Holzfäller
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Holzfäller (auch: Stabschläger oder veralt. Fäller) ist ein sehr alter Beruf. Die Aufgabe eines Holzfällers liegt im Fällen von Bäumen und in ihrer Vorbereitung auf deren Abtransport.

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[Bearbeiten] Geschichte
Zum eigenständigen Beruf wurde das Holzfällen durch den massiven Anstieg des Holzbedarfs im Zusammenhang mit der Entstehung des Bergbaus, der Verhüttung und Verarbeitung von Metallen und der damit verbundenen Arbeitsteilung.
In der Antike benötigten immer größere Gemeinwesen zunehmende Mengen Heiz- und Bauholz, Befestigungsanlagen sowie exzessiv betriebener Schiffbau erforderten organisierten Holzeinschlag und Transport. Der Holzfäller arbeitete bis in die Anfänge des 20. Jhds eng mit den fast ausgestorbenen Berufen der Flößer und Köhler zusammen. Mittlerweile hat sich das Berufsbild des Holzfällers zu dem des Forstwirtes gewandelt, der unter anderem auch für den Schutz des Waldes verantwortlich ist. Dies wurde notwendig, nachdem ein immer größerer Holzverbrauch, und der damit verbundene Raubbau, vielerorts zu ökologischen Desastern (z.B. in der Lüneburger Heide) führte, die die Existenz der Wälder und zukünftige Holzversorgung bedrohte.
[Bearbeiten] Ausrüstung
Holzfällen war ein mühsamer und gefährlicher Beruf. Über Tausende von Jahren fast unverändert wurden zum Fällen lediglich verschiedene Äxte, Keile und später auch Sägen eingesetzt. Erst mit der Verbreitung der Kettensägen in den 1950-er Jahren wandelten sich die Arbeitsbedingungen. Aber erst in den letzten Dekaden ist die Arbeit durch die Verwendung von Schutzausrüstung wie Helmen, Gehörschutz und entsprechender oranger Schnittschutzkleidung und strengere Unfallverhütungsvorschriften sicherer geworden.
Eine weitere einschneidende Veränderung brachte der zunehmende Einsatz komplexer Maschinen wie z.B. des Harvesters. Der ehemalige "Holzfäller" wird zum spezialisierten Maschinenbediener. Für den Abtransport, das Rücken werden entweder Forwarder, spezielle Schlepper oder Rückepferde eingesetzt.
[Bearbeiten] Wettkämpfe
Es gibt mittlerweile an vielen Orten sogenannte Holzfäller-Meisterschaften. In verschiedenen Disziplinen, z.B. Axtwerfen, möglichst viele Baumscheiben absägen oder auf im Wasser schwimmenden Baumstämmen balancieren wird der Gewinner ermittelt. Diese Meisterschaften lassen sich mit den schottischen Highland Games vergleichen.
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Literatur
- Uwe Tobä: Zwischen Stoppuhr und Spaltaxt. Die Geschichte der Waldarbeiterausbildung im 20. Jahrhundert. Interdisziplinäre Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung der forstlichen Arbeitswissenschaft und berufs- und arbeitspädagogischer Entwicklungen, Grundlagen und Begründungen. Conte-Verlag, Saarbrücken 2003, 472 S., ISBN 3-9808118-7-5