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Lübben (Spreewald) - Wikipedia

Lübben (Spreewald)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wappen Deutschlandkarte
Wappen von Lübben (Spreewald)
Lübben (Spreewald)
Deutschlandkarte, Position von Lübben (Spreewald) hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Dahme-Spreewald
Koordinaten: Koordinaten: 51° 57′ N, 13° 54′ O51° 57′ N, 13° 54′ O
Höhe: 50 m ü. NN
Fläche: 119,90 km²
Einwohner: 14.722 (30. Juni 2005)
Bevölkerungsdichte: 123 Einwohner je km²
Postleitzahl: 15907
Vorwahl: 03546
Kfz-Kennzeichen: LDS
Gemeindeschlüssel: 12 0 61 316
Stadtgliederung: 6 Ortsteile bzw. Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Poststraße 5
15907 Lübben
Webpräsenz:
Bürgermeister: Lothar Bretterbauer (CDU)

Lübben (Spreewald) (niedersorbisch: Lubin (Błota)) ist die Kreisstadt des Landkreises Dahme-Spreewald in der Niederlausitz im Bundesland Brandenburg.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

[Bearbeiten] Stadtgliederung

  • Hartmannsdorf
  • Lubolz
  • Neuendorf
  • Radensdorf
  • Steinkirchen
  • Treppendorf

[Bearbeiten] Geschichte

Die "Burg Lübben" wurde als "urbs lubin" 1150 erstmals in einer Bestandsaufnahme der Besitztümer des Klosters Nienburg erwähnt. Zwischen 1210 und 1220 wurde das Magdeburger Stadtrecht in Lübben eingeführt. Die Stadtentwicklung wird begünstigt durch die strategisch und logistisch herausragende geografische Lage zwischen Ober- und Unterspreewald.

Paul-Gerhardt-Kirche
Paul-Gerhardt-Kirche

Die Stadt geht um 1300 in das Eigentum des Klosters Dobrilugk (Doberlug) über, unter dessen Herrschaft sie bis 1329 verbleibt. Sie wird dann käuflich durch den Herzog Rudolf von Sachsen erworben. Nach langen kriegerischen Auseinandersetzungen gelangt Lübben 1373 zusammen mit der Niederlausitz unter die Herrschaft Kaiser Karls IV., der das Markgraftum in die Böhmische Krone inkorporiert. Stadtherren von Lübben bleiben aber noch bis 1422 die sächsischen Fürsten. In der Zeit der Hussitenkriege geht die Niederlausitz in die Pfandherrschaft der vom böhmischen König eingesetzten Landvögte über. Lübben wird in dieser Zeit mehr und mehr zu einer freien landesherrlichen Stadt, auch wenn der Landvogt Hans von Polenz (14221437) in der landesherrlichen Burg zu Lübben residiert. Am 18. Oktober 1448 wird die Stadt durch den Markgrafen Friedrich II. (Brandenburg) besetzt. Dieser zwingt die Brüder von Polenz, ihm Stadt und Schloss Lübben für lediglich 10.000 Rheinische Gulden zu verkaufen. Seit 1462 steht Lübben wieder direkt unter der Herrschaft der böhmischen Könige und gelangt als Bestandteil der Krone Böhmen 1526 unter die Herrschaft der Habsburger. Zusammen mit der gesamten Niederlausitz wird Lübben 1623 (endgültig 1635) kursächsisch.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt Lübben und die umliegenden Siedlungen mehrfach Opfer von plündernden und brandschatzenden Truppen verschiedener kämpfender Parteien. Lübben war seit dem 15. Jahrhundert die Hauptstadt des Markgraftums Niederlausitz. Hier hatte der Landvogt seinen Sitz und auch die meisten Landtage der Niederlausitzer Stände wurden in Lübben abgehalten. 1815 wird die Niederlausitz preußisch, das Markgraftum wird der Provinz Brandenburg angeschlossen und Lübben verliert seine Funktion als Hauptstadt der jahrhundertelang autonom gewesenen Region.

Im April 1945 wurde Lübben bei der Einnahme durch die Rote Armee zu 80 Prozent zerstört. Über 300 Soldaten beider Seiten und 500 Zivilisten verloren ihr Leben.

Heute ist Lübben wieder ein wichtiger Verwaltungsknotenpunkt, es teilt sich allerdings die Ämter mit dem, nahe Berlin liegenden, Königs Wusterhausen. So befindet sich in Lübben das Landratsamt und das Jugendamt, während Königs Wusterhausen beispielsweise das zuständige Finanzamt und eine Jugendarrestanstalt beherbergt.

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Stadtrat/ Stadtverordnetenversammlung

Der Rat der Stadt Lübben besteht aus 26 Ratsfrauen und Ratsherren.

(Stand: Kommunalwahl am 26. Oktober 2003)

Der Bürgermeister ist zurzeit Lothar Bretterbauer (CDU). Er ist seit 31. Mai 1990 Bürgermeister.

[Bearbeiten] Wappen

Das Wappen von Lübben ist ein schwarzer Adler mit roten Fängen und roter Zunge im goldenen Feld.

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

Schlossinsel Lübben
Schlossinsel Lübben

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

Hauptsehenswürdigkeit ist der Spreewald. Doch Lübben hat noch mehr zu bieten. Obwohl die Stadt in den letzten Kriegstagen zu 80% zerstört wurde, sind einige historische Sehenswürdigkeiten erhalten und in den letzten Jahren wieder originalgetreu restauriert worden. Hervorzuheben sind dabei besonders das Schloss, das Ständische Landhaus und das Neuhaus. Die Paul-Gerhardt-Kirche erhielt 1988 eine neue Haube und die Bronzeplastik Paul Gerhardts vor der Kirche wurde restauriert.

Aber auch viel Neues ist in Lübben entstanden - zu Ehren der Städtepartnerschaft zu Neunkirchen im Saarland wurde der Neunkircher Platz gestaltet und die Schlossinsel zu einem Kleinod im Stadtbild umgestaltet, wo sich bei schönem Wetter viele Lübbener und Gäste der Stadt bei einem Spaziergang durch die Parkanlage entspannen oder bei einer der zahlreichen Spielmöglichkeiten vergnügen. Lübben ist auch eine grüne Stadt. So lädt der Stadthain zu einem erholsamen Spaziergang ein und auch die Liebesinsel ist einen Besuch wert.

Die Schlossinsel in Lübben existiert in ihrer heutigen Gestalt seit 1998. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg sammelten sich dort die Reste der Trümmer, welche der Krieg hinterlassen hatte. Die Insel wurde später umgebaut, so entstanden Flussläufe und eine gestufte Anhöhe. Weiterhin entstand ein Wasserspielplatz und ein weiterer Sandspielplatz. Heute sind auf der Schlossinsel Konzerte und kulturelle Veranstaltungen zu erleben, bei denen man einen guten Blick auf das Lübbener Schloss hat.

Haus Burglehn am Ort der alten Slawenburg
Haus Burglehn am Ort der alten Slawenburg

Südlich der Stadt befand sich im Mittelalter die Slawenburg Lübben, deren Reste um das Gasthaus Haus Burglehn noch zu erahnen sind.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Verkehr


[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

  • Karin Büttner-Janz, deutsche Kunstturnerin
  • Hans Walter Gruhle, deutscher Psychiater
  • Ernst Krahl, deutscher Anglist und Lehrer
  • Waldeck Manasse (1864-1923) deutscher Schriftsteller, Stadtverordneter, Mitglied des Preußischen Landtags
  • Otto Theodor von Manteuffel, preußischer Politiker
  • Robert Oswald von Ulrici (1816 - 1886) , Forstmann, Beamter, Leiter des gesamten preußischen Forstwesens
  • Karl Uschner, deutscher Übersetzer antiker Dichtungen

[Bearbeiten] weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen

[Bearbeiten] Literatur

  • Johann Wilhelm Neumann: Geschichte der Kreis-Stadt Lübben im Markgrafthum Niederlausitz, Lübben, Alfa-Verlags-Gesellschaft, 2000 (Reprint der Ausgabe Lübben, Driemel, 1846 und 1857)
  • Lübben - ein Kleinod der Niederlausitz, Lübben, Heimatverlag, 1993, ISBN 3-929600-04-8
  • Festschrift Lübben 850 Jahre: 1150 - 2000, Lübben, Heimatverlag, 1999, ISBN 3-929600-17-X
  • Rolf Ebert: Zur Geschichte der Stadt Lübben (Spreewald), Lübben, Heimatverlag, 2003, ISBN 3-929600-27-7

[Bearbeiten] Weblinks


Siehe auch: Tourismus in Brandenburg, Radrouten in Brandenburg

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