Satellitenstation
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Dieser Artikel behandelt Meßstationen der Satellitengeodäsie. Für Funkverbindungen zu Erdsatelliten siehe Erdfunkstelle, für medizinische Nebenstationen siehe Krankenhaus.
Als Satellitenstation wird ein Observatorium zur geodätischen Beobachtung von Erdsatelliten und ihrer Bahnen bezeichnet, wobei zwei oder mehr Messmethoden zur Richtungs- und Entfernungsbestimmung zum Einsatz kommen.
Die ersten Satellitenstationen wurden um 1960 in den USA, Westeuropa und der Sowjetunion gegründet, später auch in anderen Industrieländern und größeren Entwicklungsländern. Zunächst waren die Stationen mit fotografischen Satellitenkameras und mit Funkempfängern zur Peilung ausgestattet. Ab Mitte der 1960er-Jahre wurden sie um weitere geometrische und funktechnische Beobachtungsmethoden ergänzt (Satellite Laser Ranging, Doppler-, Radar- oder Mikrowellen-Entfernungsmessung) und vielfach mit genauen Frequenznormalen bzw. Atomuhren ausgestattet. Die meisten Observatorien wurden durch kontinentale oder weltweite Dreiecksnetze bzw. zeitlich begrenzte Messkampagnen in ein System fundamentaler Vermessungspunkten der betreffenden Länder eingebunden.
Mit dem Aufkommen des Global Positioning Systems nahm die Bedeutung solcher Festpunkte etwas ab; manche wurden aufgelassen oder nur für bestimmte Zeiten aktiviert, andere hingegen zu Fundamentalstationen ausgebaut bzw. mit Radioteleskopen oder geophysikalischen Stationen zu Arbeitseinheiten verbunden. Die fotografischen Kameras wurden teilweise auf CCD umgerüstet.
Wichtige Stationen in Mitteleuropa sind unter anderem:
- Wettzell im Bayerischen Wald (Süddeutschland)
- Potsdam SLR in Brandenburg (Norddeutschland)
- Graz-Lustbühel in der Steiermark (Österreich)
- Zimmerwald bei Bern (Schweiz)
- Jozefoslaw bei Warschau (Polen), Ondrejov in Tschechien, Penc in Ungarn.
Weltweit sind heute etwa 200 ständige Satellitenstationen in Betrieb, von denen zahlreiche zum globalen Koordinatenbezugssystem ITRF und zum Internationalen Erdrotationsdienst IERS beitragen. Durch die internationale Kooperation sind heute die Parameter der Erdfigur und der aktuellen Erdrotation auf wenige Zentimeter bzw. Mikrosekunden genau bekannt.