Leinpfad
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
Leinpfad, auch Treidelpfad, in Sachsen Bomätscherpfad (vergleiche Bomätscher), in Österreich Treppelweg, nannte man einen Arbeitsweg unmittelbar am Flussufer, der angelegt wurde, damit Menschen und Zugtiere (zum Beispiel Pferde) hölzerne Frachtschiffe flussaufwärts ziehen konnten. Auch am Ufer von Kanälen finden sich solche Wege. Die Schiffe waren über ein Tau („Leine“) mit den auf den Leinpfaden gehenden Treidelpferden und Treidlern verbunden. Den Vorgang nannte man treideln.
Eine Nutzung der Treidelpfade durch Radfahrer ist aus Sicherheitsgründen oft untersagt. Einige ausgewählte Teile sind mit ihrer ursprünglich gepflasterten Oberfläche erhalten.
Bis in die sechziger Jahre war das Betreten der Leinpfade nur auf eigene Gefahr gestattet. Sie unterliegen bis heute der Verwaltung der Wasser- und Schifffahrtsämter (WSA). Die meisten der ehemaligen Leinpfade sind heute Uferpromenaden oder Arbeitswege für Angestellte der jeweiligen Wasser- und Schifffahrtsämter.
[Bearbeiten] Erhaltene Leinpfade
In Deutschland ist der Leinpfad an der Ruhr zwischen Duisburg und Witten fast vollständig erhalten. Auf ihm wurden ab 1780 bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts Ruhraaken getreidelt. Er wird noch als Freizeitweg von Fußgängern genutzt und bildet über etwa 75 km einen Abschnitt der Kaiserroute. Mit dem Erscheinen maschinengetriebener Schiffe und Schlepper ging die Treidelschifffahrt zu Ende.
Entlang der Donau ist der Treppelweg über weite Strecken von Bayern bis nach Rumänien an beiden Ufern erhalten und als der Donauradweg bis Budapest ausgebaut.
Auch entlang Salzach und Inn und Traun finden sich Treidelwege, die auf die große Zeit des florierenden Salzhandels aus Hall in Tirol, Bad Reichenhall, Hallein und dem Salzkammergut zurückgehen.
In Hamburg ist die Straße Leinpfad, heute eine feine Adresse, nach einem Treidelpfad an der Alster benannt.