Kierberg
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Kierberg ist ein nordwestlicher Ortsteil der Stadt Brühl und liegt am östlichen Rand des Vorgebirges. Der Ort hat 4.423 Einwohnner.
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[Bearbeiten] Lage
Kierberg liegt am oberen Osthang der Ville im Vorgebirge und am Westrand der inneren Kölner Bucht. Nachbarorte sind die Ortsteile Brühl-Heide und Brühl-Vochem, sowie Brühl-Innenstadt ( Römerstraße ). Die Stadtmitte des Hauptortes Brühl liegt etwa zwei Kilometer entfernt.
[Bearbeiten] Geschichte
[Bearbeiten] Merowinger
Ursprünge des heutigen Ortes Kierberg gehen auf das 7. Jahrhundert zurück. Unter dem Kölner Bischof Kunibert wird der Fronhof „Merreche“ aus fränkischem Königsgut der kölnischen Kirche geschenkt. Aus diesem frühen Namen wird später die Bezeichnung „Meregge“, oder „Merrechte“ und „Merrich“. Nach dem Bau einer ersten Kapelle und einer späteren Kirche auf dem Berg, entsteht der Name Kirberg und wird zum heutigen Kierberg.
[Bearbeiten] Mittelalter
Auch im 12. Jahrhundert ist von einem Hof in Merreche die Rede. Eine Urkunde von 1231 spricht im Zusammenhang von Ritter Hermann, Sohn Lamberts von Merreche, und erwähnt ein unterhalb Merrches gelegenes Kloster. Die gleiche Urkunde benutzt auch die Bezeichnung Marienbende bei Merrege.
Im Jahr 1242 erobert und plündert Graf Wilhelm von Jülich mit den kaiserlichen Truppen die Stadt Bonn, als er auf seinem Rückzug offenbar sorglos mit seinen Truppen in der Nähe Brühls übernachtet wird er von den Truppen des Kölner Erzbischofs überrascht und geschlagen. Diese Schlacht soll bei „Merreche" stattgefunden haben. (Nach Georg Waitz, Chron. Regia 307: Chronici Rythmici Coloniensis fragmenta)
In der Urkunde „Testes exauditi“ aus dem Jahre 1304 ist von einer Kapelle zu „Meregge“ die Rede welche mit der Kirche in Brühl und Vochem zur Mutterkirche Kendenich (Hürth) gehörte. In einer Urkunde des Fronhofes zu Vochem, wird im Jahr 1577 anlässlich eines Pachtvertrages für eine Mühle, schon die weiter abgewandelte Form "Merrich" benutzt. Nach Lacomblet ist der Eigentümer dieses Hofes Herr Degenhard Komp, ef. Vochem. (Siehe Bild „altes Familiengrab“) Laut einer Rechnung aus dem Jahr 1696 wurde die als verwahrlost bezeichnete Kapelle von Grund aus bis auf das Dach in Fachwerk neu aufgebaut, und 1733 mit einem neuen Bodenbelag versehen.
[Bearbeiten] 19. Jahrhundert
Bedeutsam wurde der Ort erst im Zeitalter der Industrialisierung. 1875 wurde die Bahnstrecke Brühl-Euskirchen eröffnet (Eifelbahn), und Kierberg erhielt einen eigenen Bahnhof. Die Bahnstrecke durchschneidet den Ort in einem tiefen Graben. Der erhaltene „Kaiserbahnhof“ wurde besonders prachtvoll gestaltet, denn Kaiser Wilhelm I. fuhr von hier zu den Manöverplätzen in der Eifel. Die Kaiserstraße verbindet den Ortsteil mit dem Brühler Schloß Augustusburg, wo der Kaiser nächtigte. Kierbergs neuere Geschichte wurde vor allem durch den Braunkohletagebau geprägt. Die Einwohnerzahl verdoppelte sich um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert. 1910 zählte der Ort 2594 Einwohner. [1] Neben prachtvollen Bürgervillen entlang der Kaiserstraße entstanden Arbeitersiedlungen für die Beschäftigten des Braunkohletagebaus und der Brikettfabriken im Rheinischen Braunkohlerevier. Heute sind die Gruben rekultiviert und die Brikettfabriken abgerissen.
[Bearbeiten] Schulen
- Barbaraschule - Kath. Grundschule - Mühlenbach
Die Barbaraschule wurde 1968 als katholische Grundschule Kierberg gegründet. Ihren Namen erhielt Sie nach der heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergarbeiter, da die ehemals vom Braunkohletagebau geprägten Stadtteile Kierberg und Heide ihr Einzugsgebiet bilden. Im Gebäude der Barbaraschule ist seit Ende 2002 das Archiv der Stadt Brühl untergebracht.
- Melanchthonschule - Gemeinschafts Grundschule – Kaiserstraße
Der Schulbezirk der Melanchthonschule erstreckt sich auf die Stadtteile Heide, Kierberg und Vochem und umfasst das Stadtgebiet nördlich des Schulbezirks der Astrid Lindgren-Schule, Rodderweg und nordwestlich des Schulbezirks der Martin Luther-Schule an der Bonnstraße.
[Bearbeiten] Bauwerke
- Kaiserbahnhof von 1875, heute Restaurant und Biergarten
- katholische Pfarrkirche St. Servatius, erbaut 1904, genannt Arbeiterdom
[Bearbeiten] Schienenverkehr
Der Haltepunkt Kierberg liegt an der Eifelbahn (KBS 474) Köln–Euskirchen–Gerolstein–Trier, auf der im Schienenpersonennahverkehr die gleichnamige RegionalBahn 24 Köln–Euskirchen–Kall, in der HVZ bis Gerolstein verkehrt.
Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr von der DB Regio NRW, die für die Eifel-Bahn Diesel-Triebwagen der DB Baureihe 644 in Ein- bis Dreifachtraktion für Geschwindigkeiten bis zu 120 km/h einsetzt.
Für den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.
[Bearbeiten] Literatur und Quellennachweis
- Johann Wilhelm Rosellen: Geschichte der Pfarreien des Dekanates Brühl , J. P. Bachem Verlag Köln 1887
- Website der Stadt Brühl
[Bearbeiten] Weblinks
Koordinaten: 50° 50' 14" N, 6° 53' 8" O