Stahl- und Walzwerk Hennigsdorf
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Entwicklung des Hennigsdorfer Stahl- und Walzwerkes
1917 fasste der Aufsichtsrates der AEG den Beschluss zum Bau eines „Elektrostahl- und Walzwerkes der AEG in Hennigsdorf“.
Am 18. April 1917 wurde der Bau, bestehend aus dem Siemens-Martin-Werk mit einem 25-30 t SM-Ofen, zwei Elektro-Öfen mit je 6 t und 1 E-Ofen mit 10 t begonnen. Zum Siemens-Martin-Werk gehörte eine Generatorenanlage und ein Presswerk.
In den folgenden Jahren wurde das Werk zum "Stahl- und Walzwerk" entwickelt, das aus vier Betrieben bestand:
- dem Siemens-Martin-Werk,
- der Stahlformgießerei,
- dem Walzwerk und
- einem eigenen Kraftwerk.
Am 20. Juli 1918 erfolgte der erste Stahlabstich.
1. Oktober 1921 Gründung der Aktiengesellschaft "Stahl- und Walzwerk Hennigsdorf AG"
Zuerst im AEG und LHL-Besitz (Linke-Hoffmann-Werke AG Breslau und AG Lauchhammer Riesa) geht es ab
1. Oktober 1926 in die „Mittelstahl - Mitteldeutsche Stahl AG“ ein. Damit begann bereits systematisch Kriegsproduktion
18. März 1931 Unternehmen geht in den Besitz der Mitteldeutschen Stahl- und Walzwerk Friedrich Flick - Kommanditgesellschaft über. In dieser Zeit wurde produziert:
1929/1930 an flüssigem Stahl insgesamt 90.700 t,
1931/1932 an flüssigem Stahl insgesamt 45.013 t,
1934/1935 an flüssigem Stahl insgesamt 118.362 t,
1938/1939 an flüssigem Stahl insgesamt 180.561 t.
Im Feinblechwalzwerk wurden:
1929/1930 49.152 t,
1934/1935 79.115 t,
1938/1939 125.182 t
erzeugt.
Bis 1945 war das Stahl- und Walzwerk in die Rüstungsproduktion integriert.
Die Demontage des Flick-Betriebes wurde entsprechend Potsdamer Abkommens vom 17. Juli 1945 durchgeführt. Sie war am 30. Juni 1946 im wesentlichen abgeschlossen.
Auf Befehl der Sowjetischen Militäradministration Land Brandenburg Nr. 170 vom 18. Oktober 1947 und folgend Nr. 175 vom 25. Oktober 1947 wurde das Stahl- und Walzwerk als eines der ersten volkseigenen Betriebe der Landesregierung Brandenburg zum Wiederaufbau übergeben.
Danach wurde das Stahl- und Walzwerk als VEB Stahl- und Walzwerk Hennigsdorf und ab Mitte der 50er Jahre als VEB Stahl- und Walzwerk Hennigsdorf "Wilhelm Florin" geführt Am 12. März 1948 erfolgte der erste Stahlabstich nach Kriegsende.
Im gleichen Jahr war Produktionsbeginn der ersten Walzenstraße und der Stahlformgießerei. 1951 war der Aufbau soweit gediehen, dass bei Rohstahl die Vorkriegsproduktion erreicht wurde. 1955 war der Aufbau des SM-Werkes, des Elektrostahlwerkes und der Stahlformgießerei abgeschlossen. Danach verfügte das Werk über
fünf 100 t- SM-Öfen,
ein 50 t- SM-Öfen,
zwei 3 t- E-Öfen,
ein 10 t- E-Ofen,
ein 18 t- E-Ofen
1960 Inbetriebnahme neuer Produktionskapazitäten der II. Verarbeitungsstufe (Blankstahl) Vergüterei, Blankstahl, Ölschlussvergütung für Beton-stahl
Zur Beseitigung des akuten Mangels an Betonstählen in der DDR, wurde eine Kapazitätserweiterung vorgenommen.
1. Januar 1971 Produktionsbeginn im Elektrostahlwerk II mit 2 x 60 t UHP- Öfen und 2 Stranggussanlagen. Im
März 1978 Erweiterung durch einen dritten 60 t -Elektroofen.
1972 Gründung der ersten Fundamente für das Walzwerk II als Konti-Feinstahlwalzwerk (KFW) 250
1. Oktober 1976 Inbetriebnahme des Konti-Feinstahlwalzwerkes
Gleichlaufend mit dem Aufbau neuer Produktionskapazitäten erfolgte die Modernisierung der vorhandenen Anlagen zur Intensivierung des Produktionsprozesses.
Nach Beendigung der Rekonstruktion der 450er Walzenstraße verfügt das Walzwerk I über
eine 850er Blockstraße,
eine 630er dreigerüstige Trio-Straße,
eine 450er Mitteleisenstraße,
eine 300er Feinstahlstraße,
eine 280er Drahtstraße.
Das Stahl-und Walzwerk Hennigsdorf beschäftigte bis 1989 über 8500 Arbeiter und Angestellte. Hinzu kamen etwa 700 Auszubildende.