Reflexion (Philosophie)
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Im allgemeinen Sprachgebrauch meint Reflexion ein prüfendes und vergleichendes Nachdenken über etwas. Solche Reflexion bezeichnet also vereinfacht das „in sich gehen“, „über Erlebtes nachdenken/reflektieren“, „etwas Revue passieren zu lassen“, „zu einer Erkenntnis zu kommen“.
Im philosophischen Sinne, insbesondere in der von einem Subjekt ausgehenden Erkenntnistheorie, meint Reflexion das Denken des Denkens, wobei Denken, ähnlich wie bei Descartes, im weiteren Sinne von Bewusstsein zu verstehen ist. Also auch etwa das Denken des Fühlens oder das reflexive (ausdrückliche) Fühlen des Fühlens ist dabei inbegriffen. Im Denken des Denkens bestätigt sich ein Subjekt selbst. Es lernt also in der Reflexion (im Denken des Denkens), „Ich” zu sagen.
Normalerweise wird dieser Ausdruck auch in der Philosophie nur für die Fähigkeit des Menschen zur theoretisch-ausdrücklichen Selbstbesinnung verwendet, die sich am elementarsten in seinem Ich-Denken und Ich-Sagen manifestiert. Fundamental für die Reflexionstheorie ist aber, dass nach der „Bedingung der Möglichkeit” (Kant) für diese ausdrückliche Reflexion gefragt wird. Diese Bedingung der Möglichkeit kann als konstitutive oder implizite, gelebte Reflexion verstanden werden. Im Verhältnis zu dieser bildet die ausdrückliche und theoretische Reflexion nur Folge, Symptom und theoretische Abzweigung.
Eine besondere Form der praktischen, gelebten Reflexion ist die soziale Reflexion, also das interpersonale und soziale Handeln als Prozess einer praktischen Reflexion, die zudem soziale Systeme als reflexive Wesenheiten begründet.
Anders verhält es sich in der Systemtheorie im Sinne Niklas Luhmanns. Das Selbst, auf das sich etwas bezieht, ist ein System von Beobachtungen. Es wird danach gefragt, was ein Beobachter, der beobachtet, wie ein Beobachter beobachtet, beobachtet.
Im Unterschied zur klassischen Erkenntnistheorie ist die Systemtheorie, ausgehend vom radikalen Konstruktivismus, differenzorientiert und nicht einheitsorientiert. Denn die Beobachtung unterscheidet, was sie unterscheidet. Sie geht so gesehen blind vor, da sie im Moment der Unterscheidung nicht sagen kann, wie sie das macht.
Re-flexion ist Negation des Konstruierten, wobei sich bei jeder Flexion, d. h. Umwendung des reflektierten Konzepts (z. B. das Konzept Reflexion) ein Anderes in dieses Konzept einschreibt, was die Kraft einer Reflexion entweder aufrecht erhält oder auflöst.
[Bearbeiten] Siehe auch:
[Bearbeiten] Literatur:
- Johannes Heinrichs‚ Logik des Sozialen, Woraus Gesellschaft entsteht, (2005) ISBN 954-449-199-6
- Johannes Heinrichs, Das Geheimnis der Kategorien. Die Entschlüsselung von Kants zentralem Lehrstück (2004) ISBN 3-929010-94-1
- Niklas Luhmann, Soziale Systeme. Grundriss einer allgemeinen Theorie (1984) ISBN 3-518-57684-4