Supermarkt
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Ein Supermarkt ist ein großes Einzelhandelsgeschäft, das Lebensmittel, Genussmittel und daneben meistens auch Drogerieartikel und andere Artikel des täglichen Bedarfs anbietet.
Als Supermarkt werden lt. Definition des EHI Lebensmittel-Einzelhandelsgeschäfte mit einer Verkaufsfläche von mindestens 400 m² bezeichnet, die Lebensmittel einschließlich Frischwaren führen und in denen der Anteil der für Nonfood vorgesehenen Fläche nicht über 25 Prozent liegt. Die meisten Supermärkte sind Teil einer Kette, die viele gleichartige Supermärkte besitzt oder steuert (oft im Rahmen eines Franchisevertrags) oder einer Verbundgruppe.
Dem Supermarkt verwandte Betriebsformen des Lebensmittelhandels sind der Verbrauchermarkt, das SB-Warenhaus (im Ausland als Hypermarkt bezeichnet) und der Lebensmittel-SB-Laden.
Supermärkte, die ihre Produkte meistens zu vergleichsweise niedrigen Preisen mit entsprechend niedriger Handelsspanne anbieten, nennt man Discounter.
Zunehmend gibt es auch Supermärkte, die ausschließlich Waren aus kontrolliert biologischer Erzeugung anbieten. Diese nennt man Biosupermärkte.
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[Bearbeiten] Marketing des Handels
Regale werden nach einem bestimmten Prinzip aufgebaut: Oben befinden sich nur schwer erreichbare Artikel (Streckzone), in der Mitte befinden sich Produkte, die bestmöglich verkauft werden sollen (Sichtzone) und ganz unten stehen Artikel, die nicht in großen Mengen verkauft werden sollen (Bückzone). In welcher Zone ein Produkt zu finden ist, entscheidet der Hersteller, der je nach Platzierung unterschiedliche Beträge an den Supermarktbetreiber zahlen muss. Günstigere oder No-name-Produkte sind daher meistens in der Bückzone positioniert.
[Bearbeiten] Geschichte
Große Handelsketten für Lebensmittel mit zahlreichen Niederlassungen gab es in den USA spätestens seit 1859, zunächst in New York. Safeway z. B. kopierte die ursprüngliche Geschäftsidee der Great Atlantic and Pacific Tea Company (A&P) und stieg 1915 in die Branche ein. Supermärkte im heutigen Sinne gründete dann jedoch erst die King Kullen-Kette, deren Name an den damaligen Kinohit King Kong erinnern sollte und die ihren ersten Laden im August 1930 in einer ehemaligen Autowerkstatt in Queens eröffnete. Der selbsternannte Preis-Abwracker führte das Selbstbedienungsprinzip und das Lebensmittel-Komplettangebot (Fleisch, Backwaren, Obst und Gemüse, etc.), aufgeteilt über mehrere Abteilungen ein. Die Waren „hoch stapeln und zum Niedrigpreis verkaufen“ war sein Motto. Der vormalige Marktführer A&P reagierte zögerlich und verlor die Hälfte seines Marktanteils. Bis 1950 hatte sich der ehemalige Quasi-Monopolist jedoch an die neue Entwicklung angepasst und wenigstens ein Drittel des US-Marktes zurückerobert. Eine neue Herausforderung wurden dann aber bereits die großen Einkaufszentren auf der grünen Wiese, die Shopping Malls.
Der erste Supermarkt in Deutschland wurde 1949 in Osnabrück eingerichtet, das Selbstbedienungsprinzip konnte sich zu dieser Zeit aber in Deutschland noch nicht durchsetzten und der Laden ging wieder ein. So kam es, dass in Deutschland erst wieder beispielsweise der Edeka-Verbund um 1954 zum Selbstbedienungsprinzip überging, ab 1959 wurden dort auch Non-Food-Produkte neben den Lebensmitteln angeboten.
Mit dem Selbstbedienungsprinzip, das vor King Kullen schon die Piggly Wiggly-Kette eingeführt haben soll, hielten auch fertig abgepackte Waren sowie vermehrt Markennamen Einzug in den Lebensmittelhandel.
[Bearbeiten] Kritik
Die wachsende Zahl von Supermärkten wurde für das Verschwinden der kleinen Einzelhandelsanbieter und für die verstärkte Abhängigkeit der Kunden vom Auto verantwortlich gemacht. Auch wirkt sich der zunehmende Trend, mit dem Auto zum Supermarkt oder Einkaufszentrum zu fahren, negativer auf die Energiebilanz aus, als die langen Anlieferungswege vormals exotischer Produkte wie Bananen, Orangensaft usw.
Weitgehend unbeachtet ist die Tatsache, dass der Supermarkt die Lebensmittel-Vertriebsform mit dem höchsten Personalkostenanteil darstellt. So liegt der Personalkostenanteil in aller Regel deutlich über 10% des Brutto-Umsatzes und damit rund doppelt so hoch wie bei einem Lebensmittel-Discounter.
[Bearbeiten] Siehe auch
- Markt, Discounter, Einkaufswagen, Hypermarkt, Impulswaren, Ladenschlussgesetz, Verbrauchermarkt, Verkaufspsychologie, Stornoschlüssel, Containern, Lebensmitteleinzelhandel
[Bearbeiten] Weblinks
- einzelhandel.de - Wichtige Betriebstypen im Einzelhandel
- Supermarktangebote.de - Übersicht über deutsche Supermärkte
- Reto U. Schneider: Preiskampf in der Bückzone. In: NZZ Folio 11/2006 (präsentiert eine Vielzahl von einzelnen Erkenntnissen aus der Shopping-Forschung)
Commons: Supermarkt – Bilder, Videos und/oder Audiodateien |
Wiktionary: Supermarkt – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |