Roman eines Schicksallosen
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Der Roman eines Schicksallosen (ungar.: Sorstalanság) wurde von dem ungarischen Schriftsteller Imre Kertész geschrieben und erstmals 1975 veröffentlicht.
Er beschreibt aus der Perspektive eines Budapester Jungen, des 15jährigen György, das Leben in Ungarn im 2. Weltkrieg, die Deportation in die Konzentrationslager Buchenwald und Auschwitz und den dortigen Lageralltag. Kertész ist selbst dort Häftling gewesen und verarbeitet in dem Werk seine persönlichen Erfahrungen.
Ungewöhnlich an diesem Roman ist, dass das Grauen frei von Empörung und Entsetzen beschrieben wird. Zwar ist György mit dem Geschehen meist nicht einverstanden, erlebt die Geschehnisse jedoch beinahe wie einen Abenteuerroman und drückt daher häufig Verständnis für die Folgerichtigkeit der einzelnen Schritte im Prozess der industriell organisierten Ausbeutung und Ermordung von Menschen aus. Diese Perspektive hat zu heftiger Kritik an dem Roman, aber auch zu geradezu bewundernden Lobreden für den Mut des Autors geführt.
[Bearbeiten] Literatur
- Imre Kertész: Roman eines Schicksallosen, Rowohlt Tb.,1999. ISBN 349922576X
- Jan Philipp Reemtsma, Überleben als erzwungenes Einverständnis. Gedanken bei der Lektüre von Imre Kertész' »Roman eines Schicksallosen« [Vortrag von 1999], in: Jan Philipp Reemtsma, Warum Hagen Jung-Ortlieb erschlug. Unzeitgemäßes über Krieg und Tod, München: Beck 2003 (= Beck'sche Reihe 1508), S. 220–249.