Ryanodin-Rezeptor
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Ryanodin-Rezeptoren sind Kalzium-Kanäle in der Membran des endoplasmatischen Retikulums. Bei ihrer Aktivierung fließt Kalzium durch sie aus dem Lumen des endoplasmatischen Retikulums in das Cytosol.
Ihren Namen beziehen Ryanodin-Rezeptoren vom Terpen Ryanodin, das ursprünglich aus der Pflanze Ryania speciosa gewonnen wurde. Ryanodin bindet selektiv an offene Ryanodin-Rezeptoren.
Die allgemein gebräuchliche Abkürzung für Ryanodin-Rezeptoren lautet RyR.
Es gibt drei Subtypen von Ryanodin-Rezeptoren (RyR I-III).
[Bearbeiten] Subtypen von Ryanodin-Rezeptoren
1. Der RyR I wird hauptsächlich im Skelettmuskel exprimiert. Im Zentralnervensystem kommt er nur in Purkinjezellen des Kleinhirns vor. In den Triaden der quergestreiften Muskulatur steht der RyR I in direkter Verbindung mit den Dihydropyridin-Rezeptoren in der Membran der transversalen Tubuli. Bei einer durch das Aktionspotenzial des Muskels ausgelösten Konformationsänderung dieser L-Typ Kalzium-Kanäle öffnen auch die RyR I. Auf diese Weise kommt es zur initialen Freisetzung von Kalzium-Ionen aus dem sarkoplasmatischen Retikulum in das Cytosol der Muskelzelle. Damit spielt der RyR I eine Schlüsselrolle bei der elektromechanischen Kopplung.
2. Der RyR II ist besonders charakteristisch für den Herzmuskel.
3. Dem RyR III wird unter anderem eine Bedeutung im ZNS zugeschrieben.