Benutzer:Lienhard Schulz/Text 3
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Lemma: Markthallen in Berlin (Weiterleitung: Markthalle (Berlin))
Um 1900 gab es vierzehn Markthallen in Berlin. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen die Behörden in der sich sprunghaft entwickelnden Stadt zur der Überzeugung, dass sich die Hygiene in überdachten Märkten besser kontrollieren und verbessern ließe als in offenen Märkten.
Nachdem ein erster Versuch mit einer privaten Markthalle (1865–1868) zwischen Schiffbauerdamm und Karlstraße mangels Publikumsinteresse gescheitert war, schuf der Berliner Magistrat zwischen 1886 und 1892 in drei Bauphasen ein Netz von vierzehn Markthallen. Neben den hygienischen Aspekten waren für den Beschluss des Jahres 1881 zum einen Möglichkeiten entscheidend, die sich durch die Einbindung der Stadtbahn in die Lebensmittelversorgung der Stadt ergaben. Zum anderen waren die Lebensmittelpreise mit einem kontrollierbaren Verteilungssystem leichter niedrig und konstant zu halten.
Die weitgehend nach Plänen des Architekten und Stadtbaurates Hermann Blankenstein erstellten Bauten stellen heute mit reich verzierten Klinkerfassaden und Rundbogen, aber auch mit ihren gußeisernen Hallenkonstruktionen geschützte architektonische Kostbarkeiten dar. Komplett erhalten und auch heute noch als Markthallen in Betrieb sind drei der Gebäude, weitere sind in Teilen oder unter anderer Nutzung erhalten. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts gelten die letzten drei verbliebenen Märkte als Auslaufmodell und suchen nach zeitgemäßen wirtschaftlichen Konzepten.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Markthallen als Erfordernis
Wochenmärkte störten den zunehmenden Verkehr, galten als hygienisch problematisch. Die Wochenmärkte hielten sich allerdings in den Aussenquartiere bis in heutige Zeit.
- Knoten ins Taschentuch: Der Zentralviehhof gehört auch thematisch in diesen Bereich des Versorgungsbaus, Parallelen: ebenfalls ein Werk Blankensteins, ebenfalls ein privates Vorgängerprojekt
Zweck:
- Kontrolle und Verbesserung der Hygiene
- Lebensmittelpreise mit kontrollierbarem Verteilungssystem niedrig und konstant gehalten
- Elemente des Verteilsystems:
- Großmarkthallen (heute Grossmärkte genannt) mit dem Engroshandel: Handel mit Waren in grossen Mengen, die den Bedarf vieler Menschen decken, sollen den Markt mit genügenden Mengen Waren versorgen (grosses Angebot-> tiefere Preise)
- Kleinmarkthallen, meist Martkhallen genannt: Verkauf von kleineren Warenmengen, welchem der Einzelne benötigt
- Verkehrswege (gute Landstraßen, Eisenbahn, Wasserwege) zur Anbindung der Städte ans Hinterland
Dieses Verteilsystem wurde erst mit den im 19. Jahrhundert entstehenden großen Städten erforderlich. Das Handbuch der Architektur von 1891 gibt als Faustregel für die Erichtung dieser Versorgungsbauten eine Bevölkerungszahl von 500,000, da die Bevölkerung sich sonst einestheils ganz und gar in die Hande von Hökern auf Aufkäufern giebt, anderntheils zu Zeiten ihren Bedarf nicht rechzeitig decken wird und densleben stest mit unverhältnißmäßig hohhen Kosten bezahlen muß.
In Berlin wurde die Funktion der Großmarkthalle durch die Centralmarkthalle am Alexanderplatz abgedeckt, als Verkehrsträger diente hauptsächlich die Eisenbahn an das die Centralmarkthalle direkt angeschlossen war. Die Feinverteilung übernahmen 15 über das Stadgebiet verteilte Kleinmarkthallen. Der Berliner Stadtrat Otto Theodor Risch schrieb 1867 zu den Distanzen und zur Lage der Markthallen Berlin ist bezüglich der Lage seiner Klein-Markthallen in der richtigsten Weise vorgegangen, indem es die Klein-Markthallen in bestimmter Entfernungen voneineander erbaut hat. Hier hat sich gezeigt, dass die Hausfrauen schon kaum mehr in die Markthallen wandern, wenn die Entfernung iherer Wohnung von der Markthalle ehr als 15 bis 20 Minuten gross ist, also über 1000 oder 1200 m beträgt [1]
Sammelsurium
- Direktionsbüro der städtischen Markthallen befand sich an der Neuen Friedrichstrasse 35 ?erhalten?
- Funktion als soziale Treffpunkte ("mein Fleischhändler", "mein Gemüsehändler"
Längeres Originalzitat von Julius Hennicke zum Verwursten:
An und für sich ist es ganz gleichgültig ob die Märkte aus städischen, staatlichen oder privaten Mitteln eröffnet und verwaltet werden, sobald nur durch Tarife die Grenze der Gebührenerhebung fest gestellt und für die Ueberwachung in Bezug auf Ordnung und Gesundheitspflege gesorgt ist. In England, wo der Marktverkehr am freiesten entwickelt und der Lebensmittelhandel am besten organisirt ist, hat das Parlament sich für die freie Concurrenz entschieden und ertheilt die Ermächtigung zur Anlage von Märkten unter gleichen Rechten und Pflichten an Private, wie an Communen. In Frankreich haben sich die städtischen Behörden fast überall der Märkte bemächtigt und sie dadurch zu einer außerordentlichen Einnahmequelle gemacht, dass sie die Vermittelung sämmtlicher Engros-Verkäufe, das ganze Maklerwesen in die Hand genommen. Die Detail-Märkte sind selbst in Paris zum großen Theil von Privatgesellschaften errichtet und von der Stadt auf bestimmte Zeit concessionirt oder verpachtet. Naturgemäss müssten die öffentlichen Märkte im Besitz der Städte sein und ohne Rücksicht auf Ertrag lediglich im Sinne der besseren und billigeren Ernährung der Bevölkerung gehalten werden. Da aber über diesem idealen Standpunkt die Verinteressirung des Anlagekapitals und die Nothwendigkeit der Steuergewinnung steht, auch der Handel mit Lebensmitteln eine starke Steuer verträgt und sicher abwirft, so bleibt die Frage offen, ob nicht der Vortheil des städtischen Budgets eben so, wie die Ernährung der Bevölkerung besser gewahrt wird, wenn die Städte, ohne Aufwand von Anlagekapital und ohne die lästige Verwaltung, die Errichtung der Märkte Erwerbsgesellschaften überlassen und sich mit Theilnahme am Gewinn und der Ueberwachung begnügen. In allen Handelssachen ist unbestritten das Privatinteresse findiger und thatkräftiger, als die klügste Behörde. In der Verkennung des Umstandes, dass der Schwerpunkt der Markthallen-Frage nicht in der Gebäudeanlage, sondern in der Organisation des Handels liegt, sind die Gründe so vieler verunglückten Versuche, theilweisen oder ganzen Misserfolges zu suchen. Wie das glänzendste und schönste Magazin leer bleibt, wenn es an falscher Stelle liegt oder schlecht versorgt und bedient wird, so bleibt der prachtvolle Columbia-Markt in London trotz billiger Standgelder verlassen, und der alte, schlecht gebaute Covent-Garden ist überfüllt und bringt die ausserordentlichsten Erträge. Wo immer aber die Umwandelung des offenen Wochenmarkt-Verkehres in täglichen, geordneten Handel unter bedeckten Verkaufsstätten angestrebt und durchgeführt worden ist, hat es der Initiative der Behörden bedurft, um die Widerstände zu beseitigen, welche theils erworbene, theils verjährte Privatrechte und alte Gewohnheiten, theils unklare Befürchtungen oder absichtlich verbreitete Täuschungen über die Folgen solcher, den bürgerlichen Kleinverkehr berührenden Massregeln, den Unternehmungen entgegengesetzt haben. Ohne den administrativen Machtspruch, welcher, die offenen Märkte aushebend, die Plätze und Strafsen befreiend, den Verkehr in die Hallen verweist, wird es weder in Deutschland, noch war es in Frankreich und England möglich, bedeckte Märkte zu schaffen. [2]
- Erst mit der Überlegung, die Stadtbahn in die Lebensmittelversorgung einzubinden, konkretisierten sich die Überlegungen ... . Allerdings blieb die zentrale Halle I, die "Alexanderhalle" am Alexanderplatz, die einzige mit tatsächlicher Bahnanbindung. -> +/- eingearbeitet
Denkschrift von Rudolf Virchow und Albert Guttstadt (Einsatz Virchows für Markhalle und Zentrahlviehof ist in Artikel ausdrücklich erwähnt): Die Anstalten der Stadt Berlin für die Öffentliche Gesundheitspflege und für den naturwissenschaftlichen Unterricht: Festschrift dargeboten den Mitgliedern der 59. Versammlung Deutscher Naturforscher und Aezte von den städtischen Behörden. Stuhr Berlin, 1886
... drei Bauphasen, alle Hallen zusammen 28.992.200 Mark
- I-IV Eröffnung im Mai 1886 Baukosten zusammen 7.458.000 Mark
- V-VIII Eröffnung 1888 Baukosten zusammen 4.687.900 Mark
- IX-XIV Eröffnung 1891/1892 Baukosten zusammen 7.206.300
[Bearbeiten] Notkapitel: Gründe für die langsame Entwicklung Berlins
- Stadt Berlin der Städteordnung vom 19.November 1808 unterstellt
- Konflikt zwischen städtischen Organen (Magistrat, Stadtverordnetenversammlung und königlichen Organen (Polizeipräsident = königlicher Beamter)
- Stadtverwaltung brauchte Zeit, um in die Rolle zu wachsen und Rechte und Pflichen zu erkennen (vorher Berlin durch vom König ernannt Beamte geführt)
- langes Schwanken zwischen privater und öffentlicher Trägerschaft
[Bearbeiten] Vorgeschichte
[Bearbeiten] Wochenmärkte als Vorläufer der Markthallen
Zum Zeitpunkt der Errichtung der Martkhallen besaß Berlin 20 Wochenmärkte, die abgesehen vom Markt auf dem Neuen Markt und dem durch Kabinettsordre vom 8. November 1828 durch Friedrich Wilhelm I. eingerichteten Markt auf dem Gendarmenmarkt erst zusammen mit der rasanten Bevölkerungsentwicklung und der Anlage neuer Quartiere im Verlauf des 19. Jahrhunderts entstanden. Wochenmärkte wurden im eigentlichen Stadtzentrum auf dem Alexanderplatz, dem Neuen Markt, dem Gendarmenmarkt und dem Dönhofplatz abgehalten sowie weiter vom Stadtzentrum entfernt auf dem Andreasplatz, dem Büschningplatz, dem Teutoburgerplatz, an der Prinzenallee, auf dem Pappelplatz (Arkona-Platz), dem Karlplatz, dem Gartenplatz, dem Weddingplatz, dem Oranienburgerplatz, dem Potsdamerplatz, dem Magdeburgerplatz, dem Belle-Alliance-Platz, dem Oranienplatz, an der Franzstraße und auf dem Lausitzerplatz.
Diese offenen Märkte besassen abgesehen von einem Holzschuppen für die Marktpolizei keine festen Einrichtungen. Der Aufbau der Markstände durfte nicht früher als eine Stunde vor Marktbeginn erfolgen, der im Sommer auf sechs Uhr, im Winter auf sieben Uhr festgesetzt war. Der Abbau erfolgte um dreizehn Uhr (auf dem Gendarmenmarkt bereits um zwölf Uhr). Der Beginn des Marktes wurde durch Hissen einer Flagge angezeigt, nur solange sie nicht wieder eingeholt war, durfte Handel getrieben werden. Die Waren wurden auf einfachen Tischen, auf Unterlagen oder direkt auf dem Erdboden angeboten – nur den Fleischern war die Errichtung leichter Läden oder Zelte erlaubt.
Die Marktpolizei, bestehend aus einem höheren Polizeibeamten, einigen Schutzleuten und einem Tierarzt, sorgte allgemein für Ruhe und Ordnung, kontrollierte die Waren, Maße und Gewichte und Einhaltung der Marktzeiten. Als Vergütutung für die überlassenen Plätze hatten die Verkäufer ein Stättegeld zu entrichten, das in der jeweiligen Marktordnung festgelegt war. Die Erhebung des Stättegeldes stand dem Magistrat zu, der diese meist weiterverpachtetet. Vom Stättegeld befreit waren die direkten Produzenten – eine Bevorzugung mit dem Hintergedanken, durch die Teilnahme möglichst vieler direkter Produzenten die Zwischenhändler auszuschalten und damit tiefere Lebensmittelpreise zu erzielen. Als weiteres Privileg durften sie Waren direkt vom Fuhrwerk verkaufen.
[Bearbeiten] Leidensgeschichte
Erste Vorstöße zur Errichtung von Markthallen in Berlin reichen bis ins Jahr 1848 zurück. Anlass waren einerseits die in den Jahren 1846 und 1847 erfolgte Verteuerung und Verknappung der Lebensmittel (ungeeignete staatliche Intervention noch ergänzen), welche die Grenzen des bisherigen Systems aufzeigten, und andererseits Anregungen aus Reisen von Stadtverordneten ins Ausland, etwa nach Paris oder London, wo Markthallen bereits ihre Rolle in der Versorgung der großstädtischen Bevölkerung wahrnahmen. Die Stadtverordnetenversammlung beschloss jedoch auf Antrag des Magistrats, die Angelegenheit angesichts der bewegten Zeitverhältnisse vorläufig wieder ruhen zu lassen.
Im November 1862 stellte der Stadtverordnete Schaeffer erneut einen Antrag, in dem er die Errichung von Markthallen und Schlachthäusern als dringende Pflicht der Gemeindebehörden bezeichnete. Die Folge war die Entsendung zweier Komissionen unter der Leitung des Stadtrates Risch und des Architekten Julius Hennicke, welche die in anderen europäischen Städten bereits bestehenden Einrichtungen untersuchen sollte. Beide Komissionen lieferten gründliche Berichte[3], unmittelbare Auswirkungen und Aktivitäten der Stadt Berlin lösten sie jedoch nicht aus.
In dieser Situation stellte die private Berliner Immobilien Aktiengesellschaft im Besitz des Eisenbahnkönigs Bethel Henry Strousberg den Antrag zur Errichtung einer Markthalle zwischen Schiffbauerdamm und Karlstraße, welche sie im Oktober 1864 auch erhielt. Am 1. Oktober 1867 wurde die Markthalle eröffnet und gleichzeitig die Märkte auf dem Karlplatz und dem Oranienburger Tor per Polizeiverordung geschlossen. Diese Polizeiverordnung führte zu einem Disput zwischen dem Magistrat und dem königlichen Polizeipräsidium – Ausdruck des jahrzehntelangen Kompetenzenstreits zwischen den königlichen und den städtischen Organen – der sich durch die überraschend schnelle Schließung der neuen Martkhalle im Jahr 1868 erledigte. Die beiden geschlossenen Wochenmärkte wurden wieder eingerichtet.
Auch der nächste Vorstoß im Jahre 1871 erfolgt durch ein Privatunternehmen. Die Deutsche Baugesellschaft wollte über das ganze Stadtgebiet verteilte Markthallen errichten und verlangte im Gegenzug die Schließung aller Wochenmärkte, um die notwendigen Voraussetzungen für den ökonomischen Erfolg des Vorhabens sicherzustellen. Der Polizeipräsident Lothar von Wurmb hatte keine Einwände und so trat die Stadtgemeinde in Verhandlungen mit der Gesellschaft. Bereits am 21. Dezember 1872 wurde ein Vorvertrag abgeschlossen, aber ein Wechsel an der Spitze des Polizeipräsidiums liess keinen Vertrag zustandekommen, da der neue Polizeipräsident Guido von Madai die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung nicht in die Hände einer Erwerbsgesellschaft geben wollte.
1875 setze der Magistrat wiederum eine Komission ein, die zur Erkenntnis kam, dass die Lebensmittelversorgung der Hauptstadt eine öffentliche Angelegenheit kommunialen und staatlichen Interesses sei, welche durch die städtische Verwaltung, nicht durch Private auf Grund monopolisierter Betriebe ihre Erledigung finden müsse. Die Stadtgemeinde könne ein derartig grosses Unternehmen, wie es die Errichtung von Markthallen für Berlin naturgemäss werden musste, vermöge ihrer geordneten Finanzen, ihres unbeschränkten Kredits, mit ihrem bestehenden geschulten Beamtenkörper wesentlich besser und billiger herstellen […] als Privatpersonen oder Erwerbsgesellschaften, welche bei ihrer Thätigkeit lediglich auf ein hohes Erträgniss hinarbeiten, während eine städtische Verwaltung ihre Sorge allein auf die Beschaffung ausreichender, guter und billiger Lebensmittel richten kann. [4] Damit erkannte die Stadt den Bau der Markthalle als öffentliche Aufgabe an und entschied sich für eine kommunale Verwaltung.
Mit der 1880 der Vollendung entgegen gehenden Stadtbahn bot sich die Möglichkeit, diesen Schienenweg zur Anbindung des Umlandes für die Lebensmittelversorgung zu nutzen. Allerdings war die Stadtbahn nur zum Personenverkehr zugelassen. Eine Denkschrift des Stadtbaurates Hermann Blankenstein vom 31. März 1880 sowie langwierige Verhandlungen mit der Staatsregiergung vom November 1880 bis Anfang 1881 erreichten schließlich die grundsätzliche Zustimmung der königlichen Organe, dass für die Versorgung der Markthallen die Stadtbahn für den Güterverkehr geöffnet wird. Der Berliner Magistrat richtete darauf durch eine Vorlage vom 14. Februar 1881 eine gemischte Deputation ein, welche zu beraten hatte, ob, inwieweit und an welchen Punkten die Stadteisenbahn für die Zwecke der Lebensmittelversorgung der Stadt und der besseren Ausbildung des Lebensmittelmarktes in öffentlichen, durch die Stadteisenbahn mit den gesammten Schienenwegen des Landes verbundene Verkaufshallen nutzbar zu machen sei. Diese Deputation beantrage nach eingehender Beratung auf den Plan der Errichtung einer mit der Stadteisenbahn verbundenen Markthalle einzugehen und demgemäss, als Einleitung der Sache, die Miethung vom sieben an der Station Alexanderplatz belegenen Viaduktbogen und den Eintritt in Verhandlungen wegen Ankaufs der für den Bau der Markthalle erforderlichen Grundstücke. Der Magistrat befürwortete den Antrag und legte ihn am 11. Juni 1881 der Stadtverordnetenversammlung vor. Diese setzte einen weiteren Ausschuss ein, welcher insbesondere nochmals die Frage der Trennung der Großmarkt- und der Kleinmarkthalle untersuchte. Bei der Berichterstattung des Ausschusses am 28. Juni 1881 kam es nochmals zu lebhaften Diskussionen besonders über den Anschluss an die Stadtbahn, der von einigen Mitgliedern als technisch nicht realisierbar, von anderen als überflüssig angesehen wurde. Schließlich fiel der Entscheid aber zu Gunsten des Antrages des Magistrates für eine Großmarkthalle in Verbindung mit einer Kleinmarkthalle und dem Stadtbahnanschluss. Bedeutsam ist der Zusatz mit dem Ersuchen an den Magistrat einen generellen Plan behufs Errichtung von Markthallen für die ganze Stadt aufzustellen und der Versammlung zugehen zu lassen. Damit war das Eis gebrochen.
[Bearbeiten] Die erste Bauphase
In den Versammlungen vom 12. Januar und vom 22. Juni 1882 genehmigte die Stadtverordnetenversammlung den Erwerb der zur Errichtung der Centralmarkthalle am Alexanderplatz erforderliche Grundstücke, einzelne Verhandlungen zogen sich allerdings bis 1894 hin. Nach Genehmigung der Baupläne am 29. Juni 1883 erfolgte am 18. Juli 1883 der erste Spatenstich.
Auch bei den Kleinmarkthallen ging es weiter. Die von den Deputation zur Erarbeitung des von den Stadtverordneten angeregten generellen Plans für die Markthallen trat am 5. Juli 1882 erstmals zusammen. Sie konzentrierte sich zunächst auf die Beseitigung der acht Wochenmärke der inneren Stadt, weil sich hier die Probleme am meisten bemerkbar machten. Für die Märkte auf dem Alexanderplatz und auf dem Neuen Markt war der Ersatz in Form der Centralmarkthalle am Alexanderplatz bereits gegeben. Für die Beseitigung der übrigen sechs Wochenmärkte am Gendarmenmarkt, am Dönhofplatz, am Oranienburger Tor, am Karlsplatz, am Potsdamer Platz und dem Belle Alliance Platz musste die Anzahl der Markthallen und ihre Standorte bestimmt sowie das Bauland erworben werden. Neben dem Standort der abzulösenden bisherigen Wochenmärkte, den Verkehrsverhältnisse, der bequemen Erreichbarkeit durch das Publikum waren auch finanzielle Rahmenbedingungen zu berücksichtigen, indem das Vorhaben selbsttragend und die Marktstandgelder niedrig bemessen sein sollten. Dieser Kostendruck führte dazu, dass entweder öffentliche Plätze bebaut oder dann die Markthalle auf dem verhältnismäßig billigeren Hinterland innerhalb eines Baugevierts errichtet werden sollten. Weitere Kostenreduktionen erhoffte man durch den Fortfall ausgebildeter architektonisches Fassaden – ein weiterer Vorteil des Bauens innerhalb des Baugevierts gegenüber freistehenden Markthallen – sowie dem weitgehenden Verzicht auf aufwändige architektonische Gestaltung und die Beschränkung der Gebäudehöhe auf das durch die Funktion der Markthalle erforderliche. Zweckbauten, keine Repräsentationsbauten sollten entstehen.
Um mit der Eröffnung der Centralmarkhalle gleichzeitig die offenen Märkte schließen zu können wurde mit Hochdruck an der gleichzeitige Eröffnung der ersten vier Markthallen gerarbeitet. Bereits am 21. Mai 1884 erteilte die Stadtverordnetenversammlung die Zustimmung zu den vom Magistrat vorgelegten Plänen für die Markthalle II an der Friedrichstraße/Lindenstraße, der Markthalle III an der Zimmerstraße/Mauerstraße und der Markthalle IV an der Dorotheenstraße/Am Reichstagufer. Alle diese Markthallen sollten im Inneren der Bauparzellen erichtet werden mit Mietwohnung und Verwaltungsgebäuden an der Straßenfront. Die Bauarbeiten zur Errichtung dieser Anlagen gerieten am 20. Oktober 1884 erneut ins Stocken durch einen neuerlichen Konflikt zwischen Polizeipräsidium und Berliner Magistrat. Der Magistrat hatte die Bauarbeiten vor der förmlichen Erteilung der Bauerlaubnis durch das Polizeiprädiums ausgelöst. Diese forderte als zusätzliche Auflage die Zerlegung der Holzbedachung durch vier Meter breite, unbrennbare Streifen in Unterabteilungen von maximal 1600 Quadratmeter Größe und die Verbreiterung der Durchfahrten durch die Vorgebäude und Portal auf neun Meter. Der Magistrat verfügte die Einstellung der Bauarbeiten, klagte beim Bezirksausschuss und focht die Forderungen beim dem Polizeipräsidium vorgesetzten Ministerium des Innern an. Der Minister des Innern entschied am 22. April 1885 mehrheitlich zu Gunsten des Magistrats. Der Magistrat ließ darauf die Klage beim Bezirksauschuss fallen. Mit kleinen Änderungen – der vom Minister verlangten geringfügigen Verbreiterung der Eingänge – wurden die Bauarbeiten fortgesetzt. Alle vier Hallen der ersten Bauphase öffneten wie geplant gleichzeitig am 3. Mai 1886 und die in ihrer Nähe befindlichen acht Wochenmärkte schlossen.
Für die Verwaltung der fertig gestellten Hallen hatte die Stadtverordnetenversammlung am 7. Februar 1884 ein aus fünf Mitgliedern des Magistrats und aus zehn Stadtverordneten bestehendes Kuratorium für die Städtischen Markthallen geschaffen.
[Bearbeiten] Die zweite Bauphase
Noch während die Hallen der ersten Phase im Bau waren erfolgten die Vorbereitungen für die zwei Phase mit vier weiteren Markthallen im Westen, Norden, Süden und Osten der Stadt. Wiederum bereite die Wahl des Standorts und des Grundstückerwerbs die größten Schwierigkeiten. Am 25. September 1884 genehmigte die Stadtverordnetenversammlung den Erwerb der Grundstücke Ackerstraße 23/26 und Invalidenstraße 158 für die Markthalle im Norden, am 24. Juni 1886 und am 17. Februar 1887 den Erwerb der Grundstücke Dresdenerstraße 27, Buckowerstraße 15 und Luisenufer 15/16 für die Markthalle VII im Süden und Andreasstraße 36, Krautstraße 48a und Grüner Weg 96 für die Markthalle VII im Osten. Der Errichtung der Markthalle V in Westen auf dem Magdeburgerplatz hatte die Stadtverordnetenversammlung bereits am 14. Februar 1884 zugestimmt. Einsprüche der Anwohner, welche lieber einen freien, mit Schmuckanlagen versehen Platz gesehen hätten, sowie die notwenige Zustimmung des Königs führten zu Verzögerungen. Erst am 23. Juni 1887 konnte der Bauplan der Halle durch die Stadtverordnetenversammlung genehmigt werden. Als erste Markthalle der zweiten Bauphase öffnete am 2. Februar 1888 die Markthalle VI, gefolgt am 1. Mai 1888 von der Markthalle VIII, am 23. Mai 1888 von der Markthalle und am 21. November 1888 von der Markthalle V. Gleichzeitig wurden die Wochenmärkte auf dem Teutoburgerplatz, dem Andreasplatz, dem Oranienburgerplatz, dem Lausitzerplatz, in der Franzstraße, auf dem Baschingplatz und dem Magdeburgerplatz geschlossen.
[Bearbeiten] Die dritte Bauphase
Für die dritte Bauphase beantrage der Magistrat nebem dem Bau der Markthalle IX für die äußere Luisenstadt an der Pücklerstraße 43/44 und der Eisenbahnstraße 42/43, der Markthalle X für Moabit am Arminiusplatz, der Markthalle XI für Tempelhofer Vorstadt auf dem Marheinekeplatz, der Markthalle XII für den Gesundbrunnen an der Grünthalerstraße 3/4 und Badstraße 10/10a, der Markthalle XIII für die Schönhauser Vorstadt an der Wörtherstraße 45 und der Treskowstraße 45 und der Markthalle XIV an der Reinickendorferstraße 2d und 2e sowie an der Dalldorfstraße 21/22 auch einen Erweiterungsbau als Entlastung für die Zentralmarkthalle zwischen Neuer Friedrichstraße, Kaiser Wilhelmstraße, Rochstraße und Stadtbahn. Die Eisenbahnanlagen genügten dem seit der Eröffnung der Zentralmarkthalle massiv gewachsenen Güterverkehr nicht mehr, die umliegenden Straßen könnten den Fuhrwerkverkehr kaum mehr aufnehmen und für die Ausdehnung des Fleischgroßhandels hätten bereits zusätzlichen Stadtbahnbogen angemietet werden müssen.
Am 21. Mai 1889 und 20. Juni 1889 genehmigte die Stadtverordnetenversammlung den Antrag des Magistrats. Gleichzeitig wurde er ermächtigt, für den Erweiterungsbau der Zentralmarkthalle die bereits in städtischem Besitz befindlichen Grundstücke Neue Friederichstraße 32, 33 und 34 zu verwenden und die Grundstücke Friedrichstraße 29 und 30 zu enteignen. Auch für die Martkhalle X konnte ein städtisches Grundstück verwendet werden, auf dem ursprünglich Mietshäuser errichtet werden sollten. Für die Martkhalle XI konnte ein Teil des geräumigen Marheinekeplatzes abgetrennt werden. Für die übrigen Markthallen, die wiederum im Innern von Hausergevierten erbaut werden sollten, stimmte die Stadtverorneten dem Erwerb der erforderlichen Grundstücke zu. Am 22. Mai 1890 genehmigte die Versammlung der Stadtverordneten die Baupläne für die Markthalle IX, am 26. Juni 1890 für Markthalle X, XI und XII, am 18. Dezember 1890 für die Markthalle XIII, am 5. Marz 1891 für die Markthalle XIV und schließlich am 18. Juni 1891 für die Erweiterung der Zentralmarkthalle. Bereits am 9. Januar 1890 hatten die Stadtverordneten dem Ausbau der Gleisanlagen für die Zentralmarkthalle zugestimmt.
Am 1. Oktober 1891 öffnete die Markthalle IX und am 1. Dezember die Markthalle X. Gleichzeitig wurde der Wochenmarkt auf dem Arminiusplatz aufgehoben. Am 8. Februar 1892 erfolgte die Eröffnung der Markthalle XII mit der Schließung des Wochenmarktes in der Prinzenalle. Es folgten am 15. März 1892 die Markthalle XI, am 1. Juli 1892 die Martkhalle XIII und am 1. September 1891 die Markthalle XIV. Gleichzeitig schloss der lezte Wochenmarkt Berlins, der bis 1. Oktober 1885 auf dem Weddingplatz und in den folgenden Jahren auf dem benachbarten Nettelbeckplatz abgehalten worde war.
Der Erweiterungsbau der Zentralmarkthalle, nun als Zentralmarkthalle Ia bezeichnet, nahm am 1. Juli 1893 seinen Betrieb auf. Innerhalb eines Zeitraumes von nicht ganz zehn Jahren hatte die Stadt Berlin unter Leitung des Stadtbaurats Hermann Blankensteins ein beachtliches Bauprogramm unterschiedlichster Markthallen ausgeführt.
[Bearbeiten] Anbindung an die Stadtbahn
Anbindungen der Markthallen an das Eisenbahnnetz waren auch in Paris oder London angedacht worden. Die entsprechenden Überlegungen waren in Berlin durchaus bekannt, so berichtete etwas der Geheime Oberbaurat Emil Hartwich bereits 1856 in der Zeitschrift für Bauwesen Besonders interessant ist die beabsichtige Verbindung dieser mittelst einer unter dem Boulevard du Centre hinzuführenden Eisenbahn mit dem Chemin de fer de l'Est und der Umfangsbahn. Auf diese Weise wird es möglich sein. die großen Massen von Lebensmitteln von allen Bahnhöfen direct in die Kellerräume des großen Centralhallen zu ßschaffen, von wo sie bequem nach Bedarf in die darüber befindlichen Verkaufsräume gehoben werden können. […] Die Länge der unterirdischen, vom Chemein de fer de l'Est ausgehenden Verbindungsbahn wird 4800 Meter betragen. Die Anlagekosten der Haupthalle für Geleise sind zu 16, düe 2 Geleise zu 10 Millionen Francs überschläglich berechnet. Das Project der Verbindungsbahn selbst ist noch nicht definitiv festgestellt. [5]
Mit der Fertigstellung der Stadtbahn bot sich in Berlin die Gelegenheit, den Bahnanschluss der Zentralmarkthalle zu realisieren, was in Paris und London letzlich an den horrenden Baukosten in der gewachsenen Stadt gescheitert war.
- Artikel in der französischen Wikipedia über die Hallen von Paris fr:Halles de Paris
[Bearbeiten] Architektur der Markthallen
- innerhalb zehn Jahren alle Hallen errichtet, aber keine Normalien - jede individuell geplant, wenn auch unter Wiederverwendung gewisser Elemente. Ursache vermutlich neben Stolz des Architekten auch individuelle Formen bedingt durch Lage der meisten Grundstücke im Hinterland, Standard hätte freistehende Hallen bedingt
- Zentralmarkthalle speziell
- Einflüsse: Pariser Markthalle (aber ganz aus Eisen, klimatisch hier nicht günstig, daher Mischform), Vorgängerbau Schiffbauerdamm
[Bearbeiten] Raumprogramm
Für den Betrieb der einzelnen Markthalle war eine beachtliche Zahl von Haupt- und Nebenräumen neben der eigentlichen Markthalle erforderlich. Der Inspektor und der Marktaufseher benötigen je ein Dienstzimmer. Anspruchsvoller war der städtische Fleischschauer, der für sein Zimmer und den Saal für die Untersuchung des Fleisches rund 80 Quardratmeter beansprucht. Die Räume sollten zudem möglichst außerhalb der eigentlichen Markthalle liegen, da er auch Fleisch zu untersuchen war, das nicht zum Verkauf kommen sollte. Die Marktpolizei brauchte zwei Räume mit Fenstern, die aber auch im ersten Stock liegen durften. In ihrem Aufenthaltsraum zogen sich die Marktarbeiter um kochten auf der Kochgelegenheit ihre Mahlzeiten, dieser Raum konnte nötigenfalls auch im Kellergeschoss liegen. Die nötigen Gerätschaften wurden in eigenen Räumen aufbewahrt. Bequem gelegene, gut belüftete und hygienische Aborte für beide Geschlechter in ausreichender Zahl waren unerlässlich an einem Ort, wo so viele Menschen zusammenkamen und die Lebensmittel für einen großen Teil der Bevölkerung umgesetzt wurden. Die Marktpolizei und die Verwaltung besass eigene Anlagen nahe ihrer Diensträume. Für Verwundungen und Erkrankungen war eine ungefähr 30 Quadratmeter große Sanitätsstube vorzusehen, ein heller und luftiger Raum mit den entsprechenden Einrichtungen. Die Markthalle sollte durchgehend unterkellert sein als Lager für die Marktwaren aber auch für die bequeme Zugänglichkeit der Rohrleitungen für Gas, Wasser und Abwasser.
Zum Raumprogramm einer Markthalle gehörte auch eine Speisewirtschaft, die wenn möglich in einem Vordergebäude unterzubringen war wegen der höheren Mieterträge und wegen der von der Markthalle unabhängigen Öffnungszeiten. Die Speisewirtschaft erforderte selber Nebenräume wie Küche, Anrichte, Spülküche, Speisekammer, Waschküche, Wein- und Bierkeller, Brennmateriallager, Abortanlagen, Wirtewohnung und Schlafräume für die Angestellten.
[Bearbeiten] Infrastruktur und technische Einrichtungen
- Entlüftung über
- möglichst grosse Zahl von Fenstern an freien Seiten der Markthalle, im Keller als Lichtschächte
- Entlüftungskanäle in den Umfassungsmauern von großem Querschnitt, abwechseln 50 Zentimeter über Boden oder unter Decke Einströhmungsöffnungen, mit Gasflammen zur Beförderung des Luftstomes [6] Vergittert gegen Einwerfen von Abfällen und Verschlussklappen, um das Eindringen der Kälte zu vermeiden.
- Beleuchtung über
- elektrische Beleuchtung wieder aufgegeben für Hallen ab IV (unzuverlässig, da selber produziert durch Dampfmaschinen), schlecht regulierbar (auch in Randstunden gleichviel wie bei Marktbetrieb), Standbeleuchtung mit Glühlicht in Zentralmakrthallen zu schwach, Bogenlampen gute allgemeine Beleuchung
- Gasbeleuchtung mit Regenerativbrennern (= Luft und Gas vor der Flamme durch die Verbrennungsabwärme erwärmte) System Siemens (1879 erfunden von Fritz Siemens und Wengham, in neuerer Zeit Glühstrumpf (erfunden 1891 durch Carl Auer)
- Wasser
- möglicht viele Schieber
- möglichst Anschluss an zwei Strassenleitungen
- Brunnen zur Versorgung Fischbecken mit Frischwasser auch bei Unterbrüchen
- Abwasser
- ...
- Entwässerung der Dächer getrennt von übriger Entwässerung, um Rückkstau in der Kanalisation und Überschwemmung des Kellers der Markthalle zu vermeiden
[Bearbeiten] Freistehende Hallen
- Markthalle V
- Markthalle X
- sorgfältige Fassadengestaltung
[Bearbeiten] Hallen auf dem Hinterland
- übrige Hallen
- Spezialfall: Markthalle VII
- Spezialfall: Mischnutzung Markthalle II mit Gewerbeschule
- Fassaden beschränken sich auf Vorderhäuser, enthalten als Element immer das Portal der Durchfahrt, Inschrift
- Minimalfall einachsig (nur Durchfahrt) bei Markthalle II
- Normalfall 5achsig
- eher mit weniger Geschossen (Licht und Luft für dahinterliegende Markthalle), nur in Gegenden mit höheren Grundstückspreisen höhere Bebauung
- Variante a) in der Tradition der Berliner Backsteinschule (Terrakotten und Formsteine) und b) mit gliedernden Elementen aus Sandstein mit Ausfachungen aus Klinkern (spätklassizistisch, Durchfahrten mit Kreuzrippengewöben entsprechen mittelalterlichen Vorbildern)
- im Normalfall symmetrisch, aber auch assymetrische Lösung bei Markthalle XV
- Bauplastisches Programm einfach, aber immer leicht variiert
- Medaillons mit Marktangebot
- Wappen Berlins als Bauherrin (als Akroter, in den Bogenzwickeln)
- Kugelnischenköpfen Merkus und Pomonas/Floras
- Terrakottaplatten mit Fruchtgehängen
- Gliebelinschriften Markthalle xy
- Baujahr (als Medaillon, in Bogenzwickeln)
- Hallenkonstruktion analog wie bei freistehenden Hallen
- Stützen als gliedernde Elemente (Befestigugn der Däcker an Aussenwänden wäre auch denkbar gewesen, siehe Hennicke)
- Sheddächer gleich bei allen Markthallen
[Bearbeiten] Baukosten
Tabelle (noch zu verschönern)
Bezeichnung der Martkhalle | Grunderwerbskosten | Baukosten und Kosten für innere Einrichtung | Neuwert des Inventars | Total | Kosten für 1 m² bebaute Grundfläche |
---|---|---|---|---|---|
Central Markthalle, einschliesslich des Eisenbahnanschlusses, Neue Friedrichstrasse 24/27 | 2676686 | 2354661 | 61459 | 5092806 | 241.7 |
Markthalle II und Handwerkerschule, Lindenstrasse 97, 98 und Friederichstrasse 18 | 1370000 | 1702141 | 21601 | 3093742 | 127.6 |
Markthalle III ausschliesslich Sparkassengebäude, Zimmerstrasse 90/91 und Mauerstrasse 82 | 850600 | 646375 | 13199 | 1510174 | 129.6 |
Markthalle IV, Dorothenstrasse 29 und am Reichstagsufer | 1250000 | 782259 | 16041 | 2048300 | 157.4 |
Summe 1. Bauphase | 6147286 | 5485436 | 112300 | 11745022 | |
Markthalle V, Magdeburgerplatz | 93240 | 341881 | 14547 | 449668 | 174.8 |
Markthalle VI, Ackerstrasse 23/26 und Invalidenstrasse 158 | 620000 | 547820 | 20900 | 1188720 | 138.9 |
Markthalle VII, Dresdenerstrasse 27, Buckowerstrasse 15 und Luisenufer 15/16 | 985400 | 725817 | 17616 | 1728833 | 142.9 |
Markthalle VIII, Andreasstrasse 56, Krautstrass 48a und Gründer Weg 96 | 835000 | 632849 | 28344 | 1496193 | 122.1 |
Summe 2. Bauphase | 2533640 | 2248367 | 81407 | 4863414 | |
Central Markthalle Ia, Neue Friedrichstrasse 29/34 | 2794170 | 2213414 | 28329 | 5035913 | 267.1 |
Markthalle IX, Pücklerstrasse 43/44 und Eisenbahnstrasse 42/43 | 621090 | 569657 | 26805 | 1217552 | 138.3 |
Markthalle X, Am Arminiusplatz | 439040 | 796578 | 28212 | 1263830 | 147 |
Markthalle XI, Auf dem Marheinekeplatz | 77125 | 482316 | 19173 | 578614 | 161 |
Markthalle XII, Grünthalstrasse 3/4 und Badstrasse 10/10a | 391345 | 614244 | 21583 | 1027172 | 142.2 |
Markthalle XIII, Wörtherstrasse 45 und Tresekowstrasse 14 | 400574 | 756549 | 21587 | 1178710 | 140.1 |
Marktahlle XIV, Reinickendorfstrasse 2d/e und Dalldorferstrasse 21/22 | 450000 | 632083 | 27071 | 1109154 | 129.3 |
Summe 3. Bauphase | 5173344 | 6064841 | 172760 | 11410945 | |
Summe alle Bauphasen | 13854270 | 13798644 | 366467 | 28019381 |
[Bearbeiten] Kritische Würdigung
- Lebensmittelhygiene erfüllt
- nur Wochenmärke in Innenstadt verdrängt, in Aussenquartieren weiterhin bestehnd
- andererseits bestehnde Märkte an Grenzen abgelangt, rasant wachsende Bevökerung hätte nicht mehr versorgt werden können
[Bearbeiten] Weitere Geschichte (mal als Ideensammler)
[Bearbeiten] Die Innenstadt entvölkert sich
Infolge der Citybildung wurden die Kleinmarkthallen der ersten Bauphase in der Dorotheen- und Friedrichstadt durch die damit verbundene Abnahme der Wohnbevölkerung überflüssig. Sie wurden geschlossen und umgenutzt
- Markthalle II -> Blumengroßmarkt
- Markthalle III -> Ballhaus Clou
- Markthalle IV -> Teilabbruch für Postcheckamt
[Bearbeiten] Wettbewerb für die Berliner Großmarkthalle
Im Jahr 1914 schrieb der Berliner Magistrat einen Wettbewerb für die Berliner Großmarkthalle aus, die auf einen 168.000 Quadratmeter großen Gelände zwischen dem Bahnhof Beußelstraße und dem Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal entstehen sollte. Am beschränkten Wettbewerb waren die fünf Architekten und Architekturbüros Hermann Jansen, Reimer & Körte (Konrad Reimer und Friedrich Körte), Cremer & Wolffenstein, Walter Köppen, Max Landsberg und Messel, Kreiss und Behrens beteiligt. Die Verkehrsanbindung für die Waren wie für die Besucher sowie ein zentralisierte Einrichtungen gewann an Bedeutung. So schreiben Wasmuths Monatshefte zur Baukunst 1915: So sieht man die in den einzelnen Vierteln der Großstadt liegenden Markthallen mehr und mehr verschwinden. Erreicht man doch, bequem in der Schnellbahn sitzend, unter Umständen eine Großmarkthalle schneller, wie eine Halle eines Viertels, der man zu Fuß auch bei schlechtem Wetter zustreben muß. Nur bei einer zentralen Großanlage lassen sich die Vorteile der direkten Zufuhr zu Wasser und mit dern Eisenbahn voll erreichen, und in vorteilhaftester Weise nur die einmalige Verwaltung für Zölle, Eisenbahnen, polizeiliche Untersuchung, Post und Banken anlegen.[7] Aus dem Wettbewerb ging Hermann Jansen als Sieger hervor. Die Pläne, deren Ausführung 1915 noch nicht feststanden, kamen vermutlich infolge des Ersten Weltkrieges nicht mehr zur Ausführung.
[Bearbeiten] Der Zweite Weltkrieg
Zerstörungen im 2. Weltkrieg:
- Markthalle II Totalverlust
- Markthalle III nur noch Vorderhaus Zimmerstrasse und westlicher Seitenflügel, ehem. Markthalle zuerstört
- Markthalle V Totalverlust
- Markthalle VII nur noch Vorderhaus Dresdner Strasse und Restaurant, Markthalle zerstört
- ...
[Bearbeiten] Überlebenskampf und Perspektiven der letzten drei Hallen
[Bearbeiten] Literatur
- August Lindemann: Die Markthallen Berlins. Verlag Springer, Berlin 1899
- Jochen Boberg (Hrsg.): Exerzierfeld der Moderne. Industriekultur in Berlin im 19. Jahrhundert. Verlag C.H. Beck, 1984, S. 106–113 und 166–168, ISBN 3406302017
[Bearbeiten] Einzelnachweise und Amerkungen
- ↑ Otto Theodor Risch: Bericht über Markthallen in Deutschland, Belgien, Frankreich, England und Italien, Selbstverlag des Magistrats Berlin 1867
- ↑ Julius Hennicke: Mittheilungen über Markthallen in Deutschland, England, Frankreich, Belgien und Italien: Auf Veranlassung des Magistrats des Königlichen Haupt- und Residenzstadt Berlin. 1881, Berlin
- ↑ Julius Hennicke: Bericht über Schlachthäuser und Viehmärkte in Deutschland, Frankreich, Belgien, Italien, England und der Schweiz. Ernst & Korn, Berlin 1866 und Otto Theodor Risch: Bericht über Markthallen in Deutschland, Belgien, Frankreich, England und Italien. Selbstverlag des Magistrats Berlin 1867
- ↑ vgl. Lindemann, S. …
- ↑ Hartwich: Reisebericht des Herrn Geh. Ober-Baurath Hartwich über dessen Anwesenheit in Frankreich zur Zeit der Industrie-Ausstellung in Paris, Zeitschrift für Bauwesen 1856, Seite 114ff, Verlag Ernst & Korn, Berlin
- ↑ August Lindemann: Die Markthallen Berlins. 1899, Verlag Springer, Berlin
- ↑ Wasmuths Monatshefte für Baukunst, Band 1 (1914/1915), Verlag Verlag Ernst Wasmutz A.G., Berlin, S. 473–491
[Bearbeiten] Weblinks
Commons: Markthallen in Berlin – Bilder, Videos und/oder Audiodateien |
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