Dissoziationsgrad
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Der Dissoziationsgrad α (auch Protolysegrad) gibt das Verhältnis der durch Dissoziation gelösten Säure- bzw. Base-Teilchen zur Gesamtkonzentration der Säure-/Base-Teilchen der Lösung an. Er lässt sich zum Beispiel aus der Erniedrigung des Gefrierpunktes der Lösung gegenüber dem Lösungsmittel experimentell bestimmen.
Der Dissoziationsgrad ist konzentrationsabhängig. Die gelösten Ionen werden von den Lösungsmittelmolekülen entsprechend ihrer Dielektrizitätskonstanten ε abgeschirmt, man spricht hier auch von Hydratation. Diese Abschirmung wirkt den starken Anziehungskräften zwischen unterschiedlich geladenen Ionen entgegen. Mit zunehmender Anzahl an Ionen wird die Hydratation schwächer, weil im Verhältnis zu den gelösten Ionen weniger Lösungsmittelmoleküle zur Verfügung stehen. In Lösungsmitteln mit hohen Dielektrizitätskonstanten (z. B. Wasser ε = 78,54) werden daher höhere Dissoziationsgrade erreicht als in Lösungsmitteln mit niedrigen Dieletrizitätskonstanten (z. B. Vakuum ε = 1, Essigsäure ε = 6,20).
Dissoziationsgrad α(bei Säuren): α = c(H3O+)/c0
Dissoziationsgrad α(bei Basen): α =c(OH-)/c0
c0 = Ausgangskonzentration der Säure bzw. der Base