Stundenschlag
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Stundenschlag nennt man das regelmäßige Geläut von Kirchenglocken oder anderen Uhren zur vollen Stunde, meist auch zur Viertelstunde. Es stammt aus der Zeit des Mittelalters, als der Großteil der Bevölkerung keine Uhr hatte und von der Turmuhr der Kirche abhängig war. Die Tradition hat sich jedoch bis heute gehalten.
In aller Regel erklingen dazu zwei unterschiedliche Glocken (bzw. Mehrklänge), die Läuteordnung variiert leicht von Ort zu Ort, lautet aber in aller Regel wie folgt:
Viertelstunde: Die erste (höhere) Glocke wird für jede Viertelstunde innerhalb der angebrochenen Stunde je einmal angeschlagen, also 1x für "viertel", 2x für "halb", 3x für "dreiviertel". Die volle Stunde wird durch vier Schläge bezeichnet, diese können aber auch weggelassen werden.
Stunde: Die Anzahl der Schläge der zweiten (tieferen) Glocke zeigt an, welche Stunde gerade angebrochen ist, dabei gilt das 12-Stunden-System. Die Stundenglocke wird oft nur zur vollen Stunde angeschlagen.
Beispiele: (2= Kl. Glocke; 1=Gr. Glocke)
- 2; 2; 2 - 1; 1; 1; 1; 1; 1 : "Dreiviertel sechs" = 5:45 bzw. 17:45 Uhr.
- 2; 2; 2; 2 - 1 : "Punkt eins" = 1:00 bzw. 13:00 Uhr.
- 2; 2 oder 1 : "Halb" = x:30 Uhr.
- 1; 1; 1; 1; 1 : "Fünf" = 5:00 bzw. 17:00 Uhr.
Diese Läuteordnung entspricht heute den nicht mehr überall gebräuchlichen Bezeichnungen der Uhrzeit wie "Dreiviertel sechs" oder "in der sechsten Stunde".
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