Netzarim
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Netzarim (hebr. נצרים) war eine jüdische Siedlung bzw. ein Kibbuz in der Mitte des israelisch besetzten Gazastreifens. Durch seine isolierte Lage außerhalb der jüdischen Siedlungsblöcke im Gazastreifen war der Ort nur mit gepanzerten Fahrzeugen über eine einzige Straße erreichbar.
Nach der Eroberung des Gazastreifens (1967) wurde Netzarim am Abend des Purim-Festes 1972 von Nahal-Mitgliedern der zionistischen Jugendorganisation HaSchomer HaTzair gegründet. 1984 wurde die Siedlung in eine zivile umgewandelt; es entstand ein national-religiös ausgerichter Kibbuz.
Netzarim war zum großen Teil von jüdischen Siedlern bewohnt, die die Besiedlung des Gazastreifens als ihre Pflicht begreifen und das Gebiet unter keinen Umständen verlassen wollen. Trotz wiederholter Terrorangriffe ist Netzarim durch Zuzug weiterer Siedler gewachsen. Bis August 2005 lebten 60 Familien mit mehr als 400 Menschen in der Siedlung.
Die Siedlung und die nahe Straßenkreuzung waren häufiger Schauplatz blutiger Zusammenstöße. Besondere Aufmerksamkeit erregte ein Zwischenfall, bei dem im Oktober 2000 an der Kreuzung ein zwölfjähriger palästinensischer Junge vor laufenden Fernsehkameras erschossen wurde.
Im Rahmen des vollständigen Rückzugs Israels aus dem Gazastreifen wurde Netzarim am 22. August 2005 als letzte jüdische Siedlung im Gazastreifen geräumt.
siehe auch:
[Bearbeiten] Weblinks
http://www.israelnationalnews.com/map/profile-netzarim.html (englisch)