Magnetzünder (Waffe)
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Magnetzünder von Torpedos und Seeminen registrieren Veränderungen des Erdmagnetfeldes, wie sie durch die Stahlmasse von Schiffen verursacht werden und bringen damit die Wafffe bei Annäherung an das Schiff zur Explosion.
Torpedos mit Magnetzünder explodieren bei Annäherung unter dem Schiff. Daher gelten sie als wirkungsvoller als Torpedos mit Aufschlagzündern, weil so der Kiel des Schiffes gebrochen werden kann.
Torpedos mit Aufschlagzündern reißen zwar Löcher in die Bordwand, durch die Wasser in das Ziel eindringen kann; ein solcher Wassereinbruch kann aber oft durch Schließen der Schotten und Gegenfluten ausgeglichen werden, während ein Schiff mit gebrochenem Kiel fast unrettbar verloren ist.
Magnetzünder wurden in Torpedos während des Zweiten Weltkrieges erstmals eingesetzt. Die Entwicklung von Magnetzündern war mit den technischen Mitteln der damaligen Zeit sehr schwierig, da sich das Erdmagnetfeld schon mit den unterschiedlichen Breitengraden oder durch mineralhaltiges Gestein, wie in den Norwegischen Fjorden, stark ändert und damit zu Fehlzündungen oder Blindgängern führte. Sowohl Amerikaner wie Deutsche hatten unter anderem durch die neuen Magnetzünder erhebliche Probleme mit einer Häufung von versagenden Torpedos (Torpedokrise, Torpedoskandal).
Vergleichbare Zündmechanismen kommen auch in Seeminen zum Einsatz, wobei hier kaum Fehlzündungen auftreten, da es im stationären Einsatz selten zu Änderungen des Magnetfeldes der Umwelt kommt.