Waldsteigerfrösche
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Waldsteigerfrösche | ||||||||||||
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Systematik | ||||||||||||
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Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
Leptopelis | ||||||||||||
Günther, 1859 |
Die Waldsteigerfrösche (Leptopelis) sind eine Gattung afrikanischer Froschlurche und gehören zur Familie der Riedfrösche (Hyperoliidae).
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Merkmale
Das auffälligste Merkmal sind die sehr großen Augen mit senkrecht stehenden Pupillen. Die Tiere werden etwa fünf bis zehn Zentimeter groß. Die Weibchen sind oft deutlich größer als die Männchen. Manche Arten haben in ihrer Jugend eine andere Färbung als im adulten Stadium; das „Jugendkleid“ ist dann grün. Meistens sind sie braun gefärbt mit einer dunkleren Musterung am Rücken, die Unterseite ist hell gefärbt. Etwas buntere Arten sind beispielsweise Leptopelis barbouri und L. ulugurensis. Die Augenfarbe geht von einem Dunkelbraun-goldgelb bis zu Rot (etwa L. parkeri). Die Unterscheidung der einzelnen Arten erweist sich oft als sehr mühsam, weil sich viele Arten sehr ähnlich sind und oft durch ihr geographisches Vorkommen unterschieden werden. Manche Arten wurden auch aufgrund von Einzelfunden bestimmt. Die Pupille ist senkrecht und die Augen für Nachttiere typisch groß, was ihnen unter anderem auch den Namen „Afrikanischer Großaugenlaubfrosch“ eingebracht hat. Dadurch lassen sie sich von anderen Taxa gut unterscheiden. Die Vertreter der Gattung Afrixalus (Unterfamilie Hyperoliinae), die ebenfalls vertikale Pupillen haben, sind deutlich kleiner und schlanker. Ihre Haftscheiben an den Zehen machen sie zu ausgezeichneten Kletterern.
[Bearbeiten] Lebensweise
Typisch für manche dieser Frösche ist, dass sie sich in Trockenzeiten im feuchten Erdreich vergraben und in den feuchteren Jahreszeiten dann wieder aktiv sind. Ihre Eier werden ins feuchte Erdreich oder Moos gelegt, von wo die Kaulquappen nach dem Schlüpfen dann ihren Weg zum Wasser finden. Manche Paarungsrufe werden als kurzes „Klack“ beschrieben; andere Arten rufen auch melodiöser.
[Bearbeiten] Arten
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- Leptopelis anchietae (Bocage, 1873)
- Leptopelis argenteus (Pfeffer, 1893)
- Leptopelis aubryi (Duméril, 1856)
- Leptopelis barbouri Ahl, 1929
- Leptopelis bequaerti Loveridge, 1941
- Leptopelis bocagii (Günther, 1865)
- Leptopelis boulengeri (Werner, 1898)
- Leptopelis brevipes (Boulenger, 1906)
- Leptopelis brevirostris (Werner, 1898)
- Leptopelis broadleyi Poynton, 1985
- Leptopelis bufonides Schiøtz, 1967
- Leptopelis calcaratus (Boulenger, 1906)
- Leptopelis christyi (Boulenger, 1912)
- Leptopelis concolor Ahl, 1929
- Leptopelis cynnamomeus (Bocage, 1893)
- Leptopelis fenestratus Laurent, 1972
- Leptopelis fiziensis Laurent, 1973
- Leptopelis flavomaculatus (Günther, 1864)
- Leptopelis gramineus (Boulenger, 1898)
- Leptopelis jordani Parker, 1936
- Leptopelis karissimbensis Ahl, 1929
- Leptopelis kivuensis Ahl, 1929
- Leptopelis lebeaui (Witte, 1933)
- Leptopelis macrotis Schiøtz, 1967
- Leptopelis marginatus (Bocage, 1895)
- Leptopelis millsoni (Boulenger, 1895)
- Leptopelis modestus (Werner, 1898)
- Leptopelis mossambicus Poynton, 1985
- Leptopelis natalensis (Smith, 1849)
- Leptopelis nordequatorialis Perret, 1966
- Leptopelis notatus (Peters, 1875)
- Leptopelis occidentalis Schiøtz, 1967
- Leptopelis ocellatus (Mocquard, 1902)
- Leptopelis omissus Amiet, 1992
- Leptopelis oryi Inger, 1968
- Leptopelis palmatus (Peters, 1868).
- Leptopelis parbocagii Poynton & Broadley, 1987
- Leptopelis parkeri Barbour & Loveridge, 1928 - Parkers Waldsteigerfrosch
- Leptopelis parvus Schmidt & Inger, 1959
- Leptopelis ragazzii (Boulenger, 1896)
- Leptopelis rufus Reichenow, 1874
- Leptopelis susanae Largen, 1977
- Leptopelis uluguruensis Barbour & Loveridge, 1928
- Leptopelis vannutellii (Boulenger, 1898)
- Leptopelis vermiculatus (Boulenger, 1909) - Grüner Waldsteigerfrosch
- Leptopelis viridis (Günther, 1869)
- Leptopelis xenodactylus Poynton, 1963
- Leptopelis yaldeni Largen, 1977
- Leptopelis zebra Amiet, 2001
[Bearbeiten] Haltung
Diese Frösche werden auch als Haustiere gehalten. Dafür eignet sich ein großes - vor allem hohes - und dicht bepflanztes Terrarium mit Wasserstelle. Da die Tiere gerne graben, sollte der Bodengrund aus Erde oder erdähnlichem Substrat bestehen, wobei das Ganze aber hygienisch bleiben muss.
Bei den Temperaturansprüchen muss man zwischen Tieflandarten und Hochlandarten unterscheiden. Die mittlere Tagestemperatur sollte um die 25 °C betragen, bei Tieflandformen kann es an einer lokalen Stelle auch bis 30 Grad Celsius gehen. Mit Beleuchtung und einem Strahler lassen sich die notwendigen Temperaturen schaffen.
Die Luftfeuchtigkeit sollte tagsüber circa 60 bis 70 Prozent betragen, nachts 80 bis 100 Prozent. Es empfiehlt sich, am Abend Wasser zu versprühen. In der Nacht soll die Temperatur etwas geringer sein (je nach Herkunft ca. 19 bis 22°C); dadurch steigt auch die relative Luftfeuchte. Als Behältergröße sollten 60 x 50 x 80 Zentimeter für ein bis drei Individuen als Mindestgröße eingeplant werden.
Wenn die Weibchen deutlich größer sind als die Männchen, sollten sie bis auf die Balzzeit in einem eigenen Terrarium untergebracht werden, um Kannibalismus zu vermeiden. Leptopelis sind nachtaktiv und verbringen den Tag auf Blättern, manchmal auch im Moos. Es kann durchaus vorkommen, dass sie sich einige Tage im Substrat vergraben. Für manche Arten ist es vorteilhaft, eine Trocken- und eine Regenzeit zu simulieren.
Als Futter dienen die bei Terrarianern üblichen Futterinsekten in mittlerer Größe.
[Bearbeiten] Literatur
- Arne Schiøtz: Treefrogs of Africa Edition Chimaira, Frankfurt/Main 1999, ISBN 3-930612-24-0