Internet-Orakel
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Das Internet-Orakel, früher auch als Usenet-Orakel bekannt, ist ein Mitte der 1980er von Steve Kinzler ins Leben gerufenes Orakel, an das per E-Mail Fragen gestellt werden können. Wenige Tage später erhält man eine Antwort, als Gegenleistung muss der Fragesteller jedoch seinerseits eine Frage beantworten. Besonders gute Orakelsprüche werden in der Newsgroup rec.humor.oracle (englisch) und de.rec.orakel (deutsch) als so genannte Digest veröffentlicht. Die Heimstätte der englischen Ur-Orakels liegt in Indiana, eine deutsche Orakelstätte findet man auf dem Olymp. Eine Anleitung wie man mitmacht findet man hier, oder man schickt eine E-Mail mit dem Subject "Hilfe" an Orakel@Olymp.org.
- Beispiel einer Orakelantwort aus Digest 446-07:
- Die Frage an das Internet Orakel lautete:
- Erlauchtes Wesen. Du einziges Orakel. Du Gott der Goetter. Du, das Du alles weisst. Du Einziges im Universum: sage mir
- Verdammt noch mal! Wo hab ich nur meine Brille hingelegt?
- Und dies war die Antwort, die das Orakel gab:
- Fluchender Fragesteller, hoere und werde erleuchtet.
- Nehme einen Hammer, und durchstreife mit ihm die Raeume des Hauses. Schlage in jedem Raum kraeftig mit dem Hammer gegen die Wand. Wenn nach dem Hammerhieb zersplitterte Kacheln zu Boden rieseln, so ist dies das goettliche Zeichen, dass deine Brille nahe ist.
- Halte nun Ausschau nach dem wasserdurchfluteten Thron des Koenigs Flatula. Oeffne nun den Deckel des Throns, und Du siehst deine Brille auf der Pforte zur Unterwelt liegen.
- Du schuldest dem Orakel, inkarniert als PVJ, ein Duftspray.
Das Beispiel zeigt, dass es beim Internet-Orakel nicht so sehr um die wahrheitsgemäße Beantwortung geht. Es ist vielmehr als Humorproduzent zu verstehen.
Im Laufe der Zeit haben sich auch etliche Running Gags entwickelt.
So ist es beispielsweise Tradition, jede Frage mit "Schleim" einzuleiten, also übertriebene Huldigungen darzubringen.
Stellt man dem Orakel eine schon zu oft gestellte Frage ("How much wood would a woodchuck chuck, if a woodchuck could chuck wood", oder im deutschsprachigen Orakel: "Wieviele Fische fängt Fischers Fritz?") wird vom Orakel mit einem sogenannten Zot beantwortet. Es wird behauptet, dass sich der Fragesteller daraufhin in Nichts auflöst und nur ein kleines Aschehäufchen zurückbleibt.
Die Freundin Orries, wie das Orakel oft genannt wird, heißt Lisa, wohl nach dem ELIZA-Programm von Joseph Weizenbaum. Zusätzlich gibt es noch den Klempner, der für den Betrieb des Orakels zuständig ist, eine Priesterschaft, welche die besten Antworten des Orakels auswählen soll, häufig aber darum streitet, wer den Tempel ausfegt, und Zadoc, ein mysteriöses Wesen, das den Betrieb der Folterkammer über hat. Und, in Anspielung auf Terry Pratchetts Scheibenwelt, gibt es einen Affen als Bibliothekar.