Thin Lizzy
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Thin Lizzy ist eine Rockband um den Bassisten und Sänger Phil Lynott. 1973 hatte die Band einen Hit mit einer verrockten Version des irischen Volksliedes Whisky in the Jar. Ihr größter Hit war 1976 The Boys Are Back in Town aus dem Erfolgsalbum Jailbreak. Die Band löste sich 1983 nach einer Abschiedstournee auf. 1986, mitten in Vorbereitungen zu einer neuen Tour unter dem Patronat des englischen Magazins Metal Hammer, starb Lynott an den Folgen einer Überdosis Heroin. Scott Gorham wurde darauf vom englischen Metal Hammer-Gründer Wilfried F. Rimensberger zu Phenomena geholt, wo Scott bei Phenomena II - Dream Runner und Phenomena III mitwirkte. 1999 gab es eine Thin Lizzy-Wiedervereinigung mit Tour und Live-Album. Gitarrist John Sykes übernahm hier Phil Lynotts Gesangspart. 2004/05 folgten weitere Gigs sowie 2006 eine internationale Tournee. Seit Lynotts Ableben ist Scott Gorham erfolgreich um das Weiterbestehen der Band bemüht.
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[Bearbeiten] Werdegang
Thin Lizzy zeichnete sich durch Lynotts charismatischen Gesang („Fats“), melodiöse Gitarrenarbeit herausragender Gitarristen und einen charakteristischen Musikstil aus (typisch sind etwa „Killer On The Loose“, „Bad Reputation“, auch das posthume „Dedication“); Kategorie „melodic sometimes - folk not really hard rock“ - und manchmal auch etwas ganz anderes wie bei dem tanzbaren Disco-Song „Dancing in The Moonlight“. Thin Lizzys Songs wurden von zahlreichen Rock- und Heavy-Metal-Bands gecovert, wie beispielsweise von Anthrax, Metallica, Motörhead, Running Wild, Sodom, Skyclad und den Smashing Pumpkins. Weiterhin war der markante zweistimmige Lead-Gitarren-Sound von Thin Lizzy (sowie von der britischen Band Wishbone Ash) auch Vorlage für die Metalband Iron Maiden, welcher sich auch heute noch in vielen ihrer Songs wiederfindet.
1971 spielt Thin Lizzy als Trio ihre erste LP und eine EP ein. Auf gegenwärtigen Wiederveröffentlichungen ergänzt die EP die LP „Thin Lizzy“ meist zu einer CD mit 14 Songs. Vielfältige musikalische Einflüsse äußern sich dabei in einer Mischung aus irischer Folklore, Blueseinflüssen und Hardrock. Deutlich werden aber bereits das lyrische Talent des Bandleaders Lynott, der sich textlich zwischen Fernweh und der zwiespältigen Liebe zu seiner irischen Heimat bewegt, und das akustische und elektrische Gitarrenspiel von Eric Bell. Die zweite LP im Folgejahr ("Shades of a Blue Orphanage") zeigt erste musikalische Reifungsprozesse in stimmungsvollen Arrangements (z. B. im Song "Buffalo Gal"). Nennenswerter kommerzieller Erfolg blieb jedoch weiterhin aus. Erst mit der dritten LP im Jahre 1973 ("Vagabonds of the Western World", auch hier werden bei Wiederveröffentlichungen auf CD oft noch die Tracks einer EP hinzugefügt) und der Hit-Single "Whiskey in the Jar" erregt die Band größere, auch internationale Aufmerksamkeit. Obwohl textlich die Bezüge zu Irland und Mystik erhalten bleiben, fällt von nun an (und für die folgenden Jahre und Veröffentlichungen) eine immer stärkere Entscheidung für Hard-Rock-Material. Akustische Folklore wird verdrängt durch elektrifizierte Balladen (vgl. "Little Girl in Bloom"). Erwähnenswert ist an dieser Platte außerdem das stilprägende psychedelische Cover des irischen Malers Jim Fitzpatrick, der insgesamt 6 LP-Cover der Band gestaltete. Die dritte LP ist aber gleichzeitig die letzte des Original-Trios mit Eric Bell an der Gitarre. Der Gitarrist verließ aufgrund von Alkohol-Problemen die Band und wurde durch Brian Robertson und Scott Gorham ersetzt. Zusammen mit dem Gründungsmitglied Brian Downey am Schlagzeug und natürlich Phil Lynott an Bass und Gesang entstand damit die Quartett-Besetzung, die bis 1978 den kreativen und kommerziellen Höhenflug der Band erlebte. Das erste Album der neuen Besetzung ("Nightlife", 1974) weist den Weg zu den für die Folgejahre typischen Stil. Die musikalische Bandbreite bleibt aber durch die Verwurzelung mit keltischer Folklore erhalten. Textlich stellt sich immer mehr Lynotts Faszination mit den USA vor allem in Bezug auf Männlichkeits-Klischees und Halbwelt in den Vordergrund. Gleichzeitig tritt mit "Nightlife" das zwiespältige Verhältnis des Bandleaders zur katholischen Tradition seiner Heimat Irland zu Tage. Auch die Texte der weiteren LPs pendeln zwischen dem moralisch Richtigen und Falschen sowie Glaubensbekenntnissen und -zweifeln. 1975 veröffentlichen "Thin Lizzy" das bis dahin härteste Album "Fighting" (z. B. die Songs "Suicide" und "Hard Man"). Allein schon das Cover, auf dem die Band in - nach heutigem Verständnis schwer erträglicher - Pose als Straßen-Gang abgebildet ist, zeigt den offenbaren Entschluss, sich nun endgültig in die Hard-Rock-Schiene zu begeben. Sanftere und musikalisch ausgefeiltere Töne dürfen - im Gegensatz zu anderen einschlägigen Bands Mitte der siebziger Jahre - aber immer wieder durchdringen (vgl. "Spirit slips away"). 1976 bringt mit dem Album "Jailbreak" und der Hit-Auskoppelung "The Boys are Back in Town" den Durchbruch zum Superstar-Dasein. Das Rezept des groovenden Doppel-Gitarren-Sounds, das mit den zwei vorangegangenen Alben gefunden worden war, wird hier nun zur Perfektion ausgefeilt und die LP glänzt von Anfang bis Ende mit Spielfreude, großem Können der Instrumentalisten und einer überdurchschnittlichen Musikalität der Songs. Die Hit-Single drückt durch eingängige Hooks das Lebensgefühl von Halbstarken bzw. Rockern in den siebziger Jahren aus: In einer Fantasie-Bar (Dino's Bar and Grill), die in Kalifornien liegen könnte, tauchen die "Boys" auf, deren Identität und bisherige Abwesenheit ungeklärt bleiben.
[Bearbeiten] Herkunft des Bandnamens
Der Name Thin Lizzy entstammt einem Comicheft namens „Beano“, in dem ein weiblicher Roboter mit Namen Tin Lizzie vorkommt und ist gleichzeitig eine Anspielung auf das erste seriell gebaute Automobil: Die Tin Lizzy der Ford Motor Company. Leicht abgewandelt (und in Anspielung auf den irischen Akzent, bei dem "thin" wie "tin" ausgesprochen wird) wurde der Name als Bandname übernommen.
[Bearbeiten] Gitarristen
Bei Thin Lizzy spielten folgende Gitarristen:
- Eric Bell
- Brian Robertson
- Gary Moore
- Scott Gorham
- Midge Ure (Ultravox, Visage)
- Snowy White (Pink Floyd)
- John Sykes
- Phil Lynott
[Bearbeiten] Diskografie
- Thin Lizzy (1971)
- Shades Of A Blue Orphanage (1972)
- Vagabonds Of The Western Word (1973)
- Nightlife (1974) - "Still in Love with you" im Duett mit Frankie Miller (78er Hit "Darlin'")
- Fighting (1975)
- Jailbreak (1976)
- Remembering Part 1-8 (1976)
- Johnny The Fox (1976)
- Bad Reputation (1977)
- Live And Dangerous (1978)
- Black Rose: A Rock Legend (1979) - mit Gary Moore und Midge Ure
- Continuing Saga (1979)
- Chinatown (1980) - mit Midge Ure als Background im Titelsong
- The Adventures Of Thin Lizzy (1981)
- Renegade (1981)
- Thunder And Lightning (1983)
- Life (1983)
- Boys Are Back in Town: Live In Australia (1999)
- One Night Only (2000) - ehemalige Thin Lizzy Mitglieder spielen Thin Lizzy Songs
- The Best Of (2004) - Doppelalbum mit den größten Hits in allen Band Besetzungen
[Bearbeiten] Weblinks
[Bearbeiten] deutschsprachige Literatur
- Die Abenteuer von Phil Lynott & Thin Lizzy
Verlag: I.P.Verlag Jeske/Mader, Berlin 1. Auflage 2006, broschiert, 256 Seiten ISBN: 3-931624-38-2 VÖ: Herbst 2006 http://www.ip-verlag.de/deutsch/Musikbuecher/ThinLizzy.html