Westholsteinische Eisenbahn-Gesellschaft
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Die Westholsteinische Eisenbahn-Gesellschaft wurde im Jahr 1875 mit dem Ziel gegründet, die Region Westholstein im heutigen Landkreis Dithmarschen mit dem Eisenbahnknotenpunkt Neumünster und darüber hinaus auch mit den Städten Kiel und Lübeck zu verbinden. Beteiligt waren das Königreich Preußen, die Altona-Kieler Eisenbahn-Gesellschaft sowie anliegende Kreise und Städte.
Noch bevor die Glückstadt-Elmshorner Eisenbahn-Gesellschaft ihre Strecke von Hamburg über Itzehoe bis Heide erweitert hatte, konnte die Westholsteinische Eisenbahn-Gesellschaft am 22. August 1877 ihre erste 79 km lange Strecke von Neumünster über Hohenwestedt bis nach der Kreisstadt Heide und weiter bis Karolinenkoog an der Eidermündung eröffnen. Von hier war die Stadt Tönning auf der Halbinsel Eiderstedt mittels einer Dampffähre zu erreichen, die ab 6. August 1878 eingesetzt wurde. Die Überbrückung des Flusses wäre wegen der beträchtlichen Breite zu kostspielig geworden und ist erst 1886 bei Friedrichstadt im Zuge der Marschbahn erfolgt, die die Strecke nach Karolinenkoog ins Siechtum verbannte, das erst 1942 beendet wurde.
Im folgenden Jahr eröffnete die Wesselburen-Heider Eisenbahn-Gesellschaft, an der die Westholsteinische und die Altona-Kieler Eisenbahn sowie die Gemeinde Wesselburen beteiligt waren, am 1. November 1878 eine Strecke, die von der oben genannten Bahn in Weddinghusen abzweigte und noch 11 km weit nach Westen bis Wesselburen führte.
Nachdem die Wesselburen-Heider Eisenbahn am 1. April 1881 in das Eigentum der Westholsteinischen Eisenbahn-Gesellschaft übergegangen war, die bisher schon den Betrieb geführt hatte, verlängerte diese die Strecke noch um 10 km bis Büsum; der Güterverkehr begann hier am 1. November 1883, der Personenverkehr am 15. November 1883.
Am 1. Juli 1890 erwarb die preußische Staatsbahn käuflich die Westholsteinische Eisenbahn-Gesellschaft, deren Gesamtnetz genau 100 km Länge umfasste und unterstellte sie der Eisenbahndirektion in Altona.
Heute betreibt die SHB Schleswig-Holstein-Bahn GmbH, eine Tochter der AKN Eisenbahn AG, den Personenverkehr von Neumünster über Heide bis Büsum. Die Zweigbahn nach Karolinenkoog wurde abschnittsweise eingestellt. Der Personenverkehr – zuletzt bis Hemmerwurth – endete am 23. Mai 1954; der Güterverkehr dorthin wurde noch fünf Jahre länger bedient.