Unterkochen
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wappen | Karte |
---|---|
![]() |
![]() |
Basisdaten | |
Bundesland: | Baden-Württemberg |
Regierungsbezirk: | Stuttgart |
Region: | Ostwürttemberg |
Landkreis: | Ostalbkreis |
Stadt: | Aalen |
Geografische Lage: | Koordinaten: 48° 49′ 0″ N, 10° 7′ 35″ O48° 49′ 0″ N, 10° 7′ 35″ O |
Höhe: | 540 bis 700 m ü. NN |
Fläche: | 21,45 km² |
Einwohner: | 5.046 (01. Februar 2007) |
Bevölkerungsdichte: | 236 Einwohner je km² |
Postleitzahl: | 73432 |
Vorwahl: | 07361 |
Kfz-Kennzeichen: | AA |
Adresse Rathaus Unterkochen (Rathaus Aalen): |
Rathaus Unterkochen Rathausplatz 9 73432 Aalen-Unterkochen |
Website: | www.aalen-unterkochen.de |
Ortsvorsteher: | Karl Maier (SPD) |
Unterkochen ist ein Stadtbezirk der großen Kreisstadt Aalen im Ostalbkreis in Baden-Württemberg, Deutschland.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
Unterkochen liegt im Kochertal am Rande der Schwäbischen Alb. Der Ort ist westlich von den Hängen des Albuchs sowie östlich vom Härtsfeld umgeben.
Die Gemarkung des Stadtbezirks Aalen-Unterkochen hat eine Fläche von 2145 ha, wovon allerdings nur etwa 6 % bebaut sind. Der Rest unterteilt sich in Waldflächen (ca. 74 %), Landwirtschaftsfläche (ca. 14 %) und sonstige Gebiete (ca. 6 %).
[Bearbeiten] Nachbargemeinden
Nachbargemeinden sind in südlicher Richtung entlang der B19 Oberkochen, nördlich Aalen. Außerdem liegt im Osten auf der Hochfläche des Härtsfelds der Aalener Stadtbezirk Ebnat.
[Bearbeiten] Stadtbezirksgliederung
Zum Stadtbezirk gehören die Ortsteile Birkhöfe, Glashütte, Neukochen, Neuziegelhütte, Pulvermühle sowie Stefansweiler Mühle.
[Bearbeiten] Raumplanung
Unterkochen ist als Stadtbezirk in das Mittelzentrum Aalen innerhalb der Region Ostwürttemberg eingebettet.
[Bearbeiten] Geschichte
Unterkochen wurde um 1136 als „Cochon“ erstmals erwähnt. Die Siedlung entstand um ein Schloss („Kochenburg“), das bereits 1300 erwähnt, 1627 aber neu erbaut und bereits 1645 von den Schweden zerstört wurde. Heute sind davon nur noch Mauerreste erhalten. Besitzer waren ursprünglich die Herren von Kochenburg, denen die von Ahelfingen und 1317 die von Öttingen folgten, bevor der Ort an Ellwangen gelangte. Die Kocherburg wurde dann Sitz des Obervogts des ellwangischen Oberamtes Kocherburg. Nach der Zerstörung des Schlosses residierten sie in einem neu erbauten Amtshaus. Weiteren Besitz im Dorf hatten bis 1465 die Familie Malse, deren Besitz ebenfalls an Ellwangen fiel. 1802 kam Unterkochen an Württemberg und gehörte zum Oberamt Aalen. Im ehemaligen Amtshaus saß dann bis 1877 das württembergische Kameralamt. Im Ort wurde ab 1518 ebenso wie im benachbarten Oberkochen Erzabbau betrieben. Das Erz wurde ab 1557 von Württemberg verhüttet. 1614 musste Württemberg seine Werke jedoch an Ellwangen verkaufen. Nach dem Übergang an Württemberg 1802 wurde das Werk geschlossen und nach Wasseralfingen verlegt. 1973 erfolgte die Eingemeindung zur Stadt Aalen.
[Bearbeiten] Religionen
Die katholische Wallfahrtskirche St. Maria Unterkochen wurde 1248 erstmals erwähnt und die Pfarrei war lange Zeit auch für die Katholiken in Aalen zuständig. Auch heute noch gehört die Mehrzahl der Menschen von Unterkochen dem römisch-katholischen Glauben an (ca. 56 %), weitere 21 % sind evangelisch. Die restlichen 23 % verteilen sich vor allem auf Angehörige des Islam sowie auf Menschen, die dazu keine Angaben machen.
[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung
|
|
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Ortschaftsrat
Bei den baden-württembergischen Kommunalwahlen vom 13. Juni 2004 wurde auch die Wahl zum Ortschaftsrat des Stadtbezirks durchgeführt. Diese ergab folgende Zusammensetzung nach Sitzen: SPD 6, CDU 6, Freie Wähler 2.
[Bearbeiten] Ortsvorsteher
Ortsvorsteher des Stadtbezirks Unterkochen ist seit 1989 Karl Maier von der SPD.
[Bearbeiten] Wappen
Das Wappen von Unterkochen zeigt drei weiße, fünfspeichige, Räder in rotem Schild. Davon lassen sich auch die Farben des Stadtbezirks, rot-weiß, ableiten. Es geht auf die Herren von Kochen zurück, die 1136 erstmals erwähnt wurden und dieses Wappen bis 1475, als sie ausstarben, führten. Jedoch wurde das Wappen beibehalten, bis heute.
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten] Verkehr
- Bahn
- Der Stadtbezirk Unterkochen liegt an der Brenzbahn Ulm–Aalen. Pro Stunde fährt je ein Zug nach Ulm über Oberkochen, Heidenheim/Brenz und Giengen/Brenz sowie nach Aalen
- Straße
- Über den Anschluss Aalen-Süd/Oberkochen gelangt man auf die A 7 (Würzburg–Füssen). Außerdem ist Unterkochen an das Bundesstraßennetz angeschlossen. Über die Bundesstraße B 19 besteht eine Nord-Süd-Verbindung.
- Luftverkehr
- Der internationale Flughafen Stuttgart in Leinfelden-Echterdingen ist in 90 Minuten mit dem PKW oder mit der Bahn (direkter S-Bahn-Anschluss vom Stuttgarter Hauptbahnhof) zu erreichen. Die Stadt Aalen hat jedoch auch selbst einen kleinen Flugplatz, den Flugplatz Aalen-Heidenheim nahe Elchingen.
- Bus
- Der Stadtbezirk wird durch mehrere Linien verschiedener Busunternehmen an den öffentlichen Personennahverkehr angebunden.
[Bearbeiten] Ansässige Unternehmen
In Unterkochen dominiert die Papierverarbeitung (Papierfabrik Palm). Neben dieser sind die Industriezweige Metallverarbeitung und Textil wichtige Träger der Wirtschaftsstruktur.
[Bearbeiten] Medien
In Unterkochen erscheinen zwei Tageszeitungen. Zum einen die „Schwäbische Post“, eine Lokalausgabe der Südwestpresse sowie die „Aalener Nachrichten“, eine Lokalausgabe der Schwäbischen Zeitung. Außerdem erscheint wöchentlich eine Ausgabe des „Kocherburgbote“, dem Mitteilungsblatt des Stadtbezirks Aalen-Unterkochen.
[Bearbeiten] Öffentliche Einrichtungen
Unterkochen ist Sitz eines Bezirksamts, dass Ansprechpartner rund um die kommunalen Dienstleistungen des Stadtbezirks ist.
[Bearbeiten] Bildung
[Bearbeiten] Schulen
- Friedensschule
- Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule
- Kocherburg-Realschule
[Bearbeiten] Kindergärten
- Katholischer Kindergarten St.Josef
- Katholischer Kindergarten Maria-Fatima
- Evangelischer Kindergarten Schatzkiste
[Bearbeiten] Ehrenbürger
- Kollmann, Georg (Dekan, *1820 †1903)
- Meinzinger, Hans (Direktor, *1895 †1970)
- Palm, Adolf (Papierfabrikant, *1846 †1925)
- Palm, Otto (Papierfabrikant, *1882 †1961)
- Tugendhat, Bruno Arthur (Generaldirektor, *1870 †1957)
- Wöhr, Philipp (Fabrikant, *1877 †1961)
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Bauwerke
[Bearbeiten] Wallfahrtskirche St.Maria
Aus allen Richtungen wird der Blick eingefangen von der beherrschenden Lage des Kirchbergs und seinem harmonisch sich einfügenden Gebäudeensemble, dass von der im Glanz erstrahlenden Wallfahrtskirche gekrönt wird. Die erste urkundliche Erwähnung ist aus dem Jahre 1465. Stilgeschichtlich stammt die Kirche aus verschiedenen Epochen, denn der Turm ist aus der Romanik, der Chor aus der Gotik und das Schiff aus der Barockzeit. Der symbolische Gehalt sämtlicher Gemälde der Kirche gipfelt im Hochaltar mit der lebensgroßen Marienstatue, einem Meisterwerk der Ulmer Schule, entstanden um 1496. Es ist das Unterkochener Gnadenbild, zu dem die Menschen seit Jahrhunderten mit ihren Anliegen pilgern.
[Bearbeiten] Kocherursprung
In Unterkochen entspringt der „Weiße Kocher“, der sich in der Ortsmitte mit dem „Schwarzen Kocher“ trifft, der aus Oberkochen kommt.
[Bearbeiten] Ruine Kocherburg
Auf der Hochfläche am Ortsrand stellt die Kocherburg mit ihren Befestigungsanlagen ein wichtiges und bedeutendes archäologisches Kulturdenkmal dar. Die Kenntnisse der prähistorischen Geschichte beruhen auf Ausgrabungen. Die „Kochenburg“ wurde im Jahr 1645 von den Schweden zusammengeschossen. Aufgebaut wurde sie nicht mehr und man ließ damals die Trümmer liegen und verwendete die Steine zum Bau von Gebäuden im Ort. Heute führt ein archäologischer Rundgang in und um die Ruine der Kocherburg.
[Bearbeiten] Hohler Stein
Vom Ortsteil Glashütte steigt ein Hang steil an. Auf seiner Höhe befindet sich ein Felsen, der sich zu einer Höhlung wölbt. Der Hohle Stein ist die bekannteste und sagenträchtigste Unterkochener Höhle gleich neben dem „Schlossbaufeld“, auf dem einst die Kocherburg stand. Der Hohle Stein stellt eine großräumige Felshohlkehle dar, diese wird durch zwei Höhlenschlote nach oben und einem langen, sehr flachen Höhlengang ergänzt.
[Bearbeiten] Viadukt
Das historische Bauwerk stammt aus dem Jahre 1901. Es wurde für die ebenfalls neu gebaute Trasse der Härtsfeldbahn, der sogenannten „Schättere“, erbaut. Das Viadukt weist eine Länge von über 70 Metern und eine Höhe von 25 Metern auf. Im Jahre 1972 wurde der Eisenbahnbetrieb nach über 70 Jahren eingestellt. Heute erfreuen sich Spaziergänger und Jogger auf dem ausgebauten Wanderweg über das in den Jahren 2003 und 2004 komplett renovierte Viadukt.
[Bearbeiten] Sport und Vereine
In Unterkochen gibt es zahlreiche Orte für Sportveranstaltungen. Zum Beispiel das „Häselbachstadion“ mit einem Hartplatz, wo der FV 08 Unterkochen seine Heimspiele austrägt. Auch gibt es noch einen älteren Fußballplatz mit der benachbarten Tennisanlage. Weiterhin ist eine Mehrzweck-Sporthalle, die für Veranstaltungen aller Art genutzt wird, eine Gymnastikhalle sowie eine Minigolf-Anlage, vorhanden. Außerdem sollen noch 2007 die Bauarbeiten an einer neuen, zusätzlichen Festhalle beginnen.
Die Vereinslandschaft in Unterkochen ist sehr vielfältig. Es gibt 7 Sportvereine und weitere 13 aus den Bereichen Kultur, Wirtschaft, Kirche sowie Soziales. Eine komplette Liste finden sie auf der Internetseite des Stadtbezirks (siehe unten).
[Bearbeiten] Literatur
Bauer, Karlheinz,: Unterkochen – Das Heimatbuch der Stadtbezirks Unterkochen, Aalen 1989.
[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen
Jedes Jahr im Juni finden die über die Stadtgrenzen hinaus bekannten „Unterkocher Sommertage“ statt.