Kloster Seligental
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Das ehemalige Kloster Seligental liegt in Baden-Württemberg im Neckar-Odenwald-Kreis zwischen den Ortschaften Schlierstadt und Zimmern, nicht zu verwechseln mit dem noch heute existierenden Kloster Seligenthal Landshut in Bayern. Heute ist es ein landwirtschaftliches Hofgut. Reste der früheren Klosteranlage wurde erst jüngst konserviert und für die Nachwelt erhalten.
[Bearbeiten] Geschichte
Bei dem ehemaligen Kloster handelte es sich um ein Nonnenkloster der Zisterzienser. Laut einer Stiftungsurkunde vom 25. November 1236 wurde das Kloster von Konrad von Dürn und dessen Frau Mechthild für adelige Frauen gegründet. Die erste Äbtissin trug den Namen Hildeburgis und war vermutlich eine Tochter des Gründers. Die kirchliche Zuständigkeit für das Kloster hatte das Bistum Würzburg. Die Klosterkirche wurde 1239 der hl. Gottesmutter geweiht. Das heute größte Zisterzienserinnenkloster wurde 1232 in Landshut gegründet. Es trägt ebenfalls den Namen Seligental.
Die Nonnen in Seligental lebten nach den Regeln des heiligen Benedikt von Nursia (Regula Benedicti) in der zisterziensischen Form. Das Kloster wurde nach einer bewegten Zeit 1568 nach dem Tod der letzten Äbtissin Amalia Schelm vom Berg mit aufgelöst.
Überfälle im Bauernkrieg und der Übertritt zahlreicher adliger Familien der Umgebung zur Reformation trugen zum Niedergang des Klosters bei. Versuche der Äbte von Ebrach und Salem, den Konvent 1613 wiederzubeleben, scheiterten am Widerstand des Mainzer Erzbischofs. 1803 kam Seligental im Zuge der Säkularisation an die Grafen von Leiningen. Seit 1934 befindet sich Seligental überwiegend in Privatbesitz und wird seither landwirtschaftlich genutzt. Die Kirche, die als Schafstall und Scheune diente, brannte 1928 ab. Ihr frühgotisches Eingangsportal findet noch heute als Gartentor Verwendung. Allein die Sakristei, die noch bis 1848 als Kapelle genutzt wurde, ist in ihren ursprünglichen Ausmaßen mit Kreuzrippengewölbe, mit Freskenresten und einem Fenster in romanischen Formen erkennbar.
[Bearbeiten] Literatur
- Elmar Weiß / Helmut Neumaier, Geschichte der Stadt Osterburken, herausgegeben von der Stadt Osterburken, Juni 1986, S. 488 ff.
- Elmar Weiß, Das Kloster Seligental bei Osterburken, Sonderdruck zur Erinnerung an die Gründung des Klosters vor 750 Jahren (1986)
- Walter Koupil, Seligental, Schlierstadt-Bauland, Chronik eines vergessenen Klosters, 1990
Koordinaten: 49° 26′ 26" N, 09° 22′ 18" O