die meist über die Donau in den Nahen Osten und den Orient gelangen wollten und damit wenig Gegenliebe fanden. Gerade in der DKV-Zeitschrift KANU-SPORT wurden solche Vorhaben abfällig aufgenommen oder bewußt übergangen,weil man „Globeschnorrer" nicht fördern mochte, die sich in der Tat oft mit dem Verkauf von Postkarten zu unterhalten suchten. Auch war Rittlinger so klug, nicht gerade die Donau zu befahren, von der es Reiseberichte im Übermaß gab. Bekanntlich hat er es mit der goldenen Bistritz aufgenommen, seine Befahrung des Euphrat„angehängt", daraus das Buch „Faltboot stößt vor" gemacht und vom F. A. Brockhaus-Verlag (damals Leipzig, später Wiesbaden), der ersten Adresse für solche Arbeiten, gedruckt bekommen. Von Anfang an wurden übrigens die Rittlinger-Bücher in hiesiger Zeitschrift und ihren Vorgängern stets wohlwollend aufgenommen, nahezu alle Bücher sind zumindest kurz besprochen worden. Vergleichsweise selten wurden Abschnitte aus den Büchern hier nachgedruckt, wie Rittlinger im Kanusport überhaupt über die Jahre hinweg eher sparsam veröffentlicht hat. Die Gründe liegen auf der Hand. Rittlinger mußte von seinen Veröffentlichungen leben, seine besondere Zuneigung galt den Sonnenfreunden, weniger dem organisierten Sportbetrieb. Die wirtschaftlichen Gegebenheiten führten zu einer Vielzahl von kürzeren Beiträgen in Zeitschriften und Sammelbänden (z.B. „Der gute Kamerad"), auch zu Volkshochschulvorträgen und ähnlich unvermeidlichem Nebenerwerb. Reklame für Bootswerften hat er nicht gemacht. (Das versucht heute eine mit ihm.) Solange der Betrieb Boote herstellte, blieb er der Marke LFB treu; seine Faltboote nannte er jeweils „Jonas" mit sicherem Gefühl für die Symbolik. Sooft er in dunklen Schlünden in Gefahr geriet, wurde er alsbald wieder ausgespuckt. Später benutzte er naheliegenderweise auf seinen Reisen verschiedene Klepper-Fabrikate.
Der Reiseschriftsteller Der Erfolg von „Faltboot stößt vor" im Jahr 1933 führte zu einem mit 6 000 Reichsmark dotierten Vertrag mit der Zeitschrift „Welt und Haus - Das deutsche Familienblatt" und zu einer Südseereise von 1933 bis 1935. Wie man ihm glauben darf, hatte er auch gute und dringende Gründe, gerade damals nicht zu Hause in Leipzig zu bleiben. Die Südsee, seine Beschäftigungen als Matrose, Handelsmann, Goldsucher und dergleichen, haben ihn bis zuletzt nicht losgelassen, ihm auch eine Unzahl von Stoffen geliefert, die seine Berichte so lesenswert machen. Vier seiner Bücher kann man dem Bereich der Südsee zurechnen. Die 1936 noch mögliche Südamerikareise führte mit der Befahrung von Amazonas und Quellflüssen zu den meistverkauften Klassikern, „Ich kam die reißenden Flüsse herab" und „Im Meer der Ströme und Wälder", später zusammengefaßt in „Ganz allein zum Amazonas", letztmals beim DKV-Buchladen erhältlich im Jahre 1985. Wohl 300 000 Exemplare sind verkauft worden. Ein Vorabdruck begann Mitte 1938 in der „Hamburger Illustrierten". 1939 folgt dann die erste seiner Gemeinschaftsreisen mit späterer Gattin und Freunden mit den Zielen Salzkammergut, Schwarzer Regen, Enns und Drau. Die Frau, Marianne, ist den Lesern als „Aveckle" bekannt, welche Bezeichnung Rittlinger als „Mitschleppsel" stark untertreibend übersetzt hat. Sie war bei allen späteren Unternehmungen mit dabei, ist auf vielen Fotos zu sehen und als Person mehr in Pastelltönen beschrieben. Aus dieser Reise entstand noch im gleichen Jahr das sozusagen absolute Nostalgiebuch, „Das baldverlorene Paradies". Bis 1944 schon in vier Auflagen verbreitet und nach dem Kriege noch mehrfach, ist es für die Schauplätze der Reiseberichte aktualisiert und vom Pollner-Verlag 1993 neu heraus gebracht worden; auch dieses ist heute noch zu haben. Teile des Stoffes aus diesem Buch wurden 1968 als „Urlaub nach Drehbuch" nach empfunden und anläßlich der Dreharbeiten zu einem österreichischen Fernsehfilm zu einem neuen Reisebericht verarbeitet. Ab 1954 waren dann wieder Fernreisen möglich. Rotes Meer und Nil, Mexiko, aber auch die Nordsee, Jugoslawien, Norditalien, Süd- und Westfrankreich waren die Schauplätze der nicht so weit verbreiteten, dem Liebhaber aber ebenso wertvollen Titel „Schwarzes Abenteuer" (1955), „Amphibische Reise zu verlorenen Inseln" (1958) und „Ins Land der Lacandonen" (1959), von denen wichtige Passagen heute als Taschenbuch „Ich hatte Angst" noch im Buchhandel erhältlich sind (Serie Piper Abenteuer, 1991). Die Amazonas- und Afrikaberichte wurden 1954/55 auch in der „Deutschen Illustrierten" in Stuttgart gebracht, wertvoll durch reichhaltiges Bildmaterial (Titelbilder: Soraya, Sophia Loren, Grace Kelly - das waren noch Zeiten!). Die kanusportliche Abteilung ist damit aber nicht erschöpft. Die kürzeren Schriften „Sonnenfahrt in die Provence" (1958), „Dalmatinischer Sommer" (1960) und „Wir zogen nach Friaul" (1961) gehören in die Abteilung FKK. Hier ergänzten sich verschiedene Leidenschaften des Herbert Rittlinger auf das Produktivste. Sein Anliegen war die absolute Landschaft, die er zielsicher zu finden und abzulichten wußte. In dieselbe komponierte er, wo immer möglich, wohlgelungene, überwiegend weibliche, seltener männliche Gestalten „mit nichts an". Der Text läßt naturgemäß dem Foto etwas den Vortritt; doch ist das letztgenannte Heft eine der nettesten Arbeiten überhaupt, aufgezogen als kindliche Brieferzählung. Diese Bändchen mögen eher für den Fotofreund bedeutsam sein. Mit bewußter Rückerinnung an die miefigen 50er, frühen 60er Jahre wird man sie mit anderen Augen betrachten. Nackte Menschen wurden nur hingenommen, wenn es sich dabei um Neger oder Südseeinsulaner handelte. Solche durfte Rittlinger im Einzelfall bringen. Im übrigen waren die hier behandelten Rittlinger-Fotos damals nicht jugendfrei. Entsprechend schwierig ist es heute, sie zu finden. Wer die Texte schätzt, sollte sich aber die Mühe machen, zumindest das Friaul-Bändchen einmal zu beschaffen. Nur ganz am Rande: Auch wenn es ihm öfter vorgeworfen wurde, waren Darstellungen erotischen Inhalts keines seiner Hauptanliegen; wo solche auftauchen, in den Romanen und den autobiographisch geprägten Schriften, erscheinen diese eher sparsam, stimmig und nicht wenig knisternd.
Gründe des Erfolges Warum war Rittlinger als Schriftsteller erfolgreich? Wichtig waren sicher die von ihm beschriebenen Sachverhalte, Landschaften und Menschen, die professionell dazu gefertigten Bilder und das Gespür für die Sehnsucht Gleichgesinnter, das Gespür für „Nostalgie", lange bevor der Begriff irgendeine Verbreitung fand. Wichtig war vor allem sein Umgang mit der deutschen Sprache. Mag sie auch ein Wahnsinniger erfunden haben, wie Mark Twain annimmt- Herbert Rittlinger konnte damit umgehen. Was haben seine Kritiker und die zahllosen Rezensenten seiner Bücher nicht alles darüber von sich gegeben? Der Stil sei „gewollt salopp und scherzhaft", „schlaksig", „witzig sein sollend", „unentwegt humoristisch", Rittlinger ein „forscher Plauderer". Ständig werden Vergleiche mit dem Simplizissimus (dem von Grimmelshausen), Eulenspiegel, Rabelais und dem Schelmenroman bemüht. Der für ihn typische Stil wird durch den Einsatz bestimmter Elemente erreicht, die im Grunde einfach zu beschreiben sind. Klassisch ist die Kombination von Elementen der Hochsprache und teilweise altertümlicher Wendungen mit umgangssprachlichen Ausdrücken und kindlich wirkenden Passagen aus dem schulaufsätzlichen Spektrum. Das geht schon 1932 los mit dem „freundlichen Herrn und Hauptschriftleiter". Solche „Gags",wie man heute sagen würde, werden aber nicht auf jeder Seite und zuweilen sparsam, zuweilen in sprühender Gedankenflut verwendet. Ein Hotel an der Ardeche als „gediegen vertrottelt" hinzustellen, das ist echt Rittlinger. Das Erhabene neben dem Banalen auch in der sprachlichen Gestaltung macht die Texte vielfach so liebenswert. Womöglich hat er sich ja gerade an Mark Twain angelehnt, dessen Huckleberry Finn der Urvater aller naiven Flußfahrer ist. Ob man diesen Umgang mit der Sprache mag, ist letztlich Geschmacksache. Es liest natürlich „kein aufrechter deutscher Literaturkritiker Reise- oder gar Abenteuerbücher", bemerkte der SPIEGEL schon 1950 über ihn, und in der Tat, als Literat wird er ignoriert. Bis zu diesem Jahr nahm ihn kein Literaturlexikon ernst. Seinen Lesern dürfte das auch ziemlich gleichgültig sein. Bedauerlich ist nur, daß seine Bücher heute so schwer zu finden sind.
Der Fachbuchautor Wesentlicher Teil seines Schaffens war die Mitarbeit in Fotozeitschriften und Fotomagazinen, gerne, aber nicht nur in dem Bereich der sinnentsprechend ästhetischen Lebensweise. Seine Erfahrungen hat er mehrfach zusammengefaßt, für das breitere Publikum mit den Büchern „Weitgereister Herr mit Linse" (1967) und „Jedenfalls bessere Bilder", einem dtv-Taschenbuch (1969). Auch „Der neue Akt" ist ein Fachbuch, kein Fotoalbum. Von meinen besser fachkundigen Kollegen wurde mir versichert, die ganz zwanglos in diesen Schriften ausgebreiteten Weisheiten und Einsichten seien auch heute noch durchaus brauchbar, bei allem Fortschritt der Technik. Flüssig lesbar sind sie auch für Leute, die keine Beziehung zum Fotofach haben. Zu den Fachbüchern sollte man auch „Die neue Schule des Kanusports" rechnen, erstmals 1950, letztmals 1977 in fünfter Auflage erschienen. Der Titel klingt trocken, der Inhalt hält weit mehr, als er verspricht. Das Buch ist eine Fundgrube für jeden nur denkbaren Aspekt des Kanusports, vor allem für Leser, die an historischen Bezügen Freude haben. Schon die Bibliographie ist unentbehrlich; man kann sich immer nur wundern, wie modern der Inhalt selbst heute noch wirkt. Ein Buch, das sich sowohl zum Lesen in einem Zuge als auch zum Blättern und Schmökern an beliebiger Stelle eignet. Zum Glück haben wenigstens die größeren öffentlichen Büchereien diesen Titel noch auf Lager.
Der Südseeautor Die wenigen Jahre in der Südsee bzw. die recht kurzen Zeiten an deren Rändern (Peru, Mexiko) waren durchaus prägend. Immer wieder griff Rittlinger auf Erlebnisse und Themen daraus zurück, und es ist nicht unzulässig, ihn neben Stevenson, Conrad und Jack London zumindest zu erwähnen (deren „Abenteuerbücher" nimmt die deutsche Literaturkritik gottlob zur Kenntnis). Die „Südseefahrt" von 1936 im Goldmann Verlag Leipzig war zugleich Fahrtenbericht und politische Landeskunde - wegen der japanischen Kolonialpolitik und damit zusammenhängender Beobachtungen hat das Buch schon als Dokumentation seinen eigenen Reiz. Dagegen geriet der große Sammelband „Sieben Schiffe oder die große Sehnsucht" 1950 (nochmals als dtv-Taschenbuch 1973) zu einer durchaus poetischen Umsetzung seiner Träume, Phantasien, Erlebnisse und Begegnungen, festgemacht an sieben Schiffsreisen vom Mittelmeer bis Peru. Weitere Inhaltsangaben wären vermessen. Wohl 30 000 Exemplare sind davon verbreitet worden. „Der maßlose Ozean", 1954, greift eines der Paradiese heraus, die ihm besonders lieb waren, das Atoll Kapingamarangi. Es ist Schauplatz einer Geschichte, die er verschiedentlich in seinen Romanen aufgegriffen hat: braver Seemann begegnet patenter, reicher und attraktiver Amerikanerin, Haare rötlichbraun schimmernd (wie weiland die Planken eines edlen Paddelbootes), hat bei ihr gewisse Aussichten, den Ehemann wirft er lässig aus dem Rennen. Aufgrund dummer Zufälle kommt jedoch der erste Offizier zum Zuge; der hat zwar eine leichte Macke, singt Arien, bleibt aber Sieger. Solche Marotten oder Eigenheiten müssen übrigens fast alle Gestalten haben, die von Rittlinger beschrieben werden, zumindest Redensarten oder andere Gewohnheiten, die den Personen Leben verleihen. Dafür hat er seine verschiedenen Reisebegleiter in den Texten regelmäßig soweit verfremdet, daß sie für das breite Publikum nicht so leicht erkennbar waren. Sehr erfolgreich war dieses Buch nicht. Auf diese Kategorie von Roman ist Rittlinger wieder 1975 zurückgekommen mit dem etwas befremdlichen Titel „Keiner lebt für sich zu zweit". Es ist dies ein Buch aus der späten Hippie-Zeit. Die Hauptperson, der Akademiker Dr. Keiner, befindet sich beruflich und privat in der Midlife-crisis. Ob es den Begriff damals schon gab, kann dahinstehen. Rittlinger war zumindest äußerst hellhörig für Zeitströmungen, Entwicklungen und Begriffe. Diesen Helden führt der Autor wieder in die absolute Landschaft, diesmal in das mexikanische Niederkalifornien. Im Lauf der Zeit tauchen dort bei Keiner in der Wildnis skurrile Gestalten auf, auch eine junge Amerikanerin, braunhaarig. Keiner hat Chancen und Erfolge, zuletzt kommt ein junger Ami. Dieser Mensch hat zum Überfluß einen Sprachfehler wegen aus geschlagener Zähne. Und der schnappt die Frau weg. Man darf aus diesen dürren und keines falls abwertend gemeinten Skizzen nun keineswegs schließen, wer einen der Romane kenne, brauche die anderen nicht mehr zu lesen. Solche Gemeinsamkeiten erweisen sich bei der Lektüre als völlig untergeordnet. Rittlinger variiert bekannt erscheinende Elemente meisterlich mit sprühender Phantasie. Die rötlichblonde, amerikanische Herzensdame in Manaos, vor regelrechter Fitzcarraldo-Kulisse- bei solcher Lektüre verzeiht man dem Autor seine kleinen Marotten.
Faltbootfahrer versenkt Schlachtschiff Versenkt hat er natürlich keines, glaubhaft ist freilich, daß Herbert Rittlinger die Bombardierung und Beschädigung des britischen Schlachtschiffes „Rodney" veranlaßt hat. Von solchen und ganz anderen Dingen berichten die vielleicht vielseitigsten seiner Bücher, „Von hier bis Babylon" (1965) und „Geheimdienst mit beschränkter Haftung" (1973). Beide enthalten sehr dichtes biographisches Material, mag Rittlinger in dem ersten, immerhin 547 Seiten umfassenden Wälzer auch einen gewissen Otto Wolke berichten lassen, (der z.B. in Manaus der bisher noch nicht identifizierten US-Bürgerin in grünem Kleid und rötlichem Haarschimmer begegnet). Die Schilderung einer Kindheit und Jugend in Leipzig in der Zeit vor 1933 scheint in diesem Buch besonders wertvoll. Schwerpunkt beider Bücher ist freilich der Krieg und die Frage, wie sich der pfiffige Herbert in demselben durchgeschlagen hat. Nach kürzerer Beschäftigung bei der Propagandakompanie betätigt er sich nämlich als Exportkaufmann und Spion in Konstantinopel gemeinsam mit der Gattin Marianne. Dabei spielen wieder sonderbare Gestalten eine erhebliche Rolle, davon eine aus Hitlers politischer Frühzeit. Sammeln und Auswerten von Informationen war die Hauptbeschäftigung; in einem Falle habe er messerscharf geschlossen, das Schlachtschiff „Rodney" müsse in Alexandria zu finden und anzugreifen sein, was dann mit Flugzeugen erfolgreich unternommen worden sei. Das klingt glaubhaft, wie man ganz allgemein die Behauptung wagen darf, Rittlinger sei mit dem schwer faßbaren Phänomen „Wahrheit" insgesamt recht pfleglich umgegangen. Als Held hat er sich überhaupt nirgendwo dargestellt. Selten fehlt ein kräftiger Anteil Selbstironie, wenn es um die eigene Person geht.
Vermischtes An Büchern hat Rittlinger schließlich noch konkrete Kulturgeschichte geliefert. „Reiseführer für Notfälle" (kleine Typologie des Bedürfniswesens sowie Lagebeschreibung einiger stiller Orte), „Rettet den Nachttopf" - beides Arbeiten für einen Pharmakonzern, nett bebildert, sorgfältig ausgearbeitet und kenntnisreich. Man könnte diese auch ohne weiteres den Fachbüchern zuordnen, wenn die Thematik nicht so eigenwillig wäre. Ein Titel, der „Schreckliche Reisen zu Wasser, zu Land und im Ballon" heißen sollte, ein Manuskript mit 237 Seiten, wurde nicht mehr veröffentlicht. Dem Verfasser hat die Kraft gefehlt, den letzten Schliff vorzunehmen. Die sonstigen Arbeiten, Aufsätze, Miniaturen etc. überhaupt nur aufzulisten, würde nahezu ein Buch füllen. Wie sich das gehört, haben die Lektoren der Buchverlage aus den Manuskripten seiner Bücher nicht ganz unbedeutende Abschnitte herausgestrichen -z.B. wenn ihnen der Inhalt gar zu philosophisch oder zeitgeschichtlich, sprich kritisch geriet. Darüber könnte noch intensiv gearbeitet werden.
Was bleibt? Zumindest auf dem Gebiet seiner kanusportlichen Reisebeschreibungen ist niemand in Sicht, der auch nur annähernd mit Rittlinger vergleichbar wäre. Um so schmerzlicher ist sein Fehlen - auch noch 20 Jahre nach seinem Tod.
Eingebettet in den obigen Aufsatz von 1998 vier Fotos aus dem Archiv Steinbacher (Rittlingers Tochter Judith) und folgende Notiz: Rittlinger erstmals in Literaturlexikon Die Werke des Altmeisters der Kanu- und Reiseliteratur sind nicht vergessen – im Gegenteil. Erstmals beschäftigt sich nun die Literaturwissenschaft mit dem schriftstellerischen Schaffen Herbert Rittlingers, wenn auch nur – aus Platzgründen – in verkürzter Form. Unter dem Stichwort „Reiseliteratur“ stehen neben so großen Namen wie Alexander von Humboldt, Sven Hedin, David Livingstone, Thor Heyerdahl und Reinhold Messner in einem neunzeiligen Abschnitt Angaben zu Leben und Werk des unvergessenen Kanusportlers. Das einbändige Literaturlexikon (hrsg. v. W. Zirbs) mit der ISBN 3-589-21103-2 ist im Cornelsen-Verlag Scriptor zum Preis von 29,80 DM erschienen und richtet sich nicht an Fachleute auf dem Gebiet der Literatur, sondern versucht den Bedürfnissen und Anforderungen von Lernenden und interessierten Laien gerecht zu werden. Es macht Daten und Fakten schnell und übersichtlich zugänglich und erschließt Zusammenhänge zwischen Epochen, Autoren, Gattungen und Stilmerkmalen. Bernd Nusser
[Bearbeiten] Klappentexte, Buchbeschreibungen und Listen
Bücher von Herbert Rittlinger
1. Reisewerke und Sachbücher
“Faltboot stößt vor - Vom Karpatenurwald ins wilde Kurdistan“ Leipzig: F.A. Brockhaus 1933--- Faltbootfahrten 1932 in den Ostkarpaten (Rumänien): Goldene Bistritz, Sereth, weiter dann Donau bis Galatz – anschließend Türkei: Oberer Euphrat.
“Ich kam die reißenden Flüsse herab“ Wiesbaden: F.A. Brockhaus, 1938--- “Im Meer der Ströme und Wälder“ Wiesbaden: F.A. Brockhaus, 1949---
Start mit dem Faltboot in den Anden in 4100 Metern Höhe auf dem Maranon, dann weiter auf dem Rio Huallaga (beides Quellflüsse des Amazonas) bis Iquitos. Fahrt auf dem Amazonas mit Flussschiffen bis zur Mündung (Ende 1936 bis Winter 1937). Beide Bücher zu einem Band vereinigt unter dem Titel "Ganz allein zum Amazonas - Auf reißenden Flüssen zum Meer der Ströme und Wälder"
“Das baldverlorene Paradies" Wiesbaden: F.A. Brockhaus, 1943,--- Faltbootfahrten auf Regen1936, Drau und Enns1939.
9. Auflage, München: Pollner-Verlag, ISBN 3-925660-20-8, 1993 neu bearbeitet, reich bebildert wiederaufgelegt; nun als Zeugnis für Umweltzerstörung und die Verbauung der Alpenflüsse. Text dazu auf dem hinteren Buchdeckel: Herbert Rittlinger, der den blauen Nil und den Amazonas befuhr, setzt diesmal sein Boot auf weniger abenteuerliche Gewässer. Das baldverlorene Paradies liegt im Herzen Europas. Doch auch die Wildwasser der Drau, Enns und Traun haben ihre Tücken. Wenn ein Mann dann noch drei hübsche, junge Kajakfrauen als Reisebegleiterinnen hat, ist für Aufregung, Spannung und auch viel Gelächter gesorgt.
1938 sprach Rittlinger vom baldverlorenen Paradies. Heute ist von diesem Paradies nicht mehr viel übrig. Drau, Enns und viele andere Flüsse sind verbaut und kanalisiert. Herbert Rittlingers Buch ist uns eine Mahnung und die Aufforderung, die letzten Paradiese zu bewahren.
“Die neue Schule des Kanusports“ Fluß-Meer-Wildwasser-Freiluftleben Wiesbaden: F.A. Brockhaus, 1950.
“Schwarzes Abenteuer - Vom Roten Meer zum Blauen Nil“ Wiesbaden: F.A. Brockhaus, 1955--- Vom Roten Meer zum Tanasee und mit Faltbooten 1953 in den berüchtigten Canon des Blauen Nils, der bisher noch nicht vollständig erforscht werden konnte.
“Amphibische Reise zu verlorenen Inseln“ Wiesbaden: F.A. Brockhaus, 1958--- Faltbootfahrten 1957 auf der Grande Leyre (SW-Frankreich) im „Wilden Westen an der Biscaya“ (36 Kilometer in 8 Tagen = 4,5 km täglich!) - Deutsche Nordsee von Emden bis Sylt 1950.
“Ins Land der Lacandonen - Zu den letzten Mayas" Wiesbaden: F.A. Brockhaus, 1959--- Mit Faltbooten den Rio Azul hinauf ..... Klappentext zum Buch: Der spannende Bericht über die Rittlinger-Expedition 1957 in die unerforschten Urwälder des südlichen Mexiko zu den letzten freien Mayas. Die Lacandonen sind die letzten echten Nachkommen der Mayas des sogenannten Alten Reiches, das vor etwa 1000 Jahren zugrunde gegangen ist. Die wenigen Überlebenden dieses geheimnisvollen Stammes hat Rittlinger in den Urwäldern aufgesucht. Das aber war nicht einfach, und ohne Harry, den Einsiedler im Urwald, wäre es nicht gelungen, die stolzen, aber scheuen Erben einer alten Kultur in ihren Schlupfwinkeln zu finden. Noch widerspenstiger erwies sich der heilige See der Lacandonen, der, seit Generationen verflucht, von allen Eingeborenen gemieden wird. Das aber konnte Rittlinger, den alten Weltreisenden und Faltbootfahrer, nicht schrecken. Wie er mit seiner Frau und drei Begleitern sich den Rio Azul, einen reißenden, mit Katarakten durchsetzten Urwaldfluß, hinaufkämpfte, wie sie, von Krankheit und Hunger geplagt, nach wochenlangen Anstrengungen schließlich nicht zum See, sondern in ein steiles, waldbedecktes Gebirge kamen, wie sie, am Rande ihrer Kräfte, den See dann über Land erreichten und das alte Heiligtum der Mayas entdeckten, das ist ein echtes, ganz Abenteuer in einer, wie es scheint, doch noch nicht ganz durchzivilisierten Welt. Rittlinger, der den Euphrat, den Blauen Nil und den Amazonas befahren hat, wäre hier unter Brüllaffen und Anakondas beinahe gescheitert. Daß er die abenteuerlichen Umstände dieser Reise mit Schwung und Humor zu schildern versteht, braucht kaum noch erwähnt zu werden.
“Das Geheimnis des Abai“ Wiesbaden: F.A. Brockhaus, 1960
“Sonnenfahrt in die Provence“ (Rhone-Ardeche-Mittelmeer), Lauf b. Nürnberg: Rudolf Zitzmann Verlag, 1958--- (Sonderausgabe der Monatsschrift „Helios“)
“Wir zogen nach Friaul“, Lauf b. Nürnberg: Rudolf Zitzmann Verlag, 1960--- (Sonderausgabe der Monatsschrift „Helios“)
“Das Meer der tausend Inseln (Dalmatinischer Sommer)“, Hamburg: Richard Danehl`s Verlag, 1960--- Faltbootfahrten 1956 an der jugoslawischen Küste.
“Ganz allein zum Amazonas“ Wiesbaden: F.A. Brockhaus, 5. Aufl. der einbändigen Ausgabe, 1967--- Die berühmt gewordene Fahrt auf den Quellflüssen des Amazonas zum »Meer der Ströme und Wälder«.
“Urlaub nach Drehbuch“, Wiesbaden: F.A. Brockhaus, 1968.--- Die skurrile Story (Und etwas mehr) eines Films in Österreich (und Umgebung). Die Verfilmung des "Baldverlorenen Paradieses"
“Zur Historie des Nachttopfes - Eine kleine Betrachtung in 10 Kapiteln“ Verlagsort: ???, Verlag: ??? ( Aufl.1974 ???), Auftragsarbeit für die Pharmafirma Geigy ??? mit Werbung für Tofranil mite 10 Geigy bei Enuresis
“Die neue Schule des Kanusports - Wasser, Sonne, Boot und Zelt“ Wiesbaden: F.A. Brockhaus, (völlig neu bearb. Aufl.1977),
“Ich hatte Angst – Meine gefährlichsten Expeditionen“. Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt, 1977--- (Inhalt in Überschriften): Unterwegs zum Abenteuer - Der Große Vogelsand - Reisen ins Unbetretende -Allein am Amazonas - Abenteuer und Tod am Blauen Nil - Das Geheimnis der letzten Mayas (die jeweiligen Artikel enthalten Auszüge der vom Autor geschriebenen Bücher)
2. Fotografie
“Das Aktfoto“. Düsseldorf, Wilhelm Knapp Verlag, 1960
“Der neue Akt“. Wann - Wo - Wie - Warum. Düsseldorf, Wilhelm Knapp Verlag, 1966
“Weitgereister Herr mit Linse“. Fotografie & Abenteuer. Wiesbaden, F. A. Brockhaus, 1967
“Jedenfalls bessere Bilder“ – Ratgeber für Fotofreunde München, Deutscher Taschenbuchverlag (dtv), 1969
“Aktfotos am Strand“ Schwarz-Bildbücher Bayreuth, Hans Schwarz Verlag, ca. 1965
“Aktfotos Neue Folge“ Schwarz-Bildbücher Bayreuth, Hans Schwarz Verlag, 1970
“Fotografier mich mal. Ein Fotobuch für Jugendliche“ München: dtv 1985
3. Das erzählende Werk
“Südseefahrt“ 1936
“Sieben Schiffe oder Die Große Sehnsucht“ Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt,1950 (als dtv-Taschenbuch 1972),--- Kreta, Ägäis 1930, Südsee, Neuguinea, Japan Herbst 1933 – Nov. 1935, Zu diesem Buch betitelte Egon G. Schleinitz in der Wochenzeitung „Die Zeit“ Rittlinger als den „Dichter im Paddelboot“.
"Der maßlose Ozean", München, Paul List Verlag 1954--- Erlebnisse in der Südsee in Romanform 1934
"Von hier bis Babylon" - Der große Zeitroman Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt, 1966 Text auf dem Schutzumschlag dieses Buches: Herbert Rittlinger gehört zu den fünf oder sechs Weißen, die die Zentralgebirge von Neuguinea überschritten und die Begegnung mit den Kopfjägern überlebt haben. In seinen Reisebüchern sind Lebensgefährlichkeiten entwaffnende Selbstverständlichkeit, ob er nun schildert, wie er als erster und bisher einziger den Amazonas von den Kordilleren ab im Faltboot befuhr, wie er im Kanu den Riesenkrokodilen des Blauen Nil begegnete oder zwischen Mexiko und Guatemala die letzten freien Mayas aufspürte. Nichts ist ihm dabei nebensächlicher als die Sensation. Nichtig ist ihm allein das „absolute Erlebnis". Wichtig ist ihm, dieses Erlebnis Wort werden zu lassen, sich den „reißenden Flüssen" der Sprache anzuvertrauen. Spätestens seit seinem Buch „Sieben Schiffe oder Die große Sehnsucht" haben ihn die Kundigen als einen Schriftsteller von Rang erkannt. Friedrich Sieburg schrieb ihm dazu: „Sie sind ein Dichter, und zwar kein geringer." Herbert Rittlinger hat in den letzten Jahrzehnten nicht nur die Welt befahren. Er ist auch in die Abenteuer der Geschichte unserer Epoche verstrickt worden. Lange hat er-während des Krieges selber führender Offizier in der deutschen Spionageabwehr-gezögert, diese Memoiren von Otto Wolke herauszugeben: die Geschichte jenes sonderbaren Weltwanderers und Beachcombers, leidenschaftlichen Liebhabers und arbeitslosen Turniertänzers, strickenden Soldaten und unfreiwilligen Helden, lyrischen Chefspions und „Veteranen vom Geheimen Dienst". Hier liegt dieses im wörtlichen Sinne- „einzigartige Buch vor, amüsant, dramatisch und nicht ganz harmlos der „Simplizissimus" unserer Zeit.
“Geheimdienst mit beschränkter Haftung. Bericht vom Bosporus“ ein wenig bekanntes Kapitel Zeitgeschichte aus erster Hand; (autobiogr. Werk), Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt,1973 Taschenbuchausgabe1992. Klappentext des Schutzumschlages: "Ein Professor für Orientalistik holte ihn 1940 zur deutschen Abwehr und wollte ihn nach Afrika entsenden, um nachsehen zu lassen, was denn de Gaulle am Tschadsee treibe. Stattdessen schickte man den Weltreisenden, Faltbootfahrer, Fotografen und Schriftsteller Herbert Rittlinger zuerst in Urlaub und dann über Sofia nach Istanbul.
Sofia war dabei eine Art Lehrstelle und außerdem der Ausgangspunkt für einige seemännische Unternehmungen nicht ganz harmloser Art (das Fotografieren von Befestigungen wird mitunter unwirsch beantwortet, z. B. mit Schnellfeuerkanonen). Nach Istanbul dagegen reiste er als harmloser Kaufmann,Angestellter einer Handelsfirma. Den Geheimdienst mit beschränkter Haftung, nämlich als Chef des "Meldekopfes Ilo" betrieb er hauptamtlich nebenher.
In seinem "Bericht vom Bosporus" liefert Rittlinger die authentische Information über jene verrückte Welt am Rand einer Großen Zeit",über Organisation und Alltag der Abwehr, über Erfolge und Mißerfolge, über die biederen und seltsamen Gestalten der V-Leute auf einer internationalen Drehscheibe der Spionage, über Großdeutschlands Top-Agenten (unter ihnen die geheimnisumwitterte Gestalt des "Juden Klatt") und auch über jenen kuriosen Baron und nutzlosen Spion, den Rittlinger "Hakawaki", den Märchenerzähler (Rudolf von Sebottendorf), nannte und über den sich schließlich herausstellt, daß unter seiner Führung das Dritte Reich ausgebrütet worden ist.
Als "Hakawaki" im Mai 1945 tot aus dem Bosporus gezogen wurde, war Rittlinger wieder in Deutschland,ein halbes Jahr später verhafteten ihn die Amerikaner, nach weiteren dreiviertel Jahren entdeckten sie, daß er Ilo" war. Das Angebot, für den CIC zu arbeiten, lehnte er ab und erklärte, lieber in einem Kajak den Blauen Nil hinabschwimmen und über seine Erlebnisse schreiben zu wollen.
Das hat er inzwischen getan. Sein Bericht über das Zwischenspiel beim Geheimdienst ist so spannend wie alle seine Bücher, und auch der listige Humor des weitgereisten Sachsen, seine Fähigkeit zu erzählen, sein Verständnis für das Menschliche und Allzumenschliche kommen darin nicht zu kurz."
“Keiner lebt für sich zu zweit oder Was der Mensch wirklich begehrt“ , Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt, 1975
[Bearbeiten] Anfragen an Rechteinhaber
[Bearbeiten] Munzinger-Archiv/Internat.Biograph.Archiv
ich habe den hier hinzugefügten text entfernt, da er aus der angegebenen quelle kopiert zu sein scheint - siehe Wikipedia:Urheberrechte beachten. falls die erlaubnis bestand, ihn hier einzustellen, dies bitte hier ausdrücklich vermerken. grüße, Hoch auf einem Baum 03:39, 26. Mai 2005 (CEST)
Sehr geehrte Damen und Herren, vor etwa 15 Jahren schenkte mir mein Buchhändler aus ihrem Loseblattwerk "Munzinger-Archiv/Internat.Biograph.Archiv 29.7.1978 - Lieferung 30/78 - K - 6534 a" die Biographhie des Schriftstellers Herbert Rittlinger.
Unter welchen Bedingungen gestatten sie die Aufnahme dieser Lebensbeschreibung in die Int. Enzyklopädie Wikipedia?
Mir ist sehr daran gelegen, die Erinnerung an meinen Lieblingsschriftsteller wachzuhalten.
Die Quellenangabe und ein Weblink zu ihrem Archiv hätten doch auch sicher einen positiven Werbeeffekt für ihre Firma.
Mit freundlichen Grüßen Hans-Peter Mahne 30.05.2005
Sender: em@munzinger.de Message-ID: <00014CF5.429C4FA9@munzinger.de>
Sehr geehrter Herr Mahne, einer Aufnahme unserer Texte in die Wikipedia können wir aus naheliegenden Gründen generell nicht zustimmen. Wir publizieren unsere Texte für einen professionellen Benutzerkreis, der bereit ist, unsere Dienstleistung zu honorieren und damit diese Leistung überhaupt erst zu ermöglichen. Wir bezahlen unsererseits Fachleute, die uns ihre Texte nicht kostenfrei überlassen.
Den Werbeeffekt eines Links, der von einer kostenlosen Bereitstellung einer Information auf eine kostenpflichtige Version desselben Inhalts verweist, halten wir nicht für sachdienlich, sondern eher für kontraproduktiv.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Ihnen keinen günstigeren Bescheid geben können.
Mit freundlichen Grüßen
MUNZINGER-ARCHIV GmbH
Ernst Munzinger Albersfelder Straße 34 88213 Ravensburg
Tel. +49 (0) 751 7 69 31-0
[Bearbeiten] Westdeutscher Rundfunk
Abt. Hörfunk "Zeitzeichen"
Sehr geehrte Damen und Herren, am 12. Juni 1988 erinnerten sie in "Zeitzeichen" an den 10. Todestag des Schriftstellers Herbert Rittlinger. In der Sendung war er sogar persönlich zu hören; das Interview muß etwa aus dem Jahr 1957 stammen. Die Sendung habe ich seinerzeit mit einem Kassettentonbandgerät aufgenommen. Seit April 2005 existiert in der Internet-Enzyklopädie Wikipedia eine Seite über Herbert Rittlinger. Bitte gestatten sie die Übernahme dieses besonderen Tondokumentes (ca. 15 Minuten "Zeitzeichen") in Wikipedia. Ob und wie das technisch möglich ist muß ich jedoch erst noch klären.
Mit freundlichen Grüßen Hans-Peter Mahne 15.07.2005
Von: "Mathias Hoheisel" <Mathias.Hoheisel@WDR.DE> Datum: 19.07.05 16:49:07 Betreff: Zeitzeichen Herbert Rittlinger
Sehr geehrter Herr Mahne,
gestern erhielt ich Ihre Mail vom 15.07.2005 mit Ihrem Wunsch nach Einstellung unseres Zeitzeichens vom 12.07.1988 in die Internet- Enzyklopädie Wikipedia.
Gerne würden wir Ihrem Wunsch, die Abhandlung in Wikimedia über Herbert Rittlinger durch Audiomaterial zu ergänzen, nachkommen allerdings ist dies nicht möglich, da wir in der Regel nur über die Senderechte verfügen und nicht über die entsprechenden Urheberrechte um eine Einstellung in das Internet vorzunehmen. Weiterhin kommt hier noch dazu, dass sämtliche Inhalte der Wikipedia Websites ausdrücklich bearbeitet und anderweitiger Nutzung zugeführt werden können. Deshalb können wir die Übernahme dieses Tondokuments für den gewünschten Zweck leider nicht gestatten.
Ich hoffe Sie finden auch weiterhin Interesse an unseren Programmen und bleiben uns ein zugewandter Hörer.
Mit freundlichen Grüßen
Mathias Hoheisel
Westdeutscher Rundfunk Programmservice Hörfunk
Appellhofplatz 1 50677 Köln
Tel.: 0221-220-2200 Mobil: 0172- 2598592 Fax: 0221-220-5554 e-mail: mathias.hoheisel@wdr.de
[Bearbeiten] Judith Steinbacher
An petaar62@web.de 21.12.05
Lieber Herr Mahne. Danke für Ihren ausführlichen Brief und...................! So beantworte ich Ihnen nur schnell Ihre Fragen,.......
1. ........
2. Die Anschrift von T. Theisinger lautet: Dr. Thomas Theisinger ………………….
3. Die Vita meines Vaters können Sie natürlich gerne weiter verwenden.
4. Das "Aveckle" wurde von Tübinger Studenten für ihre weibliche Begleitung benutzt. Mein Vater hatte es aus dem Französischen abgeleitet, fand diese Form aber lustiger.
5. Die Historie des Nachttopfs hat ein Freund meines Vaters produziert, der damals Werbeleiter bei Geigy war. Wann das genau war, muß ich erst nachschauen aber etwa 1970.
6. Den Film habe ich auf VHS, ich .......... .....die Aufnahmen sind schön und natürlich die Eltern live zu sehen.
7.-10. Sie belästigen mich überhaupt nicht mit Ihren Fragen,.......
Eine schönes Weihnachtsfest, ein herrliches Neues Jahr und alles Gute,
Ihre Judith Steinbacher