Sozialquote
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Die Sozialquote oder Sozialleistungsquote ist eine statistische Größe, mit der gemessen wird, welcher Anteil am Bruttoinlandsprodukt für soziale Zwecke verwendet wird. Sie ist unter anderen Faktoren ein wichtiges Maß für die Soziale Gerechtigkeit.
Aus folgenden staatlichen Sozialleistungen wird die Sozialquote berechnet: Ausgaben für
- Behandlung von Krankheiten, Gesundheitsvorsorge und Invalidität
- Alter und Hinterbliebene
- Familien und Kinder
- die Folgen der Arbeitslosigkeit
- Wohnen
- Vermeidung sozialer Ausgrenzung
[Bearbeiten] Bundesrepublik Deutschland
Die Bundesrepublik Deutschland hatte im Vergleich mit den westlichen Industriegesellschaften in den ersten 10 Jahren nach ihrer Gründung die höchste Sozialquote. Die Sozialquote lag 1950 noch bei 19 Prozent, erreichte im Jahr 1975 mit gut 31 Prozent einen Gipfel, fiel aber bis Ende der achtziger Jahre wieder zurück auf etwa 29 Prozent, was von Kritikern als Sozialabbau bezeichnet wurde. Unter den Gruppen der Sozialstaatsklientel waren Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger davon am meisten betroffen.
Nach der Wiedervereinigung stieg die Sozialquote leicht an. Innerhalb von 10 Jahren stieg sie um 3 Prozent. Im Jahr 2002 war sie für das gesamte Deutschland bei gut 32 Prozent angelangt und überschritt damit den Maximalwert von 1975 wieder um etwa 1 Prozent.
Alte und neue Bundesländer unterscheiden sich stark in ihrer Sozialquote. Die alten Länder liegen im Jahr 2002 mit 30 Prozent wieder ungefähr auf der Höhe des Jahres vor der Wiedervereinigung. Die neuen Länder liegen 2002 bei knapp 50 Prozent. Ihre Sozialquote lag 1991 bei 49 Prozent, fiel bis 1995 auf 46 Prozent und stieg seitdem kontinuierlich wieder an.